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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Beschäftigung nachhaltig sichern

Datum 29.11.2018

Rekordzahl: Schleswig-Holstein hat erstmals über eine Million sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Ob im Handel, in der Industrie oder im Tourismus – Schleswig-Holsteins Wirtschaft brummt. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Seit Monaten fällt hier ein Rekord nach dem anderen. Im November hat nun die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die magische Millionen-Grenze erreicht – zum ersten Mal seit 1999. Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz ist hoch zufrieden: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei seit 2005 stetig gewachsen. "Das ist vor allem den leistungsstarken und investitionsbereiten Mittelstandsunternehmen im Land zu verdanken", sagte Buchholz.

Gute Ausgangslage, harte Arbeit

Zusätzlich zu den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterstützt die Landesregierung diese Entwicklung mit einer aktiven Arbeitsmarktpolitik. So fördert sie beispielsweise Modellprojekte zur Integration von Langzeitsarbeitslosen in den Arbeitsmarkt oder die Weiterbildung von Beschäftigten.

Zahlen sinken

Im November sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,6 Prozent auf aktuell 77.700 Arbeitslose. Besonders deutlich ging die Zahl zurück in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen und der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre – um 16 beziehungsweise 10 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei fünf Prozent.

O-Ton

Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz über die Rekordzahlen am Arbeitsmarkt und seine Pläne zur Hartz-IV-Reform:

Entbürokratisierung von Hartz IV

Die gute Situation am Arbeitsmarkt sei auch ein Ergebnis der Hartz IV Reformen vor gut 13 Jahren, sagte Buchholz. Allerdings habe sich das System in Teilen zu einem überkomplexen bürokratischen Apparat entwickelt. Ende 2017 waren bundesweit rund 176.000 Klagen und gut 184.000 Widersprüche anhängig. Buchholz kündigte an, das Land werde auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) am 5. und 6. Dezember in Münster erste Vorschläge machen, um Hartz IV zu entbürokratisieren. Als Beispiel nannte Buchholz die temporären Bedarfsgemeinschaften. Diese liegen vor, wenn ein minderjähriges Kind getrennt lebender Eltern regelmäßig bei Vater als auch Mutter lebt.

Für die Ämter bedeutet das einen hohen Verwaltungsaufwand: Sie müssen ermitteln, wie viele Tage im Monat das Kind bei welchem Elternteil gewesen ist.

Laut Buchholz habe dies stetige Anpassungen der Leistungsbescheide zur Folge, sobald sich die Verhältnisse ändern. Darum werde Schleswig-Holstein die Abschaffung der temporären Bedarfsgemeinschaften beantragen und auskömmliche „Pauschalen“ vorschlagen. Dies könne zwar möglicherweise zu höheren Kosten führen, sei aber am Ende nicht nur lebensdienlicher, sondern gemessen am bisherigen Verwaltungsaufwand ökonomisch auch sinnvoller, sagte Buchholz weiter.