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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Hilfen für Unternehmen, Vereine und Kultureinrichtungen

Gemeinsam mit dem Bund will das Land Unternehmen und Selbstständige in der Coronakrise unterstützen und hat dafür verschiedene Hilfsprogramme aufgelegt.

Hilfen für Unternehmen und Selbstständige

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Überbrückungshilfe des Bundes

Bis Ende Mai konnten Solo-Selbständige und Unternehmen in Schleswig-Holstein Soforthilfen des Bundes und des Landes beantragen. Insgesamt wurden über 450 Millionen Euro ausgezahlt.
Mit dem neuen Konjunkturpaket des Bundes trat ab 10. Juli 2020 eine Folgeregelung in Kraft, die sogenannte Überbrückungshilfe.

Mehr Informationen zur Überbrückungshilfe

Steuerliche Entlastungen

Aufgrund der durch das Corona-Virus verursachten schwierigen wirtschaftlichen Situation entlastet die Landesregierung betroffene Unternehmen, um deren Liquiditätslage zu verbessern. Zu den beschlossenen Vorhaben zählen

– Steuerstundungen
– Senkung von Vorauszahlungen
– Aussetzung von Vollstreckungen

Informationen des Finanzministeriums zu steuerlichen Hilfen für Unternehmen

Darlehensprogramme Mittelstandssicherungsfonds

Seit dem 1. April können Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe Darlehen aus dem Mittelstandssicherungsfonds beantragen.

Das Land stellt 220 Millionen Euro für den Mittelstandssicherungsfonds bereit. Davon sind 25 Millionen Euro für kleinere Darlehen ab 15.000 bis 50.000 Euro vorgesehen, noch einmal 195 Millionen Euro für große Darlehen über 50.000 bis 750.000 Euro. Darlehene aus dem Fonds werden nur dann gewährt, wenn sich die Hausbank mit einem separaten Darlehen in Höhe von zehn Prozent an der Finanzierung beteiligt. Die über die IB.SH zu beantragenden Darlehen haben folgende Konditionen:

  • die Laufzeit beträgt 12 Jahre,
  • das Darlehen ist in den ersten fünf Jahren zinslos,
  • die Tilgung beginnt erst nach zwei Jahren.

Weitere Informationen und Antragsformular auf der Seite der IB.SH

IB.SH Härtefallfonds Mittelstand (Darlehen)

Für den IB.SH Härtefallfonds Mittelstand stellt das Land 65 Mio. Euro zur Verfügung. Damit können Darlehen ab 100.000 Euro bis 750.000 Euro beantragt werden, maximal jedoch 25% des Jahresumsatzes des Antragstellers von 2019.

Die Antragstellung ist ab sofort für schleswig-holsteinische Unternehmen möglich, die einen zu erwartenden Umsatzausfall in den Monaten Juli bis Dezember 2020 von größer/gleich 50% im Vergleich zu den Monaten Juli bis Dezember 2019 aufweisen.

Der zu erwartende Umsatzausfall muss im Rahmen der Antragstellung durch die Hausbank als plausibel eingeschätzt werden (Hausbankbestätigung); ggf. bindet sie zu diesem Zwecke Steuerberater/Wirtschaftsprüfer ein. Es gelten die gleichen Konditionen wie beim Mittelstandssicherungsfonds.

Weitere Informationen und Antragsformular: IB.SH Härtefallfonds Mittelstand

MBG Härtefallfonds Mittelstand (Beteiligungskapital)

Analog zum IB.SH Härtefallfonds Mittelstand ist die Antragstellung ab sofort für schleswig-holsteinische Unternehmen möglich, die einen Umsatzausfall in den Monaten Juli bis Dezember 2020 von größer/gleich 50% im Vergleich zu den Monaten Juli bis Dezember 2019 erwarten. Damit werden alle bilanzstärkenden Maßnahmen vor allem zur Stärkung der wirtschaftlichen Eigenkapital-Ausstattung und zur Liquiditätssicherung durch die Bereitstellung von Beteiligungskapital gefördert.

Das Land stellt für diesen Härtefallfonds 15 Mio. Euro für stille Beteiligungen ab 100.000 Euro bis 750.000 Euro bereit. Das Beteiligungsentgelt beläuft sich auf 3% p.a. zuzüglich einer gewinnabhängigen Vergütung in Höhe von 1% p.a.

