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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Tausende Tempoverstöße auf Rader Hochbrücke

Datum 28.12.2018

Mehr als 32.000 Autofahrer waren 2018 zu schnell auf der Brücke unterwegs. Nun sollen zusätzliche Blitzer beschafft werden.

Blitzersäule am Straßenrand einer Brücke Seit Jahren gilt auf der Rader Hochbrücke ein wetterabhängiges Tempolimit. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Seit Jahren gilt auf der Rader Hochbrücke ein wetterabhängiges Tempolimit. © M. Staudt / grafikfoto.de

55 Millionen Fahrzeuge haben in den vergangenen drei Jahren die Rader Hochbrücke bei Rendsburg überquert. Immer wieder messen die Radaranlagen im Brückenbereich Geschwindigkeitsüberschreitungen – 300.000 waren es bislang.Gemeinsam mit Ulrich Baschke und Uwe Thöming vom Landespolizeiamt sowie Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) hat Verkehrsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs nun in Kiel die aktuellen Blitzerzahlen vorgestellt.

Vor allem Lkw zu schnell

2018 wurden bis Ende November knapp 33.000 Fahrzeuge wegen zu schnellen Fahrens geblitzt, darunter 11.208 Autos, 19.986 Lkw, 1.153 Busse, 46 Wohnmobile und 202 Gefahrguttransporter. 20.673 Fahrzeughalter erhielten Verwarnungsgelder bis 55 Euro, 11.922 erhielten Bußgeldforderungen bis zu 600 Euro, zwei Punkte in Flensburg und mussten ihren Führerschein für drei Monate abgeben. Fast 43.000 Geschwindigkeitsverstöße waren nicht auswertbar. Gründe dafür waren entweder Fehlmessungen oder nicht erkennbare Kennzeichen. Ebenfalls nicht geahndet werden konnten Tempoverstöße von Fahrern aus EU-Ländern, die das EU-Enforcementabkommen nicht umgesetzt haben, darunter Dänemark. Rund ein Drittel aller Lkw auf der Rader Hochbrücke stammt aus dem nördlichen Nachbarland.

Mehr Blitzer sollen Brücke schützen

Nun plant die Landesregierung, vier zusätzliche Blitzersäulen anzuschaffen. Damit soll die Brücke noch besser überwacht und so vor Schwingungsschäden geschützt werden. Bei Routinekontrollen hatten Mitarbeiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) 2013 starke Schäden in den Betonpfeilern der noch nicht einmal 50 Jahre alten Brücke entdeckt. Für mehrere Monate hatte die Brücke daraufhin für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen gesperrt werden müssen.

Im Vergleich zum gesamten Verkehrsaufkommen liegt die durchschnittliche Verstoßquote auf der Rader Hochbrücke bei 0,55 Prozent. Laut Rohlfs kein auffallend hoher Wert. "Allerdings auch kein Grund, sich zurückzulehnen, selbst wenn bei der Zahl der Unfälle im Bereich der Brücke ein leichter Rückgang festzustellen ist", sagte der Staatssekretär.

Moderne Technik gegen Raser

Mit den neuen Blitzern wolle das Land den Verkehr nicht nur weiter entschleunigen, sondern zugleich eine Erfassungslücke schließen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Brücke liegt zwischen 60 und 100 Stundenkilometer – abhängig von der Windstärke. Bis vor einem Jahr sei es noch nicht möglich gewesen, die Blitzersäulen mit den Windwarnanlagen der Brücke zu koppeln, betonte Rohlfs. Bislang muss die Polizei mithilfe von Tabellen per Hand abgleichen, welches Tempolimit vorgelegen hat, wenn ein Fahrzeug geblitzt wird. Die neuen Radarsystemen sollen Autos von Lastwagen unterscheiden und erkennen können, welche Geschwindigkeitsbeschränkung gerade gilt.

Derzeit verhandle das Land mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde über eine mögliche Beteiligung an den Anschaffungskosten in Höhe von rund 500.000 Euro, sagte der Staatssekretär. Laut Gesetz hat der Kreis einen Anspruch auf die Einnahmen aus den Bußgeldern, dem Land erhält die Einnahmen aus den niedrigeren Verwarngeldern.

Weitere Informationen

Die Rader Hochbrücke – Ein Bauwerk wird ersetzt