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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Hilfen für Unternehmen, Vereine und Kultureinrichtungen

Gemeinsam mit dem Bund will das Land Unternehmen und Selbstständige in der Coronakrise unterstützen und hat dafür verschiedene Hilfsprogramme aufgelegt.

Soforthilfen des Bundes

Die Bundesregierung unterstützt kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten sowie Solo-Selbstständige mit Soforthilfen in Höhe von bis zu 15.000 Euro für drei Monate. Die Länder bearbeiten die Anträge und zahlen die bewilligten Hilfen aus. In Schleswig-Holstein wird die Investitionsbank Schleswig-Holstein das Programm abwickeln. Die Anträge sind online auf den Seiten der Investitionsbank verfügbar.

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Soforthilfen des Landes

Vom Hilfsprogramm des Bundes ausgeschlossen sind Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten. Mit einem eigenen Zuschussprogramm über 150 Millionen Euro schließt die Landesregierung diese Förderlücke für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten. Von der Coronakrise betroffene Betriebe können Fördergelder von bis zu 30.000 Euro beantragen. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) bearbeitet die Anträge und zahlt die bewilligten Hilfen aus. Alle Informationen und Anträge sind auf den Seiten der Investitionsbank verfügbar:

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Steuerliche Entlastungen

Straßenschild mit der Aufschrift "Finanzamt" Straßenschild Finanzamt (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Auch die Finanzämter entlasten die Unternehmen im Land. © Thorben Wengert / pixelio.de

Das Land unterstützt die Unternehmen darüber hinaus durch steuerliche Erleichterungen. So können auf Antrag Steuern gestundet werden, ohne dass dafür Stundungszinsen anfallen. Darüber hinaus können Vorauszahlungen herabgesenkt werden. Gleichzeitig verzichten die Finanzämter auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge.

Informationen des Finanzministeriums zu steuerlichen Hilfen für Unternehmen

Liquiditätshilfen in Form von Krediten

Der Bund hat die Bedingungen für die KfW-Programme aktuell deutlich verbessert. So übernimmt er bei Darlehen bis zu drei Millionen Euro 90 Prozent des Risikos – bisher lag dieser Wert nur bei 50 Prozent. Die Risikoprüfung übernimmt die jeweilige Hausbank, um eine schnelle Kreditauszahlung zu ermöglichen.

Am 1. April ist der IB.SH-Mittelstandssicherungsfonds zur Unterstützung von Unternehmen des Hotel-, Beherbergungs- und Gaststättengewerbes an den Start gegangen. Das Land stellt dafür 300 Millionen Euro bereit. 150 Millionen Euro sind für kleinere Darlehen zwischen 15.000 und 50.000 Euro vorgesehen, noch einmal 150 Millionen Euro für große Darlehen zwischen 50.000 und 750.000 Euro. Die Darlehen sind zwei Jahre tilgungsfrei und in den ersten fünf Jahren zinslos.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular stehen auf der Seite der IB.SH

Unterstützung für Sportvereine

Bis zu 12,5 Millionen Euro stellt die Landesregierung für gemeinnützige Sportvereine und -verbände bereit, denen etwa Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren weggebrochen sind. Sportvereine konnten eine Einmalzahlung in Höhe von 15 Euro pro Mitglied beantragen, sofern sie im Landessportverband (LSV) organisiert sind. Sportverbände im LSV erhalten ebenfalls eine Einmalzahlung abhängig von der Mitgliederzahl – bis zu 25.000 Euro sind möglich. Überregional bedeutsame Sportschulen erhalten einmalig eine Zahlung in Höhe von jeweils bis zu 150.000 Euro, um ihre Betriebskosten für drei Monate zu decken.

Die Anträge mussten beim Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein bis zum 31. Mai 2020 per E-mail oder postalisch eingereicht werden.

zur Richtlinie

Hilfen für Kultureinrichtungen

Museum der Westküste, Alkersum Museum der Westküste Alkersum (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Auch Kultureinrichtungen wie Museen oder Galerien erhalten Unterstützung vom Land. © M. Staudt / grafikfoto.de

Auch Kulturschaffende sowie Einrichtungen der Kultur, Weiterbildung und der Minderheiten bekommen Unterstützung: Ihnen stellt das Land insgesamt 33 Millionen Euro zur Verfügung, um finanzielle Einbußen abzumildern. Das Unterstützungspaket ergänzt die bisherigen Corona-Soforthilfen von Bund und Land und richtet sich auch an rein ehrenamtlich getragene Einrichtungen, die bisher nicht antragsberechtigt waren. Kultur- und Bildungsinstitutionen mit bis zu 50 Beschäftigten können Anträge für das erweiterte Landessoforthilfeprogramm für Unternehmen stellen. Damit können nachgewiesene Einnahmeeinbußen bis zu insgesamt 30.000 Euro für drei Monate ausgeglichen werden.