Mehr Informationen: Webseite der MBG-SH - Härtefallfonds Mittelstand

Sonder-Beteiligungsprogramm Schleswig-Holstein (Beteiligungskapital)

Zur Überwindung der Corona-Krise können Start-ups und kleine Mittelständler aus Schleswig-Holstein mit einem Gruppenumsatz bis 75 Mio. Euro seit dem 16. Juni 2020 aus dem Sonder-Beteiligungsprogramm Schleswig-Holstein bis zu 800.000 Euro Eigenkapital in Form von stillen und offenen Beteiligungen beantragen. Gefördert werden alle bilanzstärkenden Maßnahmen insbesondere zur Stärkung der Eigenkapital-Ausstattung und zur Liquiditätssicherung.

Für das Sonder-Beteiligungsprogramm Schleswig-Holstein steht ein Volumen von insgesamt 15 Mio. Euro bereit. Es wird zu 70% vom Bund/KfW und zu 30% von der MBG finanziert. Dabei übernimmt das Land eine Garantie von 20%.

Mehr Informationen auf der Webseite der MBG

Bürgschaften

Im Zuge der Corona-Krise hat die Bürgschaftsbank etliche Verbesserungen bei der Bürgschaftsvergabe umgesetzt, um Unternehmen den Zugang zu Krediten zu erleichtern. So wurde der maximale Bürgschaftsbetrag je Unternehmen von 1,25 Mio. auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt. Die maximale Verbürgungsquote wurde für Kredite bis zu 500 TEUR von 80 auf 90 Prozent angehoben. Außerdem wurde das bisherige Programm "KMU Sofort" zu "BB Express" ausgebaut und die Bewilligungsverfahren weiter beschleunigt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bürgschaftsbank.

Sonder-Darlehensprogramm gemeinnützige Organisationen SH

Mit diesem Sonder-Darlehensprogramm unterstützen die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH (BB-SH), die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und das Land Schleswig-Holstein gemeinnützige Organisationen, die coronabedingt in finanzielle Notlage geraten sind.

Das Programm ermöglicht Darlehen, deren Risiko zu 80 Prozent von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und zu 20 Prozent vom Land übernommen werden. Jede Einrichtung kann bis zu 800.000 Euro beantragen, sofern dies einem Anteil von 25 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Die Darlehen werden unbesichert vergeben und haben eine Laufzeit von zehn Jahren, davon sind zwei Jahre tilgungsfrei. Der Zinssatz beträgt 0,85 Prozent pro Jahr zuzüglich einer Bürgschaftsprovision von 0,4 Prozent.

Alle Details zum Programm und zur Antragstellung: Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein

Förderung der dualen Ausbildung (zur Bewältigung von Auswirkungen der Corona-Pandemie)

Ab sofort können Unternehmen eine einmalige Förderung in Höhe von 2.000,- € erhalten, wenn sie zusätzlich junge Menschen aufnehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie ihren Ausbildungsplatz verloren haben. Damit kann das Land Schleswig-Holstein Firmen unterstützen, die nicht von den Ausbildungsprämien des Bundes profitieren können. Gleichzeitig wird ein Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses geleistet.

Mehr Informationen

Förderung einzelbetrieblicher Investitionen: Auf- und Ausbau der Produktion von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)

Um eine ausreichende Verfügbarkeit von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sicherzustellen, will das Land heimische Produktionskapazitäten stärken. Gefördert werden einzelbetriebliche Investitionen von Unternehmen (KMU, Großunternehmen) zum Auf- und Ausbau von PSA-Produktionslinien in Schleswig-Holstein. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft (LPW) aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Die Förderquote beträgt 50 Prozent, wobei die Investitionszuschusshöhe auf 1 Mio. begrenzt ist.

Förderanträge können ab sofort bei der IB.SH gestellt werden. Die Antragsfrist endet am 30. Oktober 2020.

Weitere Informationen und Antragsformular: Seite der IB.SH

Corona-Billigkeitsleistungen ÖPNV

Zur finanziellen Unterstützung von Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einschließlich des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) hat das Land eine Richtlinie erlassen. Im Rahmen dieser Richtlinie werden Billigkeitsleistungen zum Ausgleich von Schäden im Zusammenhang mit dem Ausbruch von COVID-19 gewährt.

