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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Pflegeeinrichtungen

alle öffnen

Welche Pflegeeinrichtungen sind geöffnet?

Es gibt es keine generelle Schließung von Pflegeeinrichtungen. Tagespflegen können ihren Regelbetrieb unter bestimmten Bedingungen wiederaufnehmen (siehe Punkt "Sind  Tagespflegeeinrichtungen geöffnet?"

Sind Tagespflegeeinrichtungen für Senioren geöffnet? 

In Einrichtungen, in denen Personen mit Pflegebedarf teilstationär untergebracht und verpflegt werden können (Tages- oder Nachtpflege) dürfen entsprechende Leistungen wieder erbringen.

Tagespflegeeinrichtungen haben ein Hygienekonzept zu erstellen und die Kontaktdaten (Erhebungsdatum und -uhrzeit, Vor- und Nachname, Anschrift, sowie, soweit vorhanden, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse) von allen Personen, die das Gelände der Einrichtung betreten, das heißt insbesondere von den Tagespflegegästen und den diese zur Tagespflege bringenden bzw. abholenden Personen zu erheben. Damit soll es erforderlichenfalls den Gesundheitsämtern ermöglicht werden, Infektionswege nachzuvollziehen.

Handreichung für Einrichtungen der Tagespflege (PDF 242KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Gibt es wieder Gruppenangebote zur Betreuung Pflegebedürftiger (insb. Unterstützungsangebote im Alltag)?

Es ist wieder möglich, Gruppenangebote zur Betreuung Pflegebedürftiger, wie insbesondere Betreuungsgruppen und sonstige Gruppenangebote nach der Schleswig-Holsteinischen Landesverordnung zur Anerkennung und Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag (AföVO), anzubieten.

Diese haben ein Hygienekonzept zu erstellen und die Kontaktdaten (Erhebungsdatum und -uhrzeit, Vor- und Nachname, Anschrift, sowie, soweit vorhanden, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse) von allen Personen, die das Gelände des Gruppenangebots betreten, das heißt insbesondere von den an dem Gruppenagebot Teilnehmenden zu erheben. Damit soll es erforderlichenfalls den Gesundheitsämtern ermöglicht werden, Infektionswege nachzuvollziehen.

Muster-Hygienekonzept für Gruppenangebote (PDF 97KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Darf der ambulante Pflegedienst mein Haus betreten?

Der ambulante Pflegedienst darf zu Ihnen ins Haus kommen. Aber auch in der häuslichen Pflege durch Angehörige ist es jetzt wichtig, die Anzahl und die Enge der Kontakte streng zu begrenzen. Auch hier sollten Besuche und nicht zwingend erforderliche Kontakte zum Schutz des erkrankten oder pflegebedürftigen Familienmitgliedes in den nächsten Wochen unterbleiben, und alle Mitglieder des Haushaltes sind aufzufordern, möglichst 1-2 Meter Abstand zur pflegebedürftigen Person zu halten. Die Räume sind regelmäßig gut zu lüften, auf eine sorgfältige Händehygiene und auf die Einhaltung der "Husten und Nies-Etikette" ist zu achten.

Hinweise zur Husten- und Nies-Etikette:

  • Die sogenannte Husten- und Nies-Etikette sollte jederzeit von allen, insbesondere von kranken und krankheitsverdächtigen Personen, praktiziert werden. Sie umfasst das Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens, z.B. mit der Ellenbeuge, einem Einmaltaschentuch oder ggf. mit einer Mund-Nasen-Schutz-Maske, gefolgt von Händewaschen (!).
  • Materialien, die zum Abdecken von Mund oder Nase verwendet wurden, sind nach Gebrauch zu entsorgen oder zu desinfizieren.
  • Handschuhe, Taschentücher, Masken und andere Abfälle, die von kranken Personen oder bei der Pflege und Versorgung von kranken Personen anfallen, sollten vor der Entsorgung mit anderem Hausmüll in einen mit einem Müllbeutel versehenen Behälter im Krankenzimmer geworfen werden. Danach kann dieser Müllbeutel verschlossen in den normalen Müll entsorgt werden (sogenannte Doppelsackmethode).
  • Bei der Benutzung von Mund-Nasen-Schutz-Masken besteht der sinnvollste Schutz, wenn der Infizierte diesen trägt, um zu verhindern, dass Tröpfchen in die Umgebung gestreut werden.

Besuche

Darf ich Verwandte / Bekannte im Pflegeheim besuchen?

