Auch für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen will die Landesregierung eine bestmögliche medizinische Versorgung sicherstellen. Die neuen Maßnahmen für eine gut funktionierende Palliativversorgung stehen im Krankenhausplan 2017.
Besteht keine Aussicht auf Heilung, können schwerkranke Menschen eine Palliativversorgung in Anspruch nehmen. Die palliative Medizin hat zum Ziel, die Symptome der Erkrankung zu lindern. Diese können sehr unterschiedlich sein: Schmerzen, Depressionen, Übelkeit und andere.
Die Patienten können stationär im Krankenhaus aufgenommen oder zu Hause gepflegt werden. Zu Hause kümmert sich zunächst eine Palliativpflegekraft um sie. Wenn sich die Anforderungen an die Pflege erhöhen, weil die Erkrankung fortschreitet, kann der Einsatz eines Palliativ-Care-Teams (oder auch spezialisierte ambulante Palliativversorgung - SAPV genannt), notwendig werden. SAPV-Teams versorgen die Patienten weiterhin in ihrem vertrauten Umfeld.
Palliativmedizinische Basisversorgung in Krankenhäusern
Aber der Tod zu Hause ist eher selten. Über 40 Prozent der älteren Menschen in Schleswig-Holstein sterben in einem Krankenhaus. Damit auch hier ein würdevoller Abschied ermöglicht werden kann, sichert der Krankenhausplan 2017 eine palliativmedizinische Basisversorgung und die geeignete Qualifizierung des Personals in allen Krankenhäusern Schleswig-Holsteins. Für spezielle Fragen können die SAPV-Teams und MitarbeiterInnen der Palliativstationen zu Rate gezogen werden.
In Schleswig-Holstein gibt es derzeit sieben Palliativstationen und sechs stationäre Hospize, außerdem ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, eine hohe Dichte an ambulanten Hospiz- und Pflegediensten und die SAPV-Teams. Die unterschiedlichen Versorgungsstrukturen kooperieren alle miteinander und ergänzen sich. Ihre Vernetzung ist besonders wichtig, wenn ein Patient verlegt werden muss oder ungeplant ein SAPV-Team braucht. Damit dieser „Versorgungswechsel“ auch über Städte und Regionen hinweg reibungslos ablaufen kann, hat die Landesregierung folgende Maßnahmen beschlossen:
Palliativmedizinische Schwerpunkt-Einheiten
Für jedes regionale Versorgungsnetzwerk ist jeweils eine palliativmedizinische Schwerpunkt-Einheit geplant. Jede dieser Einheiten verfügt über eine gut ausgebaute Palliativstation in einem Krankenhaus. Neben der Versorgung der Patienten sind die palliativmedizinischen Schwerpunkt-Einheiten zuständig für:
Ausbau, Pflege und Organisation des Palliativnetzwerks unter Einbeziehung der vorhandenen Strukturen
Versorgungswechsel begleiten
Krankenhäuser ohne palliative Schwerpunkt-Einheit unterstützen beim Aufbau eines palliativen Beratungsdienstes oder eines klinikinternen SAPV-Teams
Darüber hinaus wurde eine Koordinierungsstelle beim Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein e.V. eingerichtet. Die Koordinierungsstelle dient als Anlaufstelle für alle Beteiligten. Sie soll eine gute und effektive Zusammenarbeit der regionalen palliativmedizinischen Versorgungsnetzwerke sicherstellen.
So viel häusliche Pflege wie möglich
So viel häusliche Pflege wie möglich und so viel stationäre Versorgung wie nötig - daran orientieren sich die Maßnahmen des Krankenhausplans 2017. Denn die meisten Menschen wünschen sich, ihren Lebensabend zu Hause verbringen zu können begleitet von vertrauten Gesichtern. Mit dem Bestreben, ein flächendeckendes palliativmedizinisches Versorgungsnetzwerk aufzubauen, kommt die Landesregierung diesem Wunsch noch einen Schritt näher.
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