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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Forschungslabor Elbe

Datum 17.02.2020

Erforschung des Fluss-Meer-Systems: Das Land fördert ein Projekt des Helmholtz-Zentrums Geesthacht mit rund 550.000 Euro.

Neue Möglichkeiten für Küstenschutz, Küstenforschung und Maritimer Wirtschaft: Das verspricht sich Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz von der neuen Forschungsplattform Tesperhude: Zur Förderung des Projektes überreichte er nun bei einem Ortstermin einen Förderbescheid über 552.000 Euro an Professor Matthias Rehahn vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG).

Bedeutsames Fluss-Meer-System

"Die Unterelbe zwischen Geesthacht und der Nordsee ist von großer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung", erläuterte Buchholz, "unter anderem als Lebens- und Wirtschaftsraum, als zentraler Transportweg zum Hamburger Hafen und als beliebte Tourismusregion." Allerdings sei dieses Fluss-Meer System ständigen Veränderungen unterworfen und werde stark durch menschliche Aktivitäten und die Auswirkungen des Klimawandels beeinflusst. „Um Veränderungen vorauszusehen und frühzeitig reagieren zu können, müssen Wissenschaftler die Funktionsweise dieser Systeme besser verstehen – und darum sind die 552.000 Euro gut angelegtes Geld“, sagte der Minister weiter.

Messdaten für vorausschauendes Handeln

Laut Professor Rehahn, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des HZG, sei die Datenlage im Übergangsbereich von der Mittelelbe zu der Tideelbe bisher noch lückenhaft. Die neue Forschungsplattform solle in Zukunft genau hier kontinuierliche und hochaufgelöste Messungen liefern.

"Schadstoffe, Nährstoffe und Mikroalgen beispielsweise bestimmen die Stoffumsätze im Hamburger Hafen und weiter bis in die angrenzende Nordsee", erklärte Sina Bold, Projektleiterin im HZG-Institut für Küstenforschung. "Die gesammelten Daten sind deshalb auch für den Hamburger Hafen und den Nationalpark Wattenmeer von Interesse, um vorausschauend planen und handeln zu können."

Schwimmende Forschungsstation

Die Forschungsplattform ist ein schwimmendes Pontonsystem, das rund 1,5 Kilometer entfernt vom HZG aufgebaut wird. Sie gewährleistet eine kontinuierliche Wasseranalyse der Elbe. Sämtliche Daten werden im neuen „Helmholtz Coastal Data Center“ gespeichert und sind schnell verfügbar. Aufgrund der strategisch günstigen Position wird die Plattform in regionale, nationale und internationale Forschungsinfrastrukturvorhaben eingebettet. Öffentliche Einrichtungen des Bundes, der Hansestadt Hamburg und der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen wie Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Ministerien, Landesbetriebe und weitere Organisationen können die Forschungsplattform und die generierten Daten ebenfalls nutzen.

Vielfältige Unterstützung des Projekts

Die Kosten für die Forschungsplattform in Tesperhude betragen rund 850.000 Euro. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Schleswig-Holstein gefördert, die restlichen Kosten trägt das HZG. Darüber hinaus wird das Vorhaben von der Wirtschaftsvereinigung Geesthacht, der Hamburg Port Authority unterstützt sowie von zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Bis September 2021 soll die Forschungsplattform voll einsatzfähig sein.

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