Insbesondere bei alten und pflegebedürftigen Menschen wird bei einer Infektion mit dem Corona-Virus von einem größeren Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen ausgegangen. Deshalb ist es besonders wichtig, diese Personengruppe vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Auch wenn allen bewusst ist, wie wichtig Besuche von Angehörigen für ältere Menschen in Einrichtungen sind, müssen erforderliche Maßnahmen ergriffen werden, dass möglichst keine Corona-Viren in die Einrichtungen hineingetragen werden.

Die Pflegeeinrichtung hat daher ein Besuchskonzept zu erstellen.

Das Besuchskonzept muss dabei ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Gesundheitsschutz der Bewohner*innen, des Personals und der Besucher*innen einerseits und dem nachvollziehbaren Wunsch nach zwischenmenschlichem Kontakt vor allem mit Angehörigen und nahestehenden Personen bilden. Erforderlich sind die Dokumentation der Besuche (Erhebungsdatum und -uhrzeit, Vor- und Nachname, Anschrift, sowie, soweit vorhanden, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse), um eine Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung durch Besucher*innen. Das Konzept soll daher insbesondere Regelungen zu folgenden Punkten beinhalten:

  • Zulässige Besucherzahl und zulässiger Besuchszeitraum pro Bewohnerin oder Bewohner und pro Tag und deren Dokumentation,
  • verpflichtende persönliche Schutz- sowie Hygienemaßnahmen für Besucherinnen und Besucher (vor allem Mund-Nasen-Bedeckung, Husten- und Niesetikette),
  • Anforderungen an geeignete gesonderte Besuchsräume sowie an Besuche in Bewohnerzimmern,
  • Betretungsverbot für Besucherinnen und Besucher mit akuten Atemwegserkrankungen,
  • Soweit vorhanden, Möglichkeit der Nutzung eines zum Einrichtungsgelände gehörenden Außengeländes unter Einhaltung der gebotenen Hygienestandards,
  • Regelungen für Ausnahmesituationen, z. B. bei kurzfristigen und längeren Besuchen zur Sterbebegleitung.

Handlungsempfehlungen als Mindestvorgaben für ein Besuchskonzept in Einrichtungen der Pflege (gültig ab 29.06.2020) (PDF 303KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Welche weiteren Personen dürfen Pflegeeinrichtungen betreten?

Ein Betretungsverbot von Pflegeeinrichtungen gibt es nur noch für Personen mit akuten Atemwegserkrankungen. Alle anderen Personen dürfen Pflegeeinrichtungen unter Einhaltung der in der Corona-Bekämpfungsverordnung geregelten Anforderungen (z.B. Hygiene- und Verhaltensregeln, Abstandsgebot) wieder betreten.

Ein/e Angehörige/r lebt in einer Pflegeeinrichtung, diese will trotz der neuen Besuchsregelungen keinen Besuch zulassen, ist das zulässig?

Nein, die Einrichtung muss den Besuch unter Beachtung des Besuchskonzeptes zulassen. Liegt ein Besuchskonzept nicht vor, können Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Falls Sie das Besuchskonzept für nicht ausreichend halten, suchen Sie bitte in erster Linie das Gespräch mit der Einrichtungsleitung, um sich die Gründe darlegen zu lassen. Sie können darauf hinweisen, dass Ihr/e Angehörige/r ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe hat. Das beinhaltet auch die Ermöglichung des Kontakts zu Familie und engen Bezugspersonen.

Ein Angehöriger liegt im Sterben, ich möchte ihn noch mal sehen, geht das?

Sprechen Sie das direkt mit der Einrichtung ab. Die Handlungsempfehlungen für Mindestvorgaben bei Besuchskonzepten sehen Ausnahmen von den strengen Anforderungen des Besuchskonzeptes u.a. bei der Sterbebegleitung vor. Hier sind z.B. Ausnahmen bei der Dauer oder der Häufigkeit von Besuchen möglich.     

Welche Quarantäne-Regelungen gelten in Pflegeeinrichtungen?

Mein/e Angehörige/r lebt in einer Pflegeeinrichtung und muss medizinisch behandelt werden, muss sie/er danach in Quarantäne?

Bei der Rückkehr Ihrer/Ihres Angehörigen nach einem auswärtigen Aufenthalt, z.B. nach einer medizinischen Behandlung, muss er/sie grundsätzlich nicht in Quarantäne. Zeigt Ihr/e Angehörige/r allerdings bei der Rückkehr von einem auswärtigen Aufenthalt akute respiratorische Symptome, d.h. Symptome einer Erkrankung, welche die Lungenfunktion und damit die Atmung beeinträchtigt, oder eine Störung des Geruchs- oder Geschmacksinns aufweist (Verdachtsfall), ist durch ärztliche Diagnostik abzuklären, dass keine akute Infektion mit dem Corona-Virus vorliegt.  

