Landesportal Schleswig-Holstein

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Kitareform 2020

© Sozialministerium

Verbesserungen für Kommunen

Stand 12.12.19

Am 12. Dezember hat der Landtag die Kita-Reform beschlossen, die ab dem 1. August 2020 in Kraft tritt. Ein wesentliches Ziel ist es, zu einem familienfreundlichen Land zu werden, in denen Eltern ihre Kinder gut betreut wissen und in denen wir den pädagogischen Fachkräften gute Rahmenbedingungen gewähren, um sie bei ihrer wichtigen Bildungs- und Betreuungsarbeit zu unterstützen.

Zukünftig liegt der Gemeindeanteil an den Kosten bei 39 % pro betreutem Kind bzw. bei 36% der Gesamtkosten für die Standardfinanzierung (im Jahr 2022). Das Land wird sich erstmals verlässlich an allen Betriebskostenarten anteilig beteiligen.

Wenn Sie nun die Auswirkungen der KitaReform 2020 für Ihre Gemeinden konkret betrachten wollen, können Sie dies mit dem Prognosetool des Sozialministeriums tun.

Finanzielle Auswirkungen

Wenn Sie im Gegenzug Vergleichsrechnungen anstellen, welche finanziellen Auswirkungen für Sie bzw. die Träger vor Ort durch die neuen Fördervoraussetzungen entstehen, sollten Sie auf folgenden Abgleich achten:

  • Gegebenenfalls erforderliche Personalaufstockungen in den Gruppen sind von der derzeit bei Ihnen vorliegenden Basis zu kalkulieren. Landesseitig finanziert wird die Aufstockung von 1,66 (Landesdurchschnitt) Vollzeitäquivalenten (VZÄ) auf 2,0 VZÄ.
  • Kosten für die Leitungsfreistellung sind nur insoweit aufzuschlagen, sofern die Einrichtung derzeit nicht mindestens den geradlinigen Aufwuchs um 7,8 Stunden pro Gruppe erfüllt.
  • Die Eigenanteile der Einrichtungsträger für die Standardqualität entfallen verpflichtend erst nach der Übergangsphase. Bis dahin können auch weiterhin Eigenanteile eingebracht werden. Trägeranteile für die Standardqualität sollen in diesem Zeitraum durch einen im Rahmen der Finanzierungvereinbarung gemeinsam festgelegten Weg angemessen bewertet werden. Nach der Übergangsphase dürfen keine Eigenmittel mehr vom Träger zur Finanzierung der Standardqualität verlangt werden. Vom Träger gewünschte Angebote und Standards, welche die im Gesetz vorgesehenen Mindestvorgaben überschreiten, können auch nach 2025 in Form eines Eigenanteils finanziert werden.
  • Einnahmen aus Spenden oder von Dritten können nach wie vor als Einnahmeposition Berücksichtigung finden.
  • Wenn Sie als Standortgemeinde Ihren Wohngemeindeanteil berechnen, bitte nur für Ihre (gegebenenfalls auch auswärtig untergebrachten) Wohnortkinder kalkulieren und nicht für alle in Ihren Einrichtungen untergebrachten Kinder.
  • Bitte bedenken Sie, dass Gruppen insbesondere zu Beginn des Kita-Jahres zumeist noch nicht voll belegt sind und Sie für diesen Zeitraum als Wohngemeinde keinen Finanzierungsbeitrag entrichten müssen, da Sie nur für bereits betreute Kinder den monatlichen Fördersatz an den Kreis entrichten. Somit wird sich der tatsächliche Wohnsitzgemeindebetrag unterhalb des im Refinanzierungstool angezeigten Betrages befinden, wenn Sie diesen Effekt nicht bei der Eingabe der Kinderzahlen berücksichtigen.
  • Die Mittel der Sprachbildung werden dem neuen Finanzierungssystem zugeführt und sind Bestandteil der neuen Betriebskostenförderung des SQKM. Damit entfällt künftig die Antragstellung bei den Kreisen, um gesonderte Erlassmittel für die Sprachförderung zu erhalten. Die Landesregierung setzt hier konsequent auf die alltagsintegrierte Sprachbildung, die künftig das Handeln aller Fachkräfte bestimmt und erfolgversprechend die Sprachbildung der Kinder fördert. Davon unberührt sind die Mittel für Regional- und Minderheitensprachförderung, SPRINT und Sprachheilförderung. Diese stehen selbstverständlich weiterhin zur Verfügung.
  • Grundsätzlich sind kalkulatorische Kosten für (Gebäude-)Abschreibungen und Zinsen im Sachkostenanteil des SQKM einkalkuliert. In der Übergangsphase werden Investitionsmittel darüber hinaus gesondert über Landes-/Bundesprogramme gewährt. Inwieweit sich die SQKM-Sätze als ausreichend erweisen, wird die Evaluation zeigen. Bei den Sachkosten ist davon auszugehen, dass hier eine weitere Differenzierung notwendig sein wird (siehe hierzu auch § 38 Abs. 3).

