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Geflügelpest

© dpa

Geflügelpest in Schleswig-Holstein

Seit Ende Oktober 2020 sind in Schleswig-Holstein Fälle von Geflügelpest nachgewiesen worden. Die Tierseuche, die zunächst in Nordfriesland festgestellt worden ist, griff schnell auf die Landkreise Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde und Steinburg über. Innerhalb weniger Tage sind mehr als 3000 verendete Wildvögel gezählt worden - darunter Möwen, Wildgänse, Wildenten, Brachvögel, Mäusebussarde, Turmfalken oder Austernfischer. Außerdem ist die Geflügelpest auf der Hallig Oland und im Landkreis Segeberg auf kleinen Hühnerhöfen bestätigt worden. Damit nicht weitere Haus- und Nutztiere oder Wildvögel angesteckt werden können, hat das Land am Dienstag, 10. November, die Stallpflicht für Geflügel eingeführt.

Ausbrüche bei Wildvögeln

Bereits seit Ende Juli 2020 ist aus Russland und Kasachstan eine Serie von Geflügelpest-Ausbrüchen des Subtyps H5N8 bei Geflügel und Wildvögeln gemeldet worden. Die betroffenen Regionen liegen auf der Route von migrierenden Wasservögeln, die im Herbst nach Europa ziehen. In den Jahren 2005/2006 und 2016/2017 waren ähnliche Ausbruchsserien in derselben Region einem dann folgenden umfangreichen Geschehen in Europa vorausgegangen.

Nonnengänse fliegen von einer Wiese los. Das Bild ist aus Eiderstedt in Nordfriesland. Nonnengänse (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Nonnengänse in Nordfriesland © M.Staudt

Monitoring verstärkt

Aufgrund des aktuellen Vogelzugs in Schleswig-Holstein gilt es, wachsam zu sein und mögliche Ausbrüche im Land frühzeitig zu erkennen. Hierzu finden ganzjährig und über das Land verteilt verschiedene Monitorings in Hausgeflügelbeständen sowie in der Wildvogelpopulation statt. Das sogenannte passive Wildvogelmonitoring, die Untersuchung von verendet aufgefundenen Wildvögeln, wurde im Sinne eines Frühwarnsystems nochmals verstärkt wird. Zusätzlich wird intensiv die internationale Lage und Entwicklung beobachtet.

Halterinnen und Halter müssen wachsam sein

Für alle Geflügelhalter im Land gilt, die allgemeinen Schutzmaßregeln, die in der Geflügelpest-Verordnung vorgeschrieben sind, konsequent umzusetzen. Hierzu zählt unter anderem, Geflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern und zu tränken. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sollen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Die veterinärmedizinische Untersuchung bei einem unklaren Krankheitsgeschehen im Bestand, erhöhten Verlusten in der Herde oder einer reduzierten Legeleistung sind ebenfalls vorgeschrieben. Darüber hinaus sind alle bislang noch nicht gemeldeten Geflügelhaltungen beim zuständigen Veterinäramt und beim Tierseuchenfonds anzuzeigen.

Wer tote oder krank erscheinende Wasservögel oder Greifvögel entdeckt, wird dringend gebeten, sie dem Veterinäramt des jeweiligen Landkreises und der kreisfreien Stadt zu melden. Diese Stellen organisieren dann das Einsammeln und Beproben verendeter Tiere. Untersuchungen dieser Tiere helfen, die Verbreitung des Virus im Land zu ermitteln. Verendete oder krank erscheinende Tiere sollten nicht berührt, eingefangen oder vom Fundort verbracht werden, um eine weitere Verschleppung der Erkrankung zu vermeiden.

Aktuelle Meldungen zur Geflügelpest

Eine Schar Gänse auf einer grünen Wiese. © M. Staudt / grafikfoto.de
17.11.2020

Neu­er Ge­flü­gel­pest-Nach­weis

In einer Geflügelhaltung im Kreis Nordfriesland wurde die Geflügelpest nachgewiesen. Die Tiere müssen nun getötet werden.

Ein Mann steht mit Straßenschuhen im Hühnerstall. © M.Staudt / grafikfoto.de
11.11.2020

Hy­gie­ne im Hüh­ner­stall

Für gewerbliche oder private Geflügelhalter in Schleswig-Holstein gelten nun einheitliche Biosicherheitsvorschriften

Ein Hahn kräht inmitten einer Schar Hühner. © M. Ruff / grafikfoto.de
10.11.2020

Lan­des­wei­te Stall­pflicht

Weil acht Kreise in Schleswig-Holstein von der Geflügelpest betroffen sind, müssen die Tiere in den Stall.