Corona-Billigkeitsleistungen ÖPNV – Richtlinien

Hilfen für Kultureinrichtungen

Museum der Westküste, Alkersum Museum der Westküste Alkersum (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Auch Kultureinrichtungen wie Museen oder Galerien erhalten Unterstützung vom Land. © M. Staudt / grafikfoto.de

Auch Kulturschaffende sowie Einrichtungen der Kultur, Weiterbildung und der Minderheiten bekommen Unterstützung: Ihnen stellt das Land insgesamt 33 Millionen Euro zur Verfügung, um finanzielle Einbußen abzumildern. Das Unterstützungspaket ergänzt die bisherigen Corona-Soforthilfen von Bund und Land und richtet sich auch an rein ehrenamtlich getragene Einrichtungen, die bisher nicht antragsberechtigt waren. Kultur- und Bildungsinstitutionen mit bis zu 50 Beschäftigten können Anträge für das erweiterte Landessoforthilfeprogramm für Unternehmen stellen. Damit können nachgewiesene Einnahmeeinbußen bis zu insgesamt 30.000 Euro für drei Monate ausgeglichen werden.

Weitere Informationen zur Förderung für Kultureinrichtungen

Zusätzlich können Künstler:innen aus dem im März ins Leben gerufenen "Kulturhilfefonds SH" projektbezogene Soforthilfen in Höhe von bis zu 2.500 Euro beantragen. Dieses Geld steht den Kulturschaffenden zusätzlich zu den Soforthilfen des Bundes für Solo-Selbstständige und den Mitteln aus der erweiterten Grundsicherung zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Betroffene beim Landeskulturverband Schleswig-Holstein.

Der Landeskulturverband führt außerdem eine Liste mit weiteren Unterstützungsmöglichkeiten für Künstler und freie Kulturschaffende in Zeiten von Corona.

Hilfen für Einrichtungen des Natur- und Umweltschutzes

Für Tierparks, Natur- und Umweltschutzverbände sowie Bildungseinrichtungen für Nachhaltigkeit stehen weitere fünf Millionen Euro aus dem Corona-Schutzschirm des Landes zur Verfügung. Das Soforthilfeprogramm greift in den Fällen, in denen die Einrichtungen keinen Anspruch auf Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes haben. Die Soforthilfe kann ab sofort bis zum 31. Mai schriftlich beim Umweltministerium beantragt werden und muss nicht zurückgezahlt werden.

Weitere Informationen sowie Förderrichtlinien und Antragsformulare

Darüber hinaus erweitert das Land die Förderung für Tierheime: Ab dem 6. Mai können diese auch Unterstützung für Futtermittel, Streu und zwingend erforderliche Tierarztkosten erhalten. Bisher war die Tierheimförderung für Umbauten und einmalige Ausgaben vorgesehen. Durch die Änderung können Tierheime einen einmaligen Zuschuss beantragen, um eine existenzbedrohende Wirtschaftslage durch Einnahmeausfälle und sonstige finanzielle Einbußen zu überwinden. Bereits jetzt ist eine Antragstellung möglich. 

Weitere Informationen zur Tierheimförderung

Hilfen für soziale Projekte und Tafeln

Die Landesregierung hat einen Fonds zur Abdeckung sozialer Härten mit einem Volumen von bis zu drei Millionen Euro aufgelegt. Der Fonds richtet sich zum Beispiel Tafeln oder Organisationen, die Lebensmittel an obdachlose Menschen ausgeben. Daneben soll durch diese Mittel Angebote aufrecht erhalten, die Menschen bei vielfältigen sozialen Härtefällen unterstützen – etwa durch medizinische Versorgung von Personen ohne Krankenversicherung.

Zur Förderrichtlinie und den Antragsdokumenten

Soforthilfe für Jugend und Familienbildung

Die Landesregierung hat eine "Soforthilfe Jugend und Familienbildung" beschlossen, um Jugendbildungsangebote langfristig zu sichern. Anerkannte Jugendhilfeträger können Mittel zur Erstattung von Einnahmeausfällen und Mehraufwendungen (Ausfall- und Stornogebühren), die ihnen aufgrund der Corona-Pandemie seit dem 16. März entstanden sind, beantragen. Mit der Soforthilfe von höchstens 15.000 Euro sollen existenzbedrohende Wirtschaftslagen abgewendet werden. Auch Anschaffungskosten für die Ausstattung digitaler Jugendbildungsangebote bis höchstens 8.000 können erstattet werden.

Außerdem stehen die Mittel ergänzend zu den Soforthilfen des Bundes den vom Land geförderten Familienbildungsstätten zur Verfügung, wenn sie durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Einrichtungen können bis zu 30.000 Euro Soforthilfen erhalten, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Auch gemeinnützige Träger der vom Land geförderten Angebote zur sexualpädagogischen Bildung und Beratung können Soforthilfe beantragen.

Anträge auf die nicht-rückzahlbaren Zuschüsse können bis zum 30. Juni per Mail gestellt werden.

Zur Richtlinie und den Anträgen