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Meeresschutz

© M. Staudt / grafikfoto.de

Schleswig Holstein - Das Land zwischen den Meeren

Nach Westen und Osten geben die Nordsee und die Ostsee unserem Bundesland seinen natürlichen Rahmen. Dabei stehen Nord- und Ostsee für grundverschiedene und einzigartige Naturräume.

Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde. Prägend ist der limitierte Wasseraustausch mit der Nordsee. Durch die enge Verbindung über das Kattegat gelangt nur wenig frisches Salzwasser in die westliche Ostsee, wodurch das Meer von West nach Ost sehr unterschiedliche Salzgehalte aufweist.

Eckernförder Bucht Eckernförder Bucht (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Eckernförder Bucht © LLUR

Hier gelangen Sie zu einer durch das LLUR in Auftrag gegebenen Dokumentation über die Schönheit und die Lebensräume der Ostsee.  

Die Nordsee zeichnet sich in Schleswig-Holstein vor allem durch ihre einmalige Küstenform aus: Das Wattenmeer. Die schleswig-holsteinische Nordseeküste ist von Sylt bis zur Elbmündung mit ihren Inseln und Halligen sowie dem Elbästuar im Süden ein besonders vielfältiger und wertvoller Lebensraum. Typisch sind vor allem die Gezeitendynamik und die die speziell an diese Landschaft angepassten Lebensgemeinschaften. Die Einmaligkeit dieses Lebensraumes wurde mit der Ernennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe im Jahr 2009 besonders betont.

Nord- und Ostsee spielen mit ihren charakteristischen Lebensräumen eine große Rolle für die biologische Vielfalt. So bilden die Förden und Seegraswiesen der Ostsee sowie das Wattenmeer der Nordsee zum Beispiel die Kinderstuben von Fischen. Im Frühjahr und im Herbst wandern Millionen Zugvögel zwischen ihren Sommer- und Winterstandorten und nutzen die Küsten der Nord- und Ostsee als Rastgebiete. Weiterhin finden in unseren Meeren Schweinswale, Robben sowie zahlreiche Tiere und Pflanzen des Freiwassers und des Meeresbodens ihre Lebensräume.

Auch für uns Menschen haben die Meere eine große Bedeutung, sowohl als Wirtschaftsraum als auch als Nahrungsquelle und Erholungsraum. Zum Beispiel

  • sind Nord- und Ostseeküsten als Erholungsraum beliebte Ziele für Touristen
  • werden wir über die Fischerei mit Lebensmitteln versorgt
  • stellen Nord- und Ostsee für die Schifffahrt das Tor zu den Häfen dieser Welt dar

Der Zustand der Nord- und Ostsee wirkt sich somit nicht nur auf die Tier- und Pflanzenwelt aus, sondern hat auch direkte und indirekte Auswirkungen auf unser Leben.

Belastungen unserer Meeresumwelt und Herausforderungen

Die Vielzahl der Nutzungen unserer Meere und ihrer natürlichen Ressourcen geht jedoch auch häufig mit Belastungen der Ökosysteme und Beeinträchtigungen des Zustandes unserer Meeresumwelt einher. Dabei spielen auch globale Ursachen und Belastungen aus den Einzugsgebieten eine Rolle.

So führt zum Beispiel die Eutrophierung, das heißt eine zu hohe Nährstoffanreicherung in Gewässern, zu Algenblüten, Änderungen der Planktonzusammensetzung, Trübung des Wassers und zeitweiser Sauerstoffarmut.

Schadstoffe, die über die Einzugsgebiete, die Atmosphäre aber auch direkt, bspw. über die Schifffahrt oder Unfälle in die Meere gelangen, können zu Schädigungen der Organismen führen und sich sowohl in Lebewesen als auch in den Sedimenten anreichern. Aufgrund der Beständigkeit dieser Stoffe werden sich die hohen Konzentrationen in der Meeresumwelt nur langsam verringern auch wenn die Einträge kontinuierlich abnehmen. Zudem macht die steigende Anzahl "neuer" Schadstoffe die künftige Überwachung ihrer Konzentrationen und Auswirkungen erforderlich. Auch Müll und Altlasten im Meer sind ein mittlerweile sehr bekanntes, aber noch kein gelöstes Problem.

Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften unserer Meere sind auch durch nicht-einheimische Arten, die u.a. durch das Ballastwasser oder den Bewuchs an Schiffsrümpfen aus anderen biogeografischen Regionen eingeschleppt werden zu erwarten, auch wenn der Umfang dieser Auswirkungen noch nicht vollständig erforscht ist.

Durch Bautätigkeiten oder Sprengungen in den Meeresgewässern sowie durch die Zunahme des Schiffsverkehres entsteht Unterwasserlärm, der vor allem für empfindliche Arten wie z.B. Meeressäuger zu Schädigungen und Beeinträchtigen führen kann.

Nicht zuletzt beeinflusst auch der Klimawandel, eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, das Ökosystem Meer. Effekte sind z.B. die Veränderung von Lebensgemeinschaften und Fischbeständen, die Versauerung der Meere sowie die Gefährdung von Küstenlebensräumen durch den Meeresspiegelanstieg. Nur gesunde und widerstandsfähige Meere sind in der Lage sich an die durch den Klimawandel veränderten Bedingungen anzupassen.

Dabei wirkt nicht nur einer dieser Faktoren allein, sondern die Wirkungen beeinflussen sich zum Teil gegenseitig oder summieren sich. Diese komplexen, in großen Teilen noch unerforschten, Wirkzusammenhänge sind charakteristisch für das Ökosystem Meer und erfordern einen umsichtigen Umgang mit unseren Meeren, die weitere Erforschung der ökosystemaren Zusammenhänge, eine Überwachung des Zustands der Meere und gezielte Schutzmaßnahmen. 

Meeresschutz -  Unsere Verantwortung

"Die Meeresumwelt ist ein kostbares Erbe, das geschützt, erhalten und — wo durchführbar — wiederhergestellt werden muss, mit dem obersten Ziel, die biologische Vielfalt zu bewahren und vielfältige und dynamische Ozeane und Meere zur Verfügung zu haben, die sauber, gesund und produktiv sind."

Der hier zitierte Erwägungsgrund 3 der Meeresstrategierahmenrichtlinie formuliert klar den Auftrag und das Ziel des Meeresschutzes und damit die gemeinsame Aufgabe aller Anlieger der Meere.

Da das Ökosystem Meer in seinen Wechselwirkungen und Herausforderungen nicht an Landesgrenzen Halt macht, engagiert sich Schleswig-Holstein im Meeresschutz nicht nur innerhalb des Küstenmeeres, sondern auch in der nationalen, regionalen und internationalen Zusammenarbeit und im Rahmen der jeweiligen Rechtsregime, Kooperationen und Übereinkommen. Schleswig-Holstein ist Partner in der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord und Ostsee (BLANO), in der Bund und Länder gemeinsam die Ziele des Meeresschutzes verfolgen.

Den rechtlichen Rahmen für unser Handeln geben insbesondere die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) sowie die regionalen Meeresübereinkommen HELCOM und OSPAR. Weiterhin umfassen auch Vorgaben des Naturschutzes, insbesondere die FFH-Richtlinie und die EG-Vogelschutzrichtlinie Aspekte des Schutzes der marinen Arten und Lebensräume.

Von großer Bedeutung für unsere Küstengewässer ist zudem die im Jahre 2000 in Kraft getretene europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), deren Geltungsbereich sich im Küstengewässer mit dem der MSRL überschneidet.

Auf dem Gebiet des Nationalparks „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ spielt zudem die Trilaterale Kooperation zum Schutz des Wattenmeeres eine große Rolle für den Schutz dieses marinen Lebensraumes.

Weiterführende Informationen zur MSRL und den regionalen Übereinkommen sowie zu Aktiven des Landes Schleswig-Holstein im Meeresschutz finden Sie unter

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