Das Bild zeigt ein Fasan auf einer grünen WIese. © Franz-Josef Willenborg
09.11.2020

Land­kreis Se­ge­berg be­trof­fen

In einer kleinen Geflügelhaltung mit Hühnern, Fasanen und Enten ist die Geflügelpest ausgebrochen.

Das Bild zeigt Möwen, die auf einem Geländer am Nord-Ostsee-Kanal sitzen. © M. Staudt / grafikfoto.de
07.11.2020

Ge­flü­gel­pest auch in Stein­burg

Inzwischen liegen Nachweise aus vier Landkreisen vor. Insgesamt 75 Wildvögel wurden positiv getestet.

Eine Henne steht inmitten anderer Hühner in einem Stall. © M. Ruff / grafikfoto.de
05.11.2020

Kran­ke Tie­re auf Hal­lig Oland

Zudem ist die Tierseuche bei einer Wildgans im Landkreis Rendsburg-Eckernförde nachgewiesen worden.

Ein Schwarm Nonnengänse landet zur Rast an der schleswig-holsteinischen Westküste. Michael Staudt / grafikfoto.de
04.11.2020

1000 to­te Vö­gel ge­fun­den

An der Westküste Schleswig-Holsteins breitet sich die Tierseuche unter Wildvögeln weiterhin aus.

Gänse © M. Staudt / grafikfoto.de
02.11.2020

Fäl­le auch in Dith­mar­schen

In Nordfriesland und Dithmarschen sind neun weitere Wildvögel mit der Geflügelpest infiziert.

Eine Pfeifente läuft über das Gras. © N. Glaubitz
30.10.2020

To­te Wild­vö­gel in Nord­fries­land

Bei einer Pfeifente, einem Brachvogel und einem Wanderfalken ist Geflügelpest nachgewiesen worden.

Die Geflügelpest im Winter 2016/2017

Das Geflügelpest-Geschehen im Winter 2016/17 gilt als das bislang schwerste und am längsten andauernde Geschehen seit Beginn der Aufzeichnungen. Schleswig-Holstein gehörte hier zu den stark betroffenen Ländern. Hier wurde hochpathogenes aviäres Influenzavirus der Subtypen H5N8 und H5N5 in der Wildvogelpopulation sowie in Hausgeflügelhaltungen amtlich festgestellt.

Chronologie des Geflügelpest-Ausbruchs 2016/2017

  1. Aviäre Influenza
  2. Übertragung

Aviäre Influenza

Aviäre Influenza

Aviäre Influenza

Die Aviäre Influenza kann in zwei Formen bei Hausgeflügel und Wildvögeln auftreten: Die niedrigpathogene Form (LPAI) oder die hochpathogene Form (HPAI), die Geflügelpest. Die hochpathogene Form unterliegt sowohl bei Wildvögeln wie auch beim Hausgeflügel der Anzeigepflicht und wird durch die Maßnahmen der Geflügelpest-Verordnung bekämpft. Eine Impfung gegen das Virus ist nicht erlaubt.

Übertragung

Übertragung


Übertragung

Laut Experten ist aufgrund detaillierter Analysen ein Eintrag nach Europa und Deutschland über Zugvögel, die aus von der Geflügelpest betroffenen Gebieten kommen am wahrscheinlichsten.

Für eine Einschleppung in Hausgeflügelbestände kommen mehrere Wege in Betracht. In Freilandhaltungen sind direkte Kontakte mit infizierten Wildvögeln möglich. Aber auch in scheinbar geschlossene Haltungen kann das Virus durch indirekte Kontakte eindringen. Bereits Spuren von Kot bzw. Nasensekreten, die nicht sichtbar sind, von infizierten Vögeln reichen hierbei für eine Übertragung aus. U.a. Verunreinigtes Futter, Wasser, Gerät oder verunreinigte Einstreu, Schuhe sowie Einstallung von Tieren und Personen- und Fahrzeugverkehr stellen Risiken dar.

Verwandte Dokumente

Die Geflügelbestände in Schleswig-Holstein sind wegen der Geflügelpest gefährdet. Damit kein Geflügelpest-Erreger durch Wildvögel in die Ställe gelangt, gelten für Halter von Geflügel besondere Verhaltensregeln.

Allgemeinverfügung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung zur Festlegung von vorbeugenden Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen

Das Geflügelpest-Geschehen im Winter 2016/17 gilt als das bislang schwerste und am längsten andauernde Geschehen seit Beginn der Aufzeichnungen.

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