KIEL. Die Wärmewende in Schleswig-Holstein nimmt weiter Fahrt auf. Heute (12. März) hat Energiewendeminister Tobias Goldschmidt zusammen mit Jörg Bülow (geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages) den Startschuss für das Wärmekompetenzzentrum (WKZ) gegeben. Das WKZ ist eine gemeinsame Einrichtung von Land und Kommunen. Angesiedelt beim Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein e.V. wird das WKZ zukünftig die schleswig-holsteinischen Kommunen bei der Aufstellung der kommunalen Wärmepläne beraten. Die Beratungsleistung wird zu Beginn des Planungsprozesses ansetzen und über die gesamte Dauer des Verfahrens zur Verfügung stehen. Dabei wird das WKZ aktiv auf die Gemeinden zugehen.
„Wir wollen das Klima schützen und uns bis 2040 unabhängig von Gas- und Öl machen. Um dies auf kommunaler Ebene voranzutreiben nimmt das WKZ seine Arbeit auf. Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Wärmewende in Schleswig-Holstein. Mit der kommunalen Wärmeplanung haben unsere Gemeinden in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe zu stemmen. Das Land lässt sie dabei nicht alleine. Die kommunalen Landesverbände und die Landesregierung suchen den Schulterschluss. Gemeinsam schaffen wir ein Angebot, welches unseren Gemeinden die nötige Starthilfe und Unterstützung auf dem Weg hin zu einer sauberen Wärmeversorgung gibt. Unser Angebot richtet sich an Kommunen in Schleswig-Holstein, wo viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler Tag für Tag einen wertvollen Dienst an unserer Demokratie leisten. Wir wollen, dass sie die Aufgaben der kommunalen Wärmeplanung so gut es geht erledigen können“
, zeigte sich Goldschmidt erfreut über den Start den WKZ.
Jörg Bülow ergänzt: „Es ist gut, dass das WKZ nun an den Start geht und die Gemeinden, Städte und Kreise aktiv unterstützt. Uns war es wichtig, dass das WKZ beim Breitbandkompetenzzentrum angebunden ist. Denn wir wollen bestehende Synergien heben. Das Breitbandkompetenzzentrum ist fester Bestandteil der kommunalen Familie. Außerdem hat es beste Kontakte zu den Stadt- und Gemeindewerken als essentiellen Playern der Wärmewende auf kommunaler Ebene. Die neue Struktur ermöglicht es uns, die Kommunen bestmöglich auf dem Weg zur Klimaneutralität im Wärmebereich zu begleiten“
, zeigte sich Bülow optimistisch.
Neben dem WKZ stellte Goldschmidt auch die neuen Wärmepotenzialkarten vor. Sie stellen ein weiteres Unterstützungs-Tool des Landes bei der kommunalen Wärmeplanung dar. Mithilfe der Wärmepotenzialkarten können Gemeinden sehen, ob der Wärmebedarf in ihren Gebieten potenziell für einen rentablen Betrieb eines Wärmenetzes ausreicht. Kommt ein Wärmegebiet beispielsweise aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit oder nicht zur Verfügung stehender Erneuerbaren-Energien-Anlagen nicht in Frage, haben die Gemeinden laut Wärmeplanungsgesetz die Möglichkeit, ein verkürztes Verfahren anzustreben. In diesem Fall sind für sie bestimmte Planungsschritte bei der Erstellung eines kommunalen Wärmeplans nicht erforderlich. Die Wärmepotenzialkarten sind seit heute (12.03.) über den DigitalAtlasNord abrufbar. Grundlage sind die dortigen Daten zu Wärmebedarfen. Sie stellen die beste Datenquelle zum Wärmebedarf in Schleswig-Holstein dar.
Dazu Goldschmidt: „Wo immer möglich setzen wir in Schleswig-Holstein auf schlanke und effektive Verfahren bei der kommunalen Wärmeplanung. Durch unsere Wärmepotenzialkarten sehen unsere Gemeinden, ob ein Wärmenetz bei ihnen voraussichtlich rentabel betrieben werden kann. Ist dies nicht der Fall, können sie die weiteren Planungen im verkürzten Verfahren durchführen und sparen damit Zeit und Ressourcen. Gerade für viele kleine Gemeinden bedeutet dies einen wertvollen Zeitgewinn und somit zügig Planungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger“
, so Goldschmidt.
Link zu den Karten:
https://danord.gdi-sh.de/viewer/resources/apps/Waerme/index.html?lang=de#/
Hintergrund
Die Wärmepotentialkarten sind in zwei Farben unterteilt:
- Dunkelgrün markierte Gemeinden
Diese Gemeinden enthalten keine Potenzialgebiete für ein Wärme- oder Wasserstoffnetz. Sie sind daher für die Anwendung des verkürzten Verfahrens prädestiniert, sofern auch die weiteren Kriterien vorliegen; - Hellgrün markierte Gemeinden
Diese Gemeinden enthalten Potenzialgebiete für ein Wärme- oder Wasserstoffnetz. Die hellgrün markierten Bereiche der Gemeinde gelten jedoch als energetisch weniger relevant, weshalb hier nach eingehender Eignungsprüfung durch die Gemeinde das verkürzte Verfahren angewendet werden könnte.
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