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Thema : Netzausbau

Engpassmanagement

Aufgrund bundesgesetzlicher Regelungen erhalten Betreiber von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen für Strom, den sie aufgrund von Netzengpässen nicht einspeisen können, Entschädigungen.

Letzte Aktualisierung: 15.04.2026

Windkraftanlagen hinter einem Solarpark in Klanxbüll
Schleswig-Holstein erzeugt weit mehr Strom aus Erneuerbaren Energien, als es rechnerisch verbraucht.

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) an Land erreichte auch 2025 wieder ein neues Allzeithoch von 22,3 Terawattstunden (TWh). Erreicht wurde dies trotz eines schlechten Windjahrs 2025 durch den weiteren Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und weiter gesunkenen Abregelungen. Schleswig-Holstein ist damit auf gutem Weg zur Erreichung des Ausbauziels von mindestens 45 TWh Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien an Land bis 2030.

Zur Steigerung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien tragen bei

  • die Bereitstellung ausreichender Flächen für die Nutzung der Windenergie an Land,
  • Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien,
  • die Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz in SH,
  • rückläufige Abregelungen durch Fortschritte beim Ausbau der Stromnetze.

Die abgeregelte Stromerzeugung von EE-Anlagen an Land (Wind an Land, Photovoltaik und Biogas) ging im Gesamtjahr 2025 in Schleswig-Holstein weiter zurück auf nunmehr 825 Gigawattstunden (GWh). Das ist rund ein Viertel des Höchststands der Abregelungen von Anlagen an Land im Jahr 2019 von rund 3.350 GWh.

Hier sehen die Abregelungen von Strom aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein in Gigawattstunden in Wind Offshore, Wind Onshore und sonstige Erneuerbare Energien (Biogas, Photovoltaik) im Gesamtzeitraum von 2011 bis 2025.
Abregelungen von Strom aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein

Die Abregelungen von Wind Offshore sind im Jahr 2023 aufgrund von Engpässen im Höchstspannungsnetz (deren Ursache in der Regel nicht in Schleswig-Holstein liegt) stark angestiegen, 2024 und 2025 aber bereits wieder rückläufig. Wesentliche Gründe für die sinkenden Abregelungen Wind Offshore sind die Inbetriebnahme einer wichtigen 380-kV-Höchstspannungsleitung der TenneT zwischen Ganderkesee und St. Hülfe in Niedersachsen im Jahr 2023, durch die der Hauptengpass in der dortigen Region behoben wurde und deutlich höhere Strommengen auch aus Schleswig-Holstein übertragen werden konnten. Der Wind wehte zudem vergleichsweise stark, aber gleichmäßiger, sodass weniger Offshore-Redispatch notwendig war. Auch die schrittweise (erneute) Stilllegung der fossilen Kraftwerke in Mehrum und Heyden haben im nördlichen Teil Deutschlands Platz im regulären Energie-Markt für die Aufnahme erneuerbarer Energien geschaffen.

Der Anteil der Abregelungen an der potenziellen Erzeugung (Summe der in die Netze aufgenommenen und abgeregelten Strommengen) ist damit weiter rückläufig. 3,6% der Stromerzeugung aus EE an Land wurden 2025 in Schleswig-Holstein abgeregelt, 2015 waren es rund 17%.

Der Anteil von Schleswig-Holstein an den bundesweiten Abregelungen von EE-Anlagen an Land sinkt im Trend. Er lag 2025 bei 14%; in früheren Jahren waren es teilweise über 70%. 

Der Anstieg der in die Netze aufgenommenen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und der im Trend deutlich sinkende Anteil von Schleswig-Holstein an den bundesweiten Abregelungen sind eine Bestätigung für den erfolgreichen Netzausbau in Schleswig-Holstein.

Weiterhin ist die zügige Umsetzung des Stromnetzausbaus dringend notwendig, um Abregelungen von EE-Anlagen zu verringern, während weiterhin EE-Erzeugungsanlagen hinzugebaut werden müssen. Neue Stromleitungen sind bereits in Planung, um dem gerecht zu werden. Die bundesweite Stromnetzentwicklungsplanung für ein Zielnetz, das die Voraussetzungen für Klimaneutralität erfüllt, ist weiter fortgeschritten.

Kurz- und mittelfristig müssen zudem verstärkt Anstrengungen unternommen werden, EE-Leistung bereits auf den unteren Netzebenen zu nutzen. Dies können neue industrielle Großverbraucher sein, aber auch eine flexiblere Integration von bestehenden Verbrauchern, z.B. durch Zuschaltbare Lasten und die Berücksichtigung der Netzanschlussmöglichkeiten für Photovoltaik bei der kommunalen Bauleitplanung.

Die Kosten für Abregelungen von Erneuerbaren Energien wurden durch die Bundesnetzagentur nur bis Ende 2021 differenziert nach Bundesländern ermittelt.

Folgende Angaben zu Kosten sind verfügbar:

Bundesweit ist gemäß Mitteilung der Bundesnetzagentur auf der SMARD-Plattform das gesamte Maßnahmenvolumen für das Netzengpassmanagement aufgrund eines geringeren Redispatchbedarfs von 34,3 TWh im Jahr 2023 auf jeweils 30,3 TWh in den Jahren 2024 und 2025 gesunken. Die vorläufigen Gesamtkosten betrugen 2024 rund 3,0 Mrd. € und 2025 3,1 Mrd. € und sind damit gegenüber dem Höchststand 2022 mit 4,1 Mrd. € bereits deutlich gesunken. Die Kosten für Offshore-Abregelungen können systembedingt nur bundesweit betrachtet werden; eine Schleswig-Holstein zurechenbare Teilmenge kann nicht methodisch belastbar ermittelt werden.

Von der SH Netz AG wurden 2025 802 GWh Abregelungen von EE-Anlagen an Land durchgeführt. Die erwarteten Kosten (bilanzieller Ausgleich und Entschädigungszahlungen an Anlagenbetreiber) betragen 74,2 Mio. €. 2024 betrugen die von der SH Netz durchgeführten Abregelungen 812 GWh, die Kosten betrugen 78,4 Mio. €. Über 65% dieser Abregelungen werden von der SH Netz auf Anforderung des vorgelagerten Netzbetreibers Tennet durchgeführt und resultieren aus Engpässen im Übertragungsnetz (teilweise außerhalb Schleswig-Holsteins). Entsprechend werden auch die Kosten dieser Maßnahmen weit überwiegend bundesweit über die Übertragungsnetzentgelte umgelegt. 

Weitere Informationen

Bericht zum Engpassmanagement in Schleswig-Holstein - Kurzfassung

Bericht zum Engpassmanagement in Schleswig-Holstein - Langfassung

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