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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Digitaler Wandel als Chance

Datum 17.08.2018

Digitalisierung muss keinen Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten – das zeigt eine wissenschaftliche Auswertung von Studien.

Zwei hohe Wände mit stromspeichernden Batterien und Steckverbindungen, dazwischen ein Mann auf einem Gang Lithium-Ionen-Batteriespeicher in Braderup (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Auch Stromspeicherkapazitäten müssen bei der Digitalisierung bedacht werden. © M. Staudt / grafikfoto.de

Dass der digitale Wandel tiefgreifende Veränderungen für alle mit sich bringt, ist unstrittig. Ob aber letztlich der Arbeitsmarkt Gewinne oder Verluste davon trägt, hängt vom Engagement der Menschen ab, die ihn gestalten - also von Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie der Politik.

Neue Berufsfelder kommen hinzu

Professor Björn Christensen vom Kieler Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung und Weiterbildung hat für das Wirtschaftsministerium Studien zur digitalen Arbeitswelt ausgewertet. "Keine seriöse Studie erwartet infolge des digitalen Wandels eine Massenarbeitslosigkeit", resümierte der Statistik- und Mathematik-Professor der Fachhochschule Kiel. Natürlich gingen Berufsfelder mit der Digitalisierung verloren, aber es kämen auch neue hinzu. Laut Christensen werde Letzteres in den meisten Studien nicht mituntersucht und den Verlusten gegengerechnet.

O-Ton

Im Gespräch mit Journalisten sagte Minister Buchholz zu der Studie:

Lebenslanges Lernen

Auch wenn für Schleswig-Holstein kein großer Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung zu erwarten sein wird, nimmt Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz die Untersuchungen Christensens zum Anlass, "noch eine Schippe draufzulegen". Dabei hob er den Ausbau des Glasfasernetzes sowie Fort- und Weiterbildung hervor: "Jeder und jede muss sich letztlich fragen: Wird es mein Geschäftsfeld oder meinen Beruf in fünf oder zehn Jahren noch geben?", sagte Buchholz. Lebenslanges Lernen sei gefragt.

Etwa 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiteten 2013 in einem Beruf, in dem Computer - zumindest technisch - mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten hätten erledigen können. In Schleswig-Holstein lag die Quote bei zwölf Prozent. Die Zahl sei im Norden auch deshalb niedriger, weil es hier nicht so viele Industriearbeitsplätze gebe, sagte Buchholz.

Das Thema ernst nehmen

Für Politik und Wirtschaft heißt es, den Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen aktiv zu gestalten. Konkret: Das Glasfasernetz ausbauen, Lernen in Schule und Beruf neu ausrichten, Eigeninitiative von Unternehmen und Beschäftigten fördern. Buchholz appellierte besonders an die kleinen und mittleren Unternehmen, die die Wirtschaftsstruktur im Land prägen und keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben: "Nehmen Sie das Thema Digitalisierung ernst!". Das Land helfe neben dem forcierten Ausbau des Glasfasernetzes auch beratend mit dem neuen Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum.

Die Studie zum Herunterladen: Übersicht Studien (PDF 427KB, Datei ist nicht barrierefrei)