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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Studie zu Ausbildungsabbrüchen

Datum 10.07.2019

Tausende Auszubildende starten nach dem Sommer in ihre Lehre, nicht alle werden sie beenden. Eine aktuelle Studie beleuchtet die Zahlen.

Mit Ausbildungsabbrüchen werden Arbeitsagenturen und Jobcenter häufig konfrontiert, im vergangenen Jahr hat fast jeder vierte Azubi seine Lehrstelle aufgegeben. Dass man die Zahlen allerdings genau analysieren muss, zeigt eine neue Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB Nord). Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, und Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs haben nun die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

Komplexes Thema

Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Daten­be­stände über einen mehrjährigen Erhebungszeitraum betrachtet. Dies ermöglichte es den Forschern, individuelle Ausbildungs- und Erwerbsverläufe systematisch zu analysieren. "Dabei wird nicht nur die Komplexität des Themas deut­lich", sagte Margit Haupt-Koopmann, "sondern die Ergebnisse zeigen auch: Eine Vertragslösung ist kein Ausbildungsabbruch! In der Regel ver­­bergen sich hinter einer Vertragslösung ein Berufs- oder ein Betriebswechsel.

Abbruchszahlen deutlich geringer

Die IAB-Studie zeige, dass 7,4 Prozent der Auszubildenden des untersuchten Jahr­gangs tatsächlich ihre Lehre abgebrochen haben ohne später einen beruflichen Abschluss zu machen. "Da in der öffentlichen Diskussion häufig sehr viel höhere Lösungsquoten als Abbruch interpretiert werden – über 25 Prozent –, ist dieses Ergebnis er­freulich", sagte Haupt-Koopmann.

Prävention im Zentrum

Doch dies dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der tatsächlichen Ausbildungsab­brüche deutlich reduziert werden sollte: "Jeder Ausbildungsabbruch ist einer zu viel," erklärte Haupt-Koopmann. Für sie stehe daher die Prävention im Zentrum. Sie hob hier die Be­rufsorientierung an Schulen, den Ausbau der digitalen Informations- und Erkundungsangebote für junge Menschen oder die weitere Einrichtung von Jugend­be­rufs­­agenturen hervor.

Portraitfoto Dr. Thilo Rohlfs

Die duale Ausbildung ist alles andere als eine Sackgasse. Sie bietet eine Vielzahl von Chancen und Möglichkeiten für individuelle Karrierewege.

Dr. Thilo Rohlfs
 

Regionale Ausbildungsbetreuung

Staatssekretär Rohlfs verwies auch auf die Regionale Ausbildungsbetreuung, die das Land seit 1995 fördere: "Auszubildende erhalten hier in Konfliktfällen individuelle und neutrale Unterstützung. Auch diejenigen, die bereits ihre Ausbildung abgebrochen haben, finden mit Hilfe der Ausbildungsbetreuung den Wiedereinstieg in die berufliche Bildung.

Zudem ermögliche die Ausbildung in Teilzeit, auf individuelle Bedürfnisse von Auszubildenden einzugehen und damit eine vorzeitige Lösung des Vertrages zu verhindern, sagte Rohlfs. Deshalb sei es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, die Teilzeitausbildung als Regelausbildungsform zu etablieren.