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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Landwirtschaft

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Landwirtschaft

Welche Auswirkungen gibt es auf Landwirtschaft, Gartenbau und Fischerei?

Die Auswirkungen auf die hiesige Land- und Ernährungswirtschaft sind insgesamt noch nicht abzuschätzen. Aktuell sind keine Versorgungsengpässe
zu erkennen. Ziel ist es, Einschränkungen bei der Erzeugung und Ablieferung von Lebensmitteln zu vermeiden, um weiterhin die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten. In diesem Sinne ist die Land- und Ernährungswirtschaft als systemkritischer bzw. infrastruktursensibler Sektor einzustufen.

Grundvoraussetzung ist es, auch auf den Betrieben die empfohlenen Hygienemaßnahmen einzuhalten: 

Bundesgesundheitsministerium: Coronavirus

Es wird empfohlen, die Personal- und Schichtplanung so anzupassen, dass Übertragungen möglicher Infektionen vermieden werden. Der Zugang externer Personen zu landwirtschaftlichen Betrieben sollte so weit wie möglich eingeschränkt werden. Vorsorglich sollten die Betriebe Notfallpläne für den Betriebsablauf vorbereiten, z.B. für krankheitsbedingte Ausfälle von Arbeitskräften.

Was bedeutet die Corona-Pandemie für die beginnende Ernte in Schleswig-Holstein?

Bundesweit helfen jedes Jahr rund 280.000 Saisonarbeitskräfte im Agrarbereich aus. Viele von ihnen reisen für die Erntezeit aus dem Ausland nach Deutschland und Schleswig-Holstein – meist aus EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Polen. In diesem Jahr werden wegen der stark eingeschränkten Reisebestimmungen, die eine Folge der Corona-Pandemie sind, im April und Mai nur jeweils 40.000 Saisonarbeitskräfte einreisen dürfen. Die Folge: In Schleswig-Holstein fehlen in den kommenden Wochen sehr viele Erntehelfer.

Um all die Anbauflächen für Spargel, Erdbeeren, Möhren, Kohl oder Kartoffeln bewirtschaften sowie Obst und Gemüse ernten zu können, hat die Landesregierung gemeinsam mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit unter dem Motto "Erntehilfe SH" dazu aufgerufen, Landwirtinnen und Landwirte bei der Erntearbeit zu unterstützen. Dieser Appell richtet sich vor allem an Fachkräfte aus dem Einzelhandel und der Gastronomie, die derzeit nicht arbeiten können, an Beschäftigte in vorübergehender Kurzarbeit sowie an Studierende. Wer die Landwirtschaft als Erntehelfer und Erntehelferin unterstützen möchte, kann sich an die zuständige Arbeitsagentur wenden. Schon jetzt ist die Resonanz positiv. Hier finden Sie weitere Informationen über Portale, die Helferinnen und Helfer suchen und vermitteln

Weitere Informationen über "Erntehilfe SH"

Ist bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten, bei denen ein empfohlener Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, wie auf Pflanz- oder Erntemaschinen, Schutzausrüstung (Mund-Nasenschutz, Schutzkleidung) zu tragen?

Dies ist grundsätzlich nicht erforderlich, es sind die allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln und –empfehlungen, wie von der Bundeszentrale für gesundheitlich Aufklärung  veröffentlicht, anzuwenden (www.infektionsschutz.de). Die besonderen Anforderungen hinsichtlich einer Schutzausrüstung gelten vor allem im Bereich der medizinischen und pflegerischen Berufe.

Wenn Landwirte bzw. Betriebsleiter eine Quarantäneverfügung vom Gesundheitsamt erhalten, wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt werden die genauen Modalitäten für bspw. die Versorgung der Tiere, Umgang mit Mitarbeitern, Umgang mit Tätigkeiten Dritter auf dem Betrieb (Meierei, Viehhandel, Genossenschaft, usw.) besprochen
  • Information von Personen/Unternehmen, die den Betrieb regelmäßig aufsuchen (Meierei, Viehhandel, Genossenschaft, usw.) in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt
  • Für evtl. erforderliche Betriebsbesuche: Persönlichen Kontakt meiden, Einwegkleidung, Waschgelegenheit, Desinfektionsmittel etc. bereithalten bzw. bereitstellen, Kommunikation ggf. über Handy etc., Kontaktdaten der Besucher erfassen und für das Gesundheitsamt bereithalten
  • Direktvermarkter sollten ggf. besondere Maßnahmen in Absprache mit dem Gesundheitsamt treffen

Sollte der Betriebsleiter unter Quarantäne stehen, ist die Milchabholung grundsätzlich gewährleistet. Betroffene Milcherzeuger sollten in Absprache mit dem Gesundheitsamt aber unter anderem folgende Regeln beachten:

  • Kontaktsperre zum Fahrer des Milchsammelwagens
  • Vor der Milchabholung Desinfektion der Kontaktstellen in der Milchkammer, insbesondere Türklinken, Griffe usw.
  • In jedem Fall sollte der Landwirt Kontakt zur Meierei aufnehmen.

Dürfen innerhalb von Deutschland oder im Ausland Tiertransporte stattfinden?

Es spricht derzeit nichts gegen einen Transport von Tieren innerhalb von Deutschland oder dem Ausland.

Sollen derzeit lange Tiertransporte durchgeführt werden?

