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Bilanz >> Anschaffungskosten

© M. Staudt / grafikfoto.de

Definition Anschaffungskosten

Grundsätzliches

Als Bewertungsmaßstab aller Güter, die die Gemeinde von anderer Stelle erworben hat, werden die Anschaffungskosten verwendet. In der GemHVO-Doppik sind erworbene Vermögensgegenstände nach § 41 mit den Anschaffungskosten anzusetzen, ggf. vermindert um die Abschreibungen.

Anschaffung hat als Ziel den Erwerb bereits vorhandener Wirtschaftsgüter, während durch Herstellung neue, bisher nicht vorhandene Wirtschaftsgüter geschaffen werden.

Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind abzusetzen (§ 41 Absatz 2 GemHVO-Doppik, entspricht § 255 Absatz 1 HGB).

Anschaffungskosten sind ergebnisneutral zu bilanzieren, das heißt der Anschaffungsvorgang wird als bloße Vermögensumschichtung behandelt. Der Begriff "Anschaffungsaufwand" ist somit streng genommen ungenau.

Die Anschaffung ist ein Akt, der als Ziel den Erwerb von Eigentum, bzw. wirtschaftlichen Eigentum hat. Bei beweglichen Sachen geht die Verfügungsmacht in der Regel durch Lieferung über, bei unbeweglichen Sachen (Grundstücken, Gebäuden) durch Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten.

Bestandteile der Anschaffungskosten

 Anschaffungspreis
+Anschaffungsnebenkosten
+nachträgliche Anschaffungskosten
./.Anschaffungskostenminderungen
=Anschaffungskosten (Versetzung in einen betriebsbereiten Zustand)

Anschaffungspreis und Anschaffungsnebenkosten

Der Anschaffungspreis ist das vertragliche Entgelt, also der laut Rechnung zu zahlende Preis. Aber auch geleistete Aufwendungen für Zubehör und Ausstattung sind dem Anschaffungspreis zuzurechnen, sofern sie in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang stehen.

Anschaffungsnebenkosten sind alle Aufwendungen, die zusätzlich zum Anschaffungspreis während des Beschaffungsvorganges anfallen und die einen sachlichen Zusammenhang mit dem Erwerb haben. Zu den Anschaffungsnebenkosten können gehören:

  • bei Waren z. B.: Provision, Kosten für Verpackung, Kosten für Lieferung, Transportversicherungen, Eingangszölle,
  • bei maschinellen Anlagen zusätzlich Aufstellungs- und Fundamentierungskosten,
  • bei Grundstücken und Gebäuden z. B.: die Reisekosten zur Besichtigung des Objekts, die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrages und die die Kosten für die grundbuchliche Eintragung des Eigentümerwechsels.

Nachträgliche Anschaffungskosten

Anschaffungskosten können sich auch nach Erwerb und nach Herstellung der Betriebsbereitschaft (sog. nachträgliche Anschaffungskosten) erhöhen, z. B.:

  • Kauf von Zusatzeinrichtungen,
  • nachträgliche Zölle und Verbrauchsteuern,

Bei beweglichen Vermögensgegenständen, bei denen nachträgliche Anschaffungskosten entstanden sind, sind diese (nun erhöhten) Anschaffungskosten auf die restliche Nutzungsdauer zu verteilen. Die Restnutzungsdauer ist ggf. neu zu schätzen.

Minderung der Anschaffungskosten

Eine Reduzierung der Anschaffungskosten kann durch Skonti, Boni, Rabatte oder Preisherabsetzungen aufgrund eines (u.U. später erkannten) Mangels eintreten. Die „neuen“ Anschaffungskosten sind auch in diesem Fall auf eine ggf. neue Restnutzungsdauer anzuwenden.

Da die Anschaffungskosten keinesfalls überschritten werden dürfen, bilden sie eine absolute Wertobergrenze.

Additiv zum Erwerbsvorgang verlangt § 41 Absatz 1 Satz 1 GemHVO-Doppik die Betriebsbereitschaft des erworbenen Vermögensgegenstandes.