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Traumberuf Lehrer/in –
Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Oke Jens

Informationen zum Vorbereitungsdienst für Lehrkräfte

Sie haben das Lehramtsstudium erfolgreich absolviert und mit der Ersten Staatsprüfung oder dem Master of Education abgeschlossen. Jetzt folgt mit dem Vorbereitungsdienst die zweite Phase der Lehrerausbildung. Sie dauert in Schleswig-Holstein bei allen Lehrämtern 18 Monate. Am Ende wird die Staatsprüfung abgelegt. Während der Zeit des Vorbereitungsdienstes sind Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf.

Ablauf

Der 18-monatige Vorbereitungsdienst gliedert sich in zwei Teile: Der eine Teil ist die Ausbildung an der Schule, der andere Teil die Ausbildung am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH).

Ausbildung an der Schule

Sie lernen die praktische Arbeit in der Schule kennen. Dort werden Sie je Unterrichtsfach durch eine eigens für diese Aufgabe qualifizierte Ausbildungslehrkraft beraten und unterstützt. Sie unterrichten durchschnittlich zehn Stunden pro Woche eigenverantwortlich. Hinzu kommen Unterricht unter Anleitung, das heißt in Anwesenheit einer Ausbildungslehrkraft, und Hospitationen. Sie gestalten schulische Entwicklungsprozesse, Aktivitäten wie Wandertage, Sportfeste, Theateraufführungen oder Projektwochen mit und nehmen an Sitzungen  der Fach- und Jahrgangsteams teil. Sie kooperieren mit Eltern und außerschulischen Einrichtungen

Ausbildung am IQSH

Um die eigenen unterrichtlichen Erfahrungen zu reflektieren und die fachlichen, didaktischen und pädagogischen Kompetenzen zu erweitern und zu vertiefen, besuchen Sie Ausbildungsveranstaltungen, die vom IQSH - in Schleswig-Holstein zuständig für die Aus-, Fort- und Weiterbildung - angeboten werden. Diese Ausbildung bezieht sich auf Pädagogik sowie auf die Unterrichtsfächer und Fachrichtungen und wird schulartspezifisch gestaltet. Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind verpflichtet, Ausbildungsveranstaltungen in einem Umfang von insgesamt 360 Stunden wahrzunehmen. Die Pflicht zur Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen besteht bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes.

Die vorgeschriebene Ausbildungszeit verteilt sich zu gleichen Teilen auf die Fächer oder Fachrichtungen und Pädagogik. Die Inhalte der Ausbildungsveranstaltungen sollen von den Lehrkräften in Ausbildung vor- und /oder nachbereitet werden.

Die Ausbildung umfasst fünf Veranstaltungen (mittwochs) je Halbjahr in jedem der beiden Fächer und in Pädagogik. Die Ausbildung wird in festen Gruppen durchgeführt, denen jeweils eine Studienleiterin oder ein Studienleiter zugeordnet ist. Seit dem Schuljahr 2017/18 werden einige Veranstaltungen im Blended-Learning-Format angeboten.

Staatsprüfung

Im letzten Ausbildungshalbjahr des Vorbereitungsdienstes legen Sie die Staatsprüfung ab. Sie umfasst ausbildungsbegleitende Teile und einen Prüfungstag.

Zu den ausbildungsbegleitenden Prüfungsteilen gehören:

  • Hausarbeit: In der Hausarbeit zum Staatsexamen dokumentiert und reflektiert die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst exemplarisch Aspekte der eigenen Unterrichtspraxis und deren Wirkungen.
  • Zurzeit kann die Anfertigung einer Hausarbeit durch die Teilnahme an einem Zertifikatskurs "Deutsch als Zweitsprache" beim IQSH ersetzt werden. Dieser Kurs endet mit einer schriftlichen Prüfung deren Note Bestandteil des Zeugnisses ist. Ein bereits vorhandenes Zertifikat kann nicht angerechnet werden.
  • Beurteilung durch die Schulleiterin oder den Schulleiter: Die Schulleiterinnen und Schulleiter als unmittelbare Vorgesetzte beurteilen die unterrichtliche und schulische Arbeit der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst.
  • Portfolio: Mit dem Portfolio weist die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen nach und dokumentiert die Ergebnisse der eigenen Arbeit (Produktorientierung). Außerdem informiert sie im Portfolio durch auswertende Berichte über ihre Entwicklung sowohl des Lehrens wie des Lernens.