Es wird derzeit geraten, Tiertransporte auf ein Mindestmaß zu beschränken, da durch vermehrte Kontrollen an den Grenzen kurzfristig weitere Staus nicht auszuschließen sind.

Ist der Betrieb des Landeslabors Schleswig-Holstein gewährleistet?

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen landesweiten Vorgaben zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung hat das Landeslabor Schleswig-Holstein Maßnahmen ergriffen, die zu Einschränkungen im Betrieb führen.

Ziel ist es, die Veterinärdiagnostik so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Um dies sicherstellen zu können, wird sich das Landeslabor auf die unabweisbaren Aufgaben konzentrieren. Einschränkungen ergeben sich vor allem in der Pathologie und in der Mikrobiologie. Um die Untersuchung von anzeige- oder meldepflichtigen Erkrankungen sowie anderen unabweisbaren Fällen gewährleisten zu können, wird darum gebeten, Sektionsproben nur nach telefonischer Anmeldung und nur in zwingenden Fällen einzusenden.

Es ist zu prüfen, ob das wesentliche Untersuchungsziel auch z.B. durch Abstriche erreicht werden kann, bzw. ob für mikrobiologische Untersuchungen andere Einrichtungen in Frage kommen. Es ist mit verlängerten Bearbeitungszeit zu rechnen. Das Landeslabor behält sich vor, Sektionsaufträge abzulehnen. Proben zur Faulbrut der Bienen werden prinzipiell bearbeitet. Auch hier ist allerdings mit verlängerten Bearbeitungszeiten zu rechnen.

Ist die Jagdausübung erlaubt?

Die Jagdausübung in Schleswig-Holstein ist trotz Corona-Pandemie grundsätzlich weiterhin möglich und vorgesehen. Erlaubt sind sämtliche Formen der Einzeljagd, die Jagdhundeausbildung und notwendige Revierarbeiten.

Gesellschaftsjagden (mehr als vier Jäger im räumlichen und zeitlichen Zusammenhang) sowie sonstige Zusammenkünfte von Jägern sind untersagt.

 Für die genannten Tätigkeiten haben Revierinhaber folgendes zu beachten:

  • Bei allen Handlungen ist der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Ausgenommen sind Angehörige des eigenen Hausstands oder eine weitere Begleitperson. Die Einhaltung der behördlich bestätigten Abschusspläne ist zu gewährleisten.
  • Die Prophylaxe zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist weiterhin notwendig, weshalb das Schwarzwild weiter intensiv bejagt werden muss.
  • Im Falle von Wildunfällen im Straßenverkehr ist der Einsatz des Jagdausübungsberechtigten unverzichtbar und nicht zuletzt aus Gründen des Tierschutzes gefordert.
  • Die rechtlich verankerte Pflicht zur Vermeidung von Wildschaden ist zu beachten.

Die Fahrt ins Revier als Pächter, Eigenjagdbesitzer oder Jagderlaubnisscheininhaber ist keine Reise aus touristischem Anlass. Die Jagdausübung ist eine notwendige Tätigkeit, deshalb ist die damit verbundene Anreise ins Revier nach Schleswig-Holstein zulässig. Alle weiteren Regelungen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus sind bei der Jagdausübung uneingeschränkt zu beachten.

Weitere Informationen: Jagd in der Corona-Krise

Welche Soforthilfe gibt es für Landwirte?

Die Bundesregierung hat Milliarden-Hilfspakte beschlossen, die kurzfristige finanzielle Engpässe auffangen sollen. Es richtet sich an Kleinstunternehmen, Solo-Selbständige, Freiberufler, Mittelständler, Beschäftigte oder große Betriebe. 50 Milliarden Euro Soforthilfen als Zuschüsse für kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler sowie einen Schutzfonds für größere Unternehmen und Liquiditätshilfen sollen Arbeitsplätze und die Wirtschaft stützen sowie die Realwirtschaft in der Corona-Pandemie stabilisieren.

Weitere Informationen über diese Soforthilfe, Grundsicherung und Kredite beim Bundesfinanzministerium

Fragen und Antworten zum Milliarden-Schutzschild der Bundesregierung (Bundesfinanzministerium)

Wer kann das Hilfsprogramm in Anspruch nehmen?

Förderberechtigt sind Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten sowie Solo-Selbständige. Um die Soforthilfen beziehen zu können, müssen Antragsteller wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) infolge der Corona-Pandemie nachweisen. Das jeweilige Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Die Förderung beträgt maximal:

  • bis 9.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
  • bis 15.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten 

Wo finde ich die Förderanträge

Das Land Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein für eine schnelle Umsetzung des Bundeshilfsprogramms gesorgt. Unternehmen können die entsprechenden Formulare hier elektronisch abrufen, sich beraten lassen und Hilfe jetzt zeitnah in Anspruch nehmen.

Zur Seite der IB.SH

Informationen der Investitionsbank Schleswig-Holstein zur Unterstützung für Unternehmen

Informationen der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein zur Coronavirus-Epidemie

Bei Fragen rund um das Thema Coronavirus

Wir erhalten zurzeit viele Anfragen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Frage etwas länger dauert. Auch die Telefonleitungen sind derzeit voll ausgelastet, deshalb kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Tel Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein: 0431 / 797 000 01

Mail E-Mail-Postfach: corona@lr.landsh.de

Tel Ärztlicher Bereitschaftsdienst Nur medizinische Anfragen! 116 117

Tel Videotelefon in Gebärdensprache: Zur Videotelefonie