Das heißt, solange nicht geklärt ist, ob Ihr/e Angehörige/r an COVID-19 erkrankt ist, muss er/sie zunächst weiterhin im entlassenden Krankenhaus o.ä. weiterversorgt werden. Stellt sich heraus, dass kein COVID-Fall vorliegt, kann Ihr/e Angehörige/r in die Einrichtung zurückkehren.

Vor der erstmaligen oder erneuten Aufnahme von Bewohner*innen in die Einrichtung hat diese außerdem zu klären, wo sich die betreffende Person vor der Aufnahme aufgehalten hat und ob die betreffende Region zu einem Risikogebiet (mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) zählt. Sollte sich (neue) Bewohner*innen länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen diese nach der Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende vor Aufnahme in die Einrichtung einen negativen Coronatest vorweisen können, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise ausgestellt wurde, oder 14 Tage in Quarantäne gehen sowie sich beim Gesundheitsamt melden.

Landesverordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus des Landes Schleswig-Holstein

Was geschieht, wenn mein/e Angehörige/r, die/der in einer Pflegeeinrichtung lebt, in der Einrichtung Krankheitssymptome aufweist?

Erkrankt eine Bewohnerin oder ein Bewohner innerhalb der Einrichtung und ist ein Verdachtsfall (siehe FAQ "Mein/e Angehörige/r lebt in einer Pflegeeinrichtung und muss medizinisch behandelt werden, muss sie/er danach in Quarantäne"), muss sie oder er in der Einrichtung in einem Einzelzimmer untergebracht werden, bis durch ärztliche Diagnostik abgeklärt ist, dass keine akute Infektion mit dem Corona-Virus vorliegt. Liegt eine entsprechende Infektion vor, trifft das örtlich zuständige Gesundheitsamt die notwendigen Maßnahmen.

Dürfen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen die Einrichtung verlassen? Muss bei Rückkehr eine Quarantäne eingehalten werden?

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen die Einrichtung verlassen. Eine Quarantäne muss nach Rückkehr grundsätzlich nicht eingehalten werden.

Bereits seit dem 15. Juni 2020 gelten insoweit dieselben allgemeinen Regelungen der Corona-Bekämpfungsverordnung und des Infektionsschutzgesetzes, wie für alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch. Insbesondere kann das Gesundheitsamt im Einzelfall die notwendigen Maßnahmen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes ergreifen und bspw. danach weiterhin Quarantäne anordnen. Sollten sich Bewohner*innen länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen diese nach der Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende allerdings einen negativen Coronatest vorweisen können, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise ausgestellt wurde, oder 14 Tage in Quarantäne gehen sowie sich beim Gesundheitsamt melden.

Sollte bei Ihrer/Ihrem Angehörigen nach Rückkehr ein Verdacht bestehen, dass er/sie an COVID-19 erkrankt ist, siehe FAQ „Mein/e Angehörige/r lebt in einer Pflegeeinrichtung und muss medizinisch behandelt werden, muss er/sie danach in Quarantäne?"

Landesverordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus des Landes Schleswig-Holstein

Wo finde ich Hinweise für Angehörige von Demenz-Erkrankten im Blick auf die Corona-Situation?

In dieser Corona-Krise ist die Situation für Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, und für deren Angehörige besonders herausfordernd, da die Einsichtsfähigkeit doch stark eingeschränkt ist. Das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein bietet hierfür hilfreiche Informationen an unter https://www.demenz-sh.de

Unterstützung für Einrichtungsleitungen und Pflegekräfte

Rat für die tägliche Betreuung von Menschen mit Pflegebedarf sowie Hilfe bei der Umsetzung der aktuellen Regelungen aus dem Erlass hinsichtlich des Betretens von stationären Einrichtungen erhalten Einrichtungsleitungen und Pflegekräfte bei der Beratungsstelle für Pflegeinrichtungen.

Mehr Informationen und Kontaktdaten

Bei Fragen rund um das Thema Coronavirus

Wir erhalten zurzeit viele Anfragen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Frage etwas länger dauert. Auch die Telefonleitungen sind derzeit voll ausgelastet, deshalb kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Tel Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein: 0431 / 797 000 01
(werktags von 8-20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8-16.30 Uhr)

Mail E-Mail-Postfach: corona@lr.landsh.de

Tel Ärztlicher Bereitschaftsdienst Nur medizinische Anfragen! 116 117

Tel Videotelefon in Gebärdensprache: Zur Videotelefonie