Der Prüfungstag beinhaltet zwei Unterrichtsstunden, eine Aufgabe aus den Bereichen Pädagogik, Fachdidaktik, Diagnostik und Schulentwicklung und ein abschließendes Prüfungsgespräch. Am Ende der Staatsprüfung erhalten Sie ein - vorläufiges - Zeugnis, das die Noten für die Prüfungsteile und die abschließende Gesamtnote enthält. Das endgültige Zeugnis wird in der Regel am Ende des letzten Ausbildungshalbjahres durch die Schulleiterin oder den Schulleiter überreicht. Eine bestandene Staatsprüfung ist Voraussetzung für die dauerhafte Einstellung in den Schuldienst in einem der 16 Bundesländer Deutschlands.


Bewerbung

alle öffnen

Fristen

Die Einstellungen erfolgen jeweils zum Schuljahresanfang am 1. August sowie zum Schulhalbjahr am 1. Februar.
Bewerbungsstichtag für alle Lehrämter sind der 1. April beziehungsweise der 1. Oktober vor dem jeweiligen Einstellungstermin. In das Auswahlverfahren werden vorrangig Bewerbungen einbezogen, die zum Bewerbungsstichtag vollständig - einschließlich des Zeugnisses der Ersten Staatsprüfung / Masterprüfung - im Ministerium vorliegen.

Sie haben jedoch auch dann eine Chance auf einen Ausbildungsplatz, wenn Sie Ihr Studium zwar nach dem Bewerbungsstichtag, aber noch vor dem Ausbildungsbeginn erfolgreich abgeschlossen haben. Für diesen Bewerberkreis kann es im Rahmen der Restplatzvergabe noch Einstellungsmöglichkeiten geben. Die Restplatzvergabe wird i. d. R. für die Lehrämter an Sekundarschulen mit SP Sek. I; für Sonderpädagogik und an Berufsbildenden Schulen bei jedem Einstellungstermin durchgeführt. Im Lehramt an Grundschulen fast immer zum Einstellungstermin 1. August. Im Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen gibt es wegen der großen Anzahl  an Bewerbungen nie eine Restplatzvergabe.

Bewerbungen für das Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen, bei denen zum Bewerbungsstichtag das Studium noch nicht abgeschlossen sein wird, bitten wir erst einzureichen, wenn auch ein Zeugnis oder eine Bescheinigung über das erfolgreich abgeschlossene Studium (Bestätigung des Prüfungsamtes oder vollständiges Transcript of Records) beigefügt werden kann.

Bewerberlage und Wartezeiten

Wer zum Bewerbungsstichtag sein Zeugnis vorlegen kann, erhält in der Regel einen Platz im Vorbereitungsdienst. Das gilt wegen der großen Bewerberzahl nur eingeschränkt für das Lehramt an Gymnasien - dort kann es zu einer Wartezeit von bis zu 18 Monaten kommen. Da die Zahl der Stellen im Vorbereitungsdienst jedoch erhöht wird, wird sich dies positiv auf die Wartezeit auswirken.

Vorbereitungsdienst in Teilzeit

Sie können den Vorbereitungsdienst auch in Teilzeit absolvieren. Das ist dann möglich, wenn Sie Kinder erziehen oder sich um pflegebedürftige Familienangehörige kümmern. Die Teilzeit kann in einem Umfang von 75 Prozent, 60 Prozent oder 50 Prozent abgeleistet werden. Der Vorbereitungsdienst verlängert sich entsprechen um 6, 12 oder 18 Monate und die Anwärterbezüge werden anteilig gekürzt.

