Landesportal Schleswig-Holstein

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Kitareform 2020

© Sozialministerium

Verbesserungen für Eltern

Stand: 12.12.2019

Mit der Kita-Reform sollen die Start-Chancen für die kleinsten Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Mit einer Deckelung der Kita-Beiträge werden die Eltern von zum Teil viel zu hohen Gebühren entlastet. Außerdem werden landeseinheitliche Mindestvorgaben für die Sozialstaffel und eine Geschwisterermäßigung sowie ein echtes Wahlrecht bei freien Plätzen für Eltern eingeführt.

Gerechtere Beiträge

Bisher variiert in Schleswig-Holstein die Höhe der Elternbeiträge sehr stark je nach Kommune, so dass  zum Teil sogar zwischen unmittelbaren Nachbargemeinden die Beiräge stark voneinander abweichen können. Zukünftig wird es landesweit eine einheitliche maximale Obergrenze, den „Beitragsdeckel“ für die Elternbeiträge geben. Für viele Eltern in Schleswig-Holstein bedeutet das eine zum Teil erhebliche finanzielle Entlastung.

Beitragsdeckel

Die bisher von Kommunen in Schleswig-Holstein erhobenen Beiträge gehören zudem bundesweit zu den höchsten und betragen zum Teil mehr als 700,- Euro in der Krippenbetreuung. Zukünftig (ab August 2020) wird in der Ü3-Betreuung ein monatlicher Deckel von rund 141 Euro für eine fünfstündige Betreuung und von rund 226 Euro für eine ganztägige Betreuung gelten. Für die Krippenbetreuung eines Kindes unter drei Jahren gilt eine Obergrenze von 180 Euro für eine fünfstündige Betreuung und ein Deckel von 288 Euro für eine ganztätige Betreuung. Der monatliche Beitragsdeckel wird pro wöchentliche Betreuungsstunde festgelegt, so dass er für alle Betreuungsumfänge gilt, ganz egal ob ein Kind vier oder acht oder mehr Stunden betreut wird.

Einbeziehung Tagespflege

Bisher gab es keine landesweit einheitliche Regelung für die Betreuung in der Tagespflege. Zukünftig wird der Beitragsdeckel auch für die Betreuung bei einer Tagespflegeperson gelten. Die Tagespflege wird zukünftig ebenfalls anteilig durch das Land, die Eltern und die Wohngemeinden finanziert werden.

Landesweite Sozialstaffel

Bisher wurden Familien mit niedrigem Einkommen in den Kreisen/kreisfreien Städten sehr unterschiedlich von den Beiträgen entlastet. Zukünftig wird es transparente landeseinheitliche Mindestvorgaben der Sozialstaffel geben, um Familien mit niedrigen Einkommen die Teilnahme an Krippe und Kita landesweit zu erleichtern. 

Fragen und Antworten im Überblick

FAQ Alles zur Kitareform2020

Geschwisterermäßigung

Familien mit mehreren Kindern profitieren zukünftig von einer landesweit einheitlichen Mindestvorgabe bei der Geschwisterermäßigung: Besuchen mehrere Kinder gleichzeitig eine Kita oder Tagespflege, müssen die Eltern für das zweitälteste Kind nur die Hälfte des Beitrags bezahlen. Jüngere Kinder sind komplett beitragsfrei. In Bezug auf Schul- bzw. Hortkinder oder deren Berücksichtigung bei der Anrechnung können wie bisher auch die örtlichen Jugendämter darüber hinaus gehende, zusätzlichen Regelungen treffen.

Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts

Bisher hatten Eltern häufig Probleme, wenn sie ihr bundesgesetzlich bestehendes Wahlrecht geltend machen wollten. Der Besuch einer Kita außerhalb der Wohnsitzgemeinde scheiterte zumeist daran, dass die Wohnsitzgemeinde die Kostenübernahme verweigerte. Zukünftig gibt es ein echtes Wahlrecht für Eltern bei freien Plätzen, denn die Finanzierungsstruktur wird so gestaltet, dass der bislang gesondert zu vereinbarende, bürokratische interkommunale Kostenausgleich entfällt. Soweit Plätze vorhanden sind, können Eltern ihre Kinder in einer Kita außerhalb ihrer Wohngemeinde anmelden, ohne sich deswegen rechtfertigen zu müssen. Eine Familie, die z. B. nicht am Wohnort berufstätig ist, kann ihr Kind also zukünftig leichter an ihrem Arbeitsort betreuen lassen. Das ist insbesondere für Alleinerziehende ein großer Fortschritt. Vorgesehen ist aber auch, dass die Kinder, die wohnortnah betreut werden sollen, Vorrang bei der Platzvergabe erhalten, damit kurze Wege vor Ort gesichert sind.

Betreuungskontinuität

Bisher konnten Kommunen Kinder aus Einrichtungen „werfen“, wenn die Familie über die Stadtgrenze hinaus ins Umland zieht – auch ohne, dass dort einen Betreuungsplatz gleichen Umfangs vorhanden war. Zukünftig wird dies nicht mehr möglich sein, da Betreuungskontinuität nicht nur pädagogisch wichtig für Kinder, sondern auch unverzichtbar für die Planbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern ist.

Verlässliche Schließzeiten

Bislang gab es bei den Schließzeiten überhaupt keine Regelung, so dass Eltern nur schwer längerfristig planen konnten und Familienleben und Beruf oftmals schwer unter einen Hut zu bekommen waren. Zukünftig wird es eine Obergrenze der zulässigen Schließzeiten geben: Diese werden auf 20 Tage im Kalenderjahr begrenzt. Gruppen sollen zudem nur eine begrenzte Zeit am Stück schließen dürfen. Zukünftig sollen das maximal drei Wochen sein. Für kleine Einrichtungen mit bis zu drei Gruppen gelten diese Ziele ebenfalls, sie können jedoch abweichend davon bis zu 30 Tage im Jahr schließen, da es bei weniger Fachkräften schwerer fällt, Vertretungen zu organisieren. Mit dieser Ausnahme sollen die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kleinen Einrichtungen berücksichtigt werden. Kitas können selbstverständlich auch weiterhin weniger Schließtage umsetzen, wo sie das heute schon tun. Mindestvorgaben regeln lediglich, welche maximale Tagesanzahl nicht mehr überschritten werden darf.

Beteiligungsmöglichkeit

Zukünftig ist die Einhaltung der Beteiligungsrechte der Elternvertretung Voraussetzung dafür, dass eine Kita öffentliche Mittel erhält. Auch Eltern, deren Kinder in Tagespflege betreut werden, können künftig in der Kreis- und Landeselternvertretung mitwirken.