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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Blütenbunte Grünstreifen

Datum 11.12.2019

Die Stiftung Naturschutz startet gemeinsam mit dem Land ein Projekt, durch das Straßensäume blütenreicher werden – und damit Insekten anlocken.

Mit biologischer Vielfalt kennt sie sich aus, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: Für ihr neues Projekt "Klappertopf" macht sie nun gemeinsame Sache mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), um einheitsgrüne Straßensäume in blütenbunte, wertvolle und dennoch pflegeleichte Insekten-Tankstellen zu verwandeln.

Wenig Aufwand, großer Nutzen

Die Chance sei riesig, erklärt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sandra Redmann, denn mit relativ wenig Aufwand könne es gelingen, sehr viel Fläche zu artenreichen Blütenkorridoren aufzuwerten. Projektleiter Dr. Björn Schulz ergänzt: "Experten schätzen, dass die begleitenden Grünflächen an den Straßen fast so viel Fläche einnehmen, wie alle Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein zusammen. Das ist ein gigantisches Potenzial."

Der Klappertopf

Der Namensgeber des Projekts, der "Klappertopf" (wissenschaftlich "Rhinanthus"), dient hier als Mittel zum Zweck: Die heimische Wildpflanze hat die besondere Eigenschaft, Gräser unterirdisch an der Wurzel anzuzapfen und ihnen Nährstoffe zu rauben. Dadurch wird der oberirdische Grasbewuchs lückenhafter und ebnet den Weg für viele andere Wildpflanzen. Das sichert den Bestand bereits vorhandener seltener Pflanzen und schafft Platz für weitere Arten.

Wichtig: biologische Vielfalt

"Auch wir als Land müssen und wollen über unseren Landesbetrieb etwas für die biologische Vielfalt auf unseren Flächen tun", sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz, der das Projekt mit vorangetrieben und für die Finanzierung gesorgt hat. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt der Pflanzen und decken sozusagen den Blütentisch für Insekten. Im Idealfall reduzieren wir sogar unsere Unterhaltungskosten, weil der Klappertopf die Gräser im Wachstum hemmt und damit unsere Mäharbeiten übernimmt."

Leuchtturmprojekt

Das schleswig-holsteinische Vorzeigeprojekt wird mit rund 1,5 Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert. Es soll als sogenanntes Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben bundesweite Strahlkraft erlangen und den Straßenbauverwaltungen in der ganzen Republik Möglichkeiten aufzeigen, wie blütenbunte Straßenränder mit den Anforderungen der Verkehrssicherung, des Lärmschutzes und der Pflege vereinbar sind.

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