Kita-Datenbank

Die Nutzung der Kita-Datenbank wird für alle Einrichtungen verpflichtend, da dieses Portal die künftige Abrechnungsplattform zwischen den Finanzierungsbeteiligten darstellt. Im Rahmen der Regelungen des Kita-Reform-Gesetzes sollen Gemeinden und Träger insofern darauf hinwirken, dass die Einrichtungen bereits Anfang 2020 der Kita-Datenbank beitreten. So bleibt ausreichend Zeit, sich auf die neuen Anforderungen einstellen zu können, die ab August 2020 gelten und die eine kontinuierliche Pflege der Vertragsdaten voraussetzen, um die Fördermittel zu erhalten. Nähere Informationen zum Anmeldeverfahren finden Sie unter folgendem Link: Weitere Informationen zur Kita-Datenbank auf der Website des Landes Schleswig-Holstein

Textmarke: Wir bewegen was. Informationen und Anmeldung mit einem Klick. Kitareform2020 Kita-Datenbank (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Sozialministerium

Zur Nutzung der neuen Kita-Datenbank werden umfangreiche Schulungen angeboten, die Sie über das Kita-Portal buchen können, darüber hinaus sind auch gesonderte Schulungstermine möglich. Für Fragen steht Ihnen das Team des Kita-Portals per E-Mail unter kitaportal-sh@dataport.de zur Verfügung.

Übergangszeitraum

Da die Umstellung von der (derzeit meist praktizierten) Defizitfinanzierung auf eine Pauschalfinanzierung der Träger weiterer Vorarbeiten bedarf, ist eine Übergangsphase bis zum 31.12.2024 vorgesehen. Im Übergangszeitraum bündelt der Kreis zwar schon die Landes- und Wohngemeindeanteile, zahlt die Förderung jedoch noch nicht direkt an den Träger, sondern an die Standortgemeinde aus. Diese fördert ihrerseits (wie bislang) den Träger über eine individuelle Finanzierungsvereinbarung.

Gestaltung der Kita vor Ort

Bei Gestaltung der Kita vor Ort bleiben zudem die bekannten Kompetenzen erhalten. Die Gemeinden definieren weiterhin den Betreuungsumfang, wählen den Träger aus und wirken an der Bedarfsplanung maßgeblich mit. Weiterhin werden die Beiräte vor Ort auch weiterhin die wichtigen Fragen bewegen können und die Gemeinden können auch über die Mindestvorgaben hinausgehende Angebote oder niedrigere Elternbeiträge beschließen.

Weitere Informationen

Richtlinie des Landes Schleswig-Holstein zum Ausbau von Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (Landesinvestitionsprogramm 2019-2022) (PDF 161KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Anlage zum Landesinvestitionsprogramm 2019-2022 (PDF 120KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Amtsblatt für Schleswig-Holstein, Erlass "Förderung von Kindertagesbetreuung, Sprachbildung und Hortmittagessen 2018/2019"

Richtlinie des Landes Schleswig-Holstein zur Förderung kurzfristig geschaffener Betreuungsplätze sowie Qualitätsverbesserungen in Kindertageseinrichtungen - Kita-Sofortprogramm 2019 (PDF 152KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Anlage zum Kita-Sofortprogramm (PDF 120KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Qualitätskriterien einer Referenzkita (PDF 213KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)