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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Neue Wege für den Artenschutz

Datum 05.12.2018

Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat in Kiel den Jahresbericht zur biologischen Vielfalt vorgestellt.

Weniger Pestizide, modernere Technik und ein neues Konzept zum Schutz bedrohter Wiesen- und Küstenvogelarten: Damit will sich das Land für die Artenvielfalt im echten Norden einsetzen. Dafür seien viel Mut, Engagement und Kreativität erforderlich, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht bei der Vorstellung des Jahresberichts zur biologischen Vielfalt. "Diese anspruchsvolle Aufgabe ist nur zu schaffen, wenn alle Beteiligten aus Naturschutz, Landwirtschaft und der Jagd gemeinsam an einem Strang ziehen."

Wiesen- und Küstenvogelarten schützen

Der Umweltminister hob insbesondere den Erhalt von europaweit stark gefährdeten Wiesen- und Küstenvogelarten als wichtiges Ziel hervor. Zu diesen zählen unter anderem Uferschnepfen, Bekassinen und verschiedene Schwalbenarten. "Schleswig-Holstein hat aufgrund seiner Lage eine hohe Verantwortung für den Erhalt der im Küstenbereich lebenden Vögel", sagte Albrecht.

Das Land hat gemeinsam mit dem Jagdverband und weiteren Naturschutzverbänden ein neues Konzept entwickelt, um sie vor Fressfeinden wie Füchsen, Mardern oder Waschbären zu schützen. Es sieht vor, diesen "Beutegreifern" (auch "Prädatoren" genannt) den Zugang zu den Nestern der Vögel zu erschweren – etwa durch Fuchsgräben oder Zäune.

Porträt

Schleswig-Holstein hat aufgrund seiner Lage eine hohe Verantwortung für den Erhalt der im Küstenbereich lebenden Vögel.

Jan Philipp Albrecht

Darüber hinaus werden Beutegreifer in den betreffenden Schutzgebieten verstärkt bejagt. Zu diesen zählen neben den Nordsee-Inseln, den Halligen und den Vorlandbereichen entlang der Nordseeküste auch die Inseln in Binnengewässern, Schutzgebiete an der Ostseeküste sowie die Wiesenvogelschwerpunkte auf Eiderstedt und in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Erste Schutzvorhaben sollten rechtzeitig zur Brutsaison 2019 umgesetzt werden, sagte Albrecht.

Weitere Informationen zum Küstenvogelschutz

Wildblumenwiese Wildblumenwiese (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Nicht nur fürs Auge: Durch das kostenlose Saatgut entsteht zusätzlicher Lebensraum für Insekten und Feldvögel. © M. Staudt / grafikfoto.de

Lebensraum für Insekten schaffen

Im Jahresbericht wird auch das Thema Insektensterben aufgegriffen. "Gerade der Verlust der Artenvielfalt am konkreten Beispiel der Bienen und Schmetterlinge ist für jedermann sichtbar – ob im eigenen Garten oder beim Spaziergang in der Landschaft. Hier wird deutlich, dass das Ökosystem aus dem Gleichgewicht gerät und ganze Nahrungsnetze drohen, zerstört zu werden", sagte der Minister. Um dem entgegenzuwirken, will das Land den Einsatz von Pestiziden reduzieren. Die Regierung arbeitet mit Landwirten und Gartenbesitzern an einer entsprechenden Landesstrategie.

"Wir haben zudem eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht, um mehr Blütenvielfalt an Acker- und Straßenrändern entstehen zu lassen und somit Insekten ihren Lebens- und Nahrungsraum wiederzugeben", sagte der Minister. Hierbei helfe unter anderem das Projekt "Schleswig-Holstein blüht auf", das 2019 fortgesetzt werden soll. Dabei stellt das Land Bauern, Städten und Gemeinden kostenfrei Saatgut zur Verfügung, mit dem diese Freiflächen in Blumenwiesen verwandeln können. Das erhöht nicht nur das Nahrungsangebot für Insekten, sondern schafft zugleich Rückzugsräume für Feldvögel.

Weitere Informationen zu "Schleswig-Holstein blüht auf"

Rekordhoch bei Schwarzwildjagd

Im Vergleich zum vergangenen Jagdjahr wurden aufgrund von Frost und Regen weniger Hasen und Kaninchen erlegt. Bei Waschbären und Marderhunden sind die Zahlen hingegen angestiegen. Der Bestand an Wildschweinen oder Hirschen bleibt auf anhaltend hohem Niveau – daher sollen diese Tiere weiterhin intensiv bejagt werden.

Mit 19.000 Tieren ist die Zahl der erlegten Wildschweine so hoch wie noch nie – im Vorjahr waren es lediglich 15.000. Die Strategie zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zeige Wirkung, sagte Albrecht und dankte den Jägern für ihr Engagement.

Digitalisierung gewinnt an Bedeutung

Eine große Chance für den Artenschutz sieht der Minister in der Digitalisierung: "Hier zeigt sich, dass die Digitalisierung gerade für den Natur- und Umweltschutz große Chancen bietet. Diese wollen wir in Zukunft noch stärker nutzen." Das verdeutlicht unter anderem ein Pilotprojekt, bei dem mithilfe von hydroakustischen Messungen Sandbänke und Riffe im Nationalpark identifiziert werden.