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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Ruff / grafikfoto.de

Lokale Fischerei stärken

Datum 09.09.2019

Das Land unterstützt den Ausbau einer Garnelenfarm bei Kiel. Fischereiminister Albrecht überreichte dazu einen Förderbescheid über 1,8 Millionen Euro.

Mehr als 80 Prozent der in Deutschland konsumierten Fische und Meeresfrüchte stammen aus dem Ausland. Auch die beliebten Garnelen stammen bislang bis auf wenige Ausnahmen aus Asien oder Südamerika und kommen tiefgefroren in den hiesigen Handel. Das will Schleswig-Holstein ändern und setzt dabei auch auf die Förderung sogenannter "geschlossener Kreislaufanlagen". Dabei handelt es sich um in sich abgeschlossene Zuchtbecken- und Filteranlagen, in denen das Abwasser ständig wiederaufbereitet und neu verwendet wird.

Eine solche Anlage betreibt das Unternehmen "Förde Garnelen" aus Strande bei Kiel. Dort werden bislang jährlich rund fünf Tonnen der Garnelenart "White Tiger Shrimps" produziert. Mit einer Erweiterung seiner Garnelenfarm will der Betrieb diese Menge verzehnfachen – auf 50 Tonnen im Jahr. Dafür gibt es nun Unterstützung vom Land. Bei einem Besuch vor Ort hat Fischereiminister Jan Philipp Albrecht dazu einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,88 Millionen Euro überreicht.

Regional, tiergerecht und umweltfreundlich

"Die Firma 'Förde Garnelen' wird vor den Toren der Landeshauptstadt eine hochmoderne Kreislaufanlage errichten, die Maßstäbe setzt", sagte Albrecht bei der Förderbescheidübergabe. "Sie nutzt nicht nur energiesparend die Abwärme der benachbarten Einrichtungen der Kieler Stadtwerke, sondern sorgt durch den Einbau spezieller Beckenstrukturen auch für echte Fortschritte bei der tiergerechten Haltung von Garnelen. Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht und weitere vergleichbare Investitionen in Schleswig-Holstein folgen werden."

Neue Verfahren

In Kreislaufanlagen wird das Wasser intern gereinigt und aufbereitet. Das hat viele Vorteile – unter anderem ist der Wasserverbrauch der Anlagen äußerst gering und unkontrollierte Nährstoffemissionen in umliegende Gewässer sind ausgeschlossen. Je nach Standort bieten Kreislaufanlagen auch die Möglichkeit, Wärmeüberschüsse von benachbarten Einrichtungen für die Erwärmung der Anlage zu nutzen. Das hilft besonders bei der Aufzucht wärmeliebender Tierarten, wie bei den in Strande gehaltenen Garnelen.

Geschlossene Kreislaufanlagen sind ein neues und bislang vergleichsweise seltenes Zuchtverfahren. Bislang gibt es in Schleswig-Holstein noch keine größere kommerzielle Anlage. Auch deutschlandweit sind erst wenige Farmen mit dieser Technologie in Betrieb.

Fördermittel von Land und EU

Von den knapp zwei Millionen Euro Fördermitteln stammen 75 Prozent aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds der Europäischen Union (EU). 25 Prozent steuert das Land bei. Der Betrieb "Förde Garnelen" erhält damit einen öffentlichen Zuschuss von 50 Prozent zu der gesamten Investitionssumme von rund 3,76 Millionen Euro.