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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Sport

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Welche Voraussetzungen gelten für das Sporttreiben?

Sport ist sehr wichtig für die Gesundheitsprävention, daher gelten für die Ausübung von Sport besondere Rahmenbedingungen, die zurzeit das Sporttreiben auch in unterschiedlichen Gruppengrößen ermöglichen.

Kontaktfreie Sportarten

Für kontaktfreie Sportarten, die ohne direkten Körperkontakt zu Sportpartnern / Mannschaft ausgeübt werden wie zum Beispiel Yoga, Rückenkurse, Golf oder Leichtathletik, gilt:

  • Die Gruppengröße ist nicht begrenzt, da das Kontaktverbot nach § 2 Absatz 4 der Corona-Bekämpfungs-VO (maximal 10 Personen) nicht gilt.
  • Das Abstandsgebot (also Mindestabstand von 1,5 m) ist aber zwingend einzuhalten, das heißt, es kommt für die zulässige Gruppengröße auf die Größe des Raumes oder der Außenfläche an, wo der Sport ausgeübt wird. Ist Platz genug, um 1,5 m zwischen allen Beteiligten auch während des Sporttreibens einzuhalten, kann auch in voller Mannschafts-/Gruppenstärke trainiert werden.
  • Bei gemeinsam genutzten Sportgeräten sind Hygienemaßnahmen einzuhalten.
  • Wird in geschlossenen Räumen trainiert, ist vom Betreiber oder von der Betreiberin oder vom Veranstalter oder von der Veranstalterin ein Hygienekonzept zu erstellen und umzusetzen, das auch die Besonderheiten der jeweiligen Sportart berücksichtigt, um das konkrete Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Es gelten ansonsten die allgemeinen Anforderungen an das Hygienekonzept (siehe § 4 Absatz 1 der Corona-Bekämpfungs-VO). Darüber hinaus sind die Kontaktdaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei jedem Zusammentreffen zu sammeln und jeweils vier Wochen aufzubewahren.
  • Der Zutritt für Zuschauer:innen ist beim Training in Sportanlagen weder drinnen noch draußen gestattet.
  • Die Ausrichtung von Wettkämpfen ist in allen Sportarten unter den genannten Bedingungen möglich. Finden solche Wettkämpfe nicht in geschlossenen Räumen statt, sind auch Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen. Die Höchstanzahl und Anforderungen für den Publikumsbereich richten sich dann nach den allgemein geltenden Anforderungen an die Ausrichtung von Veranstaltungen nach §§ 3 und 5 der Corona-Bekämpfungs-VO.
  • Generell gilt, soweit Sportfachverbände für die jeweils ausgeübte Sportart Empfehlungen herausgegeben haben, sind diese umzusetzen und vor Ort auszuhängen. Hieraus können sich auch weitere Einschränkungen gegenüber den oben beschriebenen Anforderungen ergeben, beispielsweise können hier Zuschauerinnen und Zuschauer auch bei Wettkämpfen unter freiem Himmel ausgeschlossen sein (so genannte "Geisterspiele")

Kontaktsportarten

Für Kontaktsportarten, die mit häufigem Körperkontakt oder Unterschreiten des Mindestabstandes einhergehen wie zum Beispiel Fußball, Handball oder Kampfsport, gelten grundsätzlich die oben genannten Voraussetzungen wie bei Ausübung von kontaktfreiem Sport, aber über die Sonderregelung in § 11 Absatz 5 der Corona-Bekämpfungs-VO muss der Mindestabstand von 1,5 m nicht bei der Sportausübung eingehalten werden im Rahmen von:

  • Wettkämpfen,
  • Sportprüfungen und
  • auf Wettkämpfe oder Sportprüfungen vorbereitenden Trainingsstunden.

Konkret bedeutet dies:

  • dass so viele Sportler:innen miteinander trainieren oder einen Wettkampf / eine Prüfung miteinander bestreiten können, ohne auf den Mindestabstand achten zu müssen, wie für die jeweilige Sportart erforderlich sind. Es gilt keine Höchstgrenze.
  • Damit die Ausnahme vom Abstandsgebot greift, muss stets ein Wettkampf- oder Prüfungsbezug bestehen. Reines Freizeittraining in einer Kontaktsportart, das nicht auf ein Turnier oder Ähnliches vorbereitet, hat entweder in einer festen Gruppengröße von bis zu 10 Personen oder in größeren Gruppen mit nur kontaktfreien Trainingselementen stattzufinden.
  • Selbstverständlich gilt die Ausnahme vom Mindestabstandsgebot auch für kontaktintensivere Trainingselemente von ansonsten kontaktfreien Sportarten wie Leichtathletik. Dient beispielsweise ein Staffeltraining der Vorbereitung auf einen Wettkampf oder einer Sportprüfung, ist die Unterschreitung der 1,5 m während des Trainings, des Wettkampfes oder bei einer Prüfung auch in größeren Gruppen als zehn Personen erlaubt.
  • Für die Einordnung als Wettkampf ist es unerheblich, ob es sich um einen Ligabetrieb oder ein schlichtes Turnier handelt oder ob es sich um örtliche, regionale, nationale oder internationale Begegnungen handelt  
  • Limitierende Faktoren sind natürlich der Umstand, dass vor und nach der Sportausübung stets die allgemeinen Regeln greifen, also auch der Mindestabstand zwischen den einzelnen Sportlerinnen und Sportlern ist in Umkleidekabinen, nach Beendigung des Trainings etc. einzuhalten. Außerdem können auch die jeweils ebenfalls zu beachtenden Empfehlungen der entsprechenden Sportfachverbände noch Einschränkungen vorsehen (beispielsweise Ausschluss von Publikum auch bei Wettkämpfen unter freiem Himmel)
  • Auch für das Training, die Wettkämpfe oder Prüfungen der Kontaktsportarten gelten dieselben Regeln für Zuschauerinnen und Zuschauer wie oben beschrieben, das heißt, Publikum ist nur bei Wettkämpfen außerhalb geschlossener Räume nach den allgemeinen Veranstaltungsregeln möglich.

Können Schwimmbäder genutzt werden?

Können Schwimmbäder genutzt werden?

Ja. Neben öffentlichen Bade- und Schwimmstellen können auch Schwimm- und Freibäder mit einem Hygienekonzept geöffnet werden. Als Sportanlagen gelten für sie auch hier die Vorgaben des Abstandes und Kontaktbeschränkungen. Erleichtert werden die Regeln in Freibädern, da der Sport hier nicht in geschlossenen Räumen ausgeübt wird.

Das bisherige Verbot der Nutzung von Becken in geschlossenen Räumen, die nicht geeignet sind, Sport-, Ausbildungs- und Therapiezwecken zu dienen, ist nun aufgehoben. Ebenso dürfen jetzt auch wieder mehrere Personen, die nicht einem Hausstand angehören, Saunen, Whirlpools und vergleichbare Einrichtungen gemeinsam nutzen. Vergleichbare Einrichtungen sind z.B. Infrarotkabinen. Es gelten die allgemeinen Regelungen, also insbesondere das Abstandsgebot und das Kontaktverbot mit den jeweiligen Ausnahmen.

Lediglich die gleichzeitige Nutzung von Dampfbädern ist nur für die Mitglieder eines gemeinsamen Hausstands zulässig. Eine Einzelnutzung von Dampfbädern ist selbstverständlich auch zulässig.

In den zu erstellenden Hygienekonzepten muss auf die örtlichen Gegebenheiten eingegangen werden:

  • Die Besucherzahlen sind auf Grundlage der räumlichen Kapazitäten zu begrenzen.
  • Die Wahrung des Abstandsgebotes muss sichergestellt werden.
  • Die Besucherströme sind zu regeln.

Insbesondere bei Bädern im Innenbereich sind gesteigerte Anforderungen an das Hygienekonzept und seine Umsetzung notwendig. Der Luftaustausch ist im Gegensatz zu den Bädern im Freien geringer, was die Gefahr einer Aerosolbildung grundsätzlich erhöht. Es besteht dann ein erhöhtes Risiko einer Aerosolbildung, wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Tröpfchenkernen kommt.

Je mehr Gäste ein Bad aufnehmen kann, desto intensiver muss sich eine Betreiberin oder ein Betreiber damit auseinandersetzen, wie er den Gefahren einer Tröpfchenübertragung begegnen will. Das ist in einem Hygienekonzept abzubilden. Sofern das Hygienekonzept die gleichzeitige Anwesenheit von mehr als 250 Gästen vorsieht, ist das Hygienekonzept dem zuständigen Gesundheitsamt vor Betriebsaufnahme anzuzeigen. Das Gesundheitsamt soll stichprobenartig auch vor Ort prüfen, ob und wie die Betreiberin oder der Betreiber das Hygienekonzept einhält, welches zuvor angezeigt wurde.

Gibt es Ausnahmen für Berufssportlerinnen und Berufssportler?

Das Gesundheitsamt kann für die Nutzung von Sportanlagen und Schwimmbädern durch:

  • Berufssportlerinnen und Berufssportler,
  • Kaderathletinnen und Kaderathleten,
  • Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sowie
  • deren Trainerinnen und Trainer und
  • für Prüfungen und Praxisveranstaltungen im Rahmen des Studiums an Hochschulen

Ausnahmen von den oben genannten Vorgaben für die Sportausübung zulassen.

Voraussetzung ist auch hier die Erstellung eines Hygienekonzeptes und der Ausschluss des Zugangs für weitere Personen wie Zuschauerinnen und Zuschauer.

Von solchen Ausnahmegenehmigungen ist das Innenministerium (zugleich Sportministerium) vom Gesundheitsamt zu unterrichten.

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