Weitere Informationen zur Förderung für Kultureinrichtungen

Zusätzlich können Künstler aus dem im März ins Leben gerufenen "Kulturhilfefonds SH" Soforthilfen in Höhe von 500 Euro beantragen. Dieses Geld steht den Kulturschaffenden zusätzlich zu den Soforthilfen des Bundes für Solo-Selbstständige und den Mitteln aus der erweiterten Grundsicherung zur Verfügung. Ab dem 1. Mai besteht die Möglichkeit einer zweiten Projektförderung über weitere 500 Euro je Antrag. Weitere Informationen erhalten Betroffene beim Landeskulturverband Schleswig-Holstein.

Der Landeskulturverband führt außerdem eine Liste mit weiteren Unterstützungsmöglichkeiten für Künstler und freie Kulturschaffende in Zeiten von Corona.

Hilfen für Einrichtungen des Natur- und Umweltschutzes

Für Tierparks, Natur- und Umweltschutzverbände sowie Bildungseinrichtungen für Nachhaltigkeit stehen weitere fünf Millionen Euro aus dem Corona-Schutzschirm des Landes zur Verfügung. Das Soforthilfeprogramm greift in den Fällen, in denen die Einrichtungen keinen Anspruch auf Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes haben. Die Soforthilfe kann ab sofort bis zum 31. Mai schriftlich beim Umweltministerium beantragt werden und muss nicht zurückgezahlt werden.

Weitere Informationen sowie Förderrichtlinien und Antragsformulare

Darüber hinaus erweitert das Land die Förderung für Tierheime: Ab dem 6. Mai können diese auch Unterstützung für Futtermittel, Streu und zwingend erforderliche Tierarztkosten erhalten. Bisher war die Tierheimförderung für Umbauten und einmalige Ausgaben vorgesehen. Durch die Änderung können Tierheime einen einmaligen Zuschuss beantragen, um eine existenzbedrohende Wirtschaftslage durch Einnahmeausfälle und sonstige finanzielle Einbußen zu überwinden. Bereits jetzt ist eine Antragstellung möglich. 

Weitere Informationen zur Tierheimförderung

Hilfen für soziale Projekte und Tafeln

Die Landesregierung hat einen Fonds zur Abdeckung sozialer Härten mit einem Volumen von bis zu drei Millionen Euro aufgelegt. Der Fonds richtet sich zum Beispiel Tafeln oder Organisationen, die Lebensmittel an obdachlose Menschen ausgeben. Daneben soll durch diese Mittel Angebote aufrecht erhalten, die Menschen bei vielfältigen sozialen Härtefällen unterstützen – etwa durch medizinische Versorgung von Personen ohne Krankenversicherung.

Zur Förderrichtlinie und den Antragsdokumenten

Soforthilfe für Jugend und Familienbildung

Die Landesregierung hat eine "Soforthilfe Jugend und Familienbildung" beschlossen, um Jugendbildungsangebote langfristig zu sichern. Anerkannte Jugendhilfeträger können MIttel zur Erstattung von Einnahmeausfällen und Mehraufwendungen (Ausfall- und Stornogebühren), die ihnen aufgrund der Corona-Pandemie seit dem 16. März entstanden sind, beantragen. Mit der Soforthilfe von höchstens 15.000 Euro sollen existenzbedrohende Wirtschaftslagen abgewendet werden. Auch Anschaffungskosten für die Ausstattung digitaler Jugendbildungsangebote bis höchstens 8.000 können erstattet werden.

Außerdem stehen die Mittel ergänzend zu den Soforthilfen des Bundes den vom Land geförderten Familienbildungsstätten zur Verfügung, wenn sie durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Einrichtungen können bis zu 30.000 Euro Soforthilfen erhalten, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Auch gemeinnützige Träger der vom Land geförderten Angebote zur sexualpädagogischen Bildung und Beratung können Soforthilfe beantragen.

Anträge auf die nicht-rückzahlbaren Zuschüsse können bis zum 30. Juni per Mail gestellt werden.

Zur Richtlinie und den Anträgen