Vorbereitungsdienst in einem anderen Lehramt


Sie haben auf Lehramt an Gymnasien studiert, möchten zum Vorbereitungsdienst aber an eine Gemeinschaftsschule? Unter bestimmten Voraussetzungen ist es in Schleswig-Holstein möglich, den Vorbereitungsdienst in einem anderem als dem studierten Lehramt zu absolvieren.
Voraussetzung hierfür wäre der Umstand, dass es nicht ausreichend Bewerbungen mit dem "passenden" universitären Abschluss gibt. Die frei gebliebenen Ausbildungsplätze können dann mit Quereinsteigerinnen / Quereinsteigern besetzt werden, die ein universitäres Studium abgeschlossen haben, deren Inhalte den gesuchten Fächern oder Fachrichtungen entspricht. In den Lehrämtern an Berufsbildenden Schulen, an Gemeinschaftsschulen und für Sonderpädagogik wird in der Regel zu jedem Einstellungstermin der Quereinstieg geöffnet.

Anrechnung

Auf die Dauer des Vorbereitungsdienstes können auf Antrag Zeiten im Vorbereitungsdienst für ein anderes Lehramt sowie Zeiten einer für die Ausbildung förderlichen berufspraktischen Tätigkeit im Umfang von sechs Monaten angerechnet werden. Eine förderliche berufspraktische Tätigkeit ist in der Regel Vertretungsunterricht an Schulen.

Besonderheiten

  • Besonderheiten beim kombiniertem Lehramtsstudium
    Bewerberinnen und Bewerber, die über ein Studium verfügen, welches sie für mehrere Lehrämter befähigt (z. B. Grund- und Hauptschullehrkraft, Lehrkraft für Grund- und Mittelstufe u. Ä.) können in der Regel zwischen einer Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen oder für das Lehramt an Gemeinschaftsschulen wählen.
  • Besonderheiten Lehramt an Gymnasien
    Es können nur Bewerberinnen und Bewerber zugelassen werden, die eine Fächerkombination studiert haben, die in der Übersicht "Zulässige Fächerkombinationen Sekundarstufe II" abgebildet sind (siehe Download).
  • Besonderheiten Lehramt an Berufsbildenden Schulen
    Da die Zahl der am Bewerbungsstichtag vorliegenden vollständigen Bewerbungen für das Lehramt an beruflichen Schulen (Studienrat) regelmäßig nicht ausreicht, um alle Stellen zu besetzen, lohnt sich die Bewerbung, auch wenn das Zeugnis erst nach dem Bewerbungsstichtag vorgelegt werden kann.
    Da der Bedarf an Fachlehrerinnen und Fachlehrern stark rückläufig ist, gibt es für diese Laufbahn nur wenige Einstellungsmöglichkeiten.
    Die angebotenen Stellen finden Sie unter der Registerkarte "Quer- und Seiteneinstieg/Fachlehrkräfte"

Verdienst

Die jungen Lehrkräfte werden als Beamtinnen und Beamte auf Widerruf in den Landesdienst eingestellt und erhalten Anwärterbezüge nach dem Besoldungsgesetz Schleswig-Holstein. Der Grundbetrag (ohne Zulagen) für eine Vollzeitstelle liegt je nach Laufbahn zwischen 1.231 Euro und 1.467 Euro abzüglich der Steuern und des eventuellen Beitrages für eine Krankenversicherung. In Ausnahmefällen kann die Ausbildung im Beschäftigtenverhältnis absolviert werden.

Beraterteam

Sie haben Fragen? Die beantwortet Ihnen gern unser Beraterteam aus dem Bildungsministerium. Bewerberinnen und Bewerber mit erster Staatsprüfung / Masterzeugnis wenden sich bitte an:
• Harald Sell für das Lehramt an berufsbildenden Schulen und für das Lehramt für Fachpraxis an berufsbildenden Schulen sowie für das Lehramt für Sonderpädagogik
Telefon: 0431 988 2387
E-Mail: harald.sell@bimi.landsh.de

• Sönke Meetz für das Lehramt an Gymnasien
Telefon: 0431 988 2359
E-Mail: soenke.meetz@bimi.landsh.de

• Catlin Buttgereit für das Lehramt an Grundschulen und für das Lehramt an Gemeinschaftsschulen
Telefon 0431 988 2365
E-Mail: catlin.buttgereit@bimi.landsh.de