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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Asbestgefahr erkennen

Datum 19.09.2019

Das Innenministerium empfiehlt den Trägern von Schulen des sogenannten Kasseler Modells, ihre Fassaden auf Baumängel zu überprüfen.

Asbestgefahr in einer Schule – eine Horrorvorstellung für Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen. So entdeckt im vergangenen Jahr bei Sanierungsarbeiten im Schulzentrum am Mühlenredder in Reinbek, wo lange nicht klar war, woher die Asbestfaserkonzentrationen in der Raumluft kommen könnten. Ein von der Stadt Reinbek beauftragter Gutachter hat jetzt die Quelle gefunden und zugleich weitere Quellen ausgeschlossen. Demnach führte eine Verkettung von zwei außergewöhnlichen Umständen zur Freisetzung.

Bauaufsicht handelt

Als obererste Bauaufsichtsbehörde hat das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration nun die unteren Bauaufsichtsbehörden und das Bildungsministerium darauf hingewiesen, dass bei einem bestimmten Schulbau-Typ vorwiegend aus den 70er Jahren, dem sogenannten Kasseler Modell, möglicherweise die Raumluft mit Asbest belastet sein könnte, wenn der Fassadenbau Mängel aufweist. Zugleich informierte das Ministerium darüber, wie kurzfristig geprüft werden könne, ob Schüler und Lehrkräfte gefährdet sein könnten.

Verkettung von Mängeln

Als die Reinbeker Schule Mitte der 70er Jahre gebaut wurde, hat man sogenannte Außenwand-Sandwich-Paneele in Aluminiumrahmen eingebaut. Dazu wurden zwei dünne Asbestzementplatten innen und außen auf einen dickeren Styroporkern aufgeklebt und dann quasi wie ein Fenster in einen Rahmen eingebaut.

In dem belasteten Gebäudeteil haben sich allerdings die Klebeverbindungen aufgelöst. Das führte dazu, dass die einzelnen Schichten bei Wind aneinander und an den Rahmen rieben. Diese Reibung hat laut Gutachter Asbestfasern gelöst, die zunächst in der Rahmenkonstruktion heruntergerieselt sind. In den Bereichen mit erhöhter Faserbelastung in der Raumluft war zusätzlich auch die erforderliche Dichtung nicht vorhanden. Durch die Verkettung beider Umstände konnten Fasern in die Raumluft gelangen.

Hilfreiche Erkenntnisse

In vielen dieser Schulen, die nach dem Kasseler Modell in Schleswig-Holstein gebaut wurden, sind die Platten aus energetischen Gründen bereits ersetzt worden. Dort besteht kein Grund zur Sorge. Weil darüber hinaus in ganz Deutschland ebenfalls Schulen betroffen sein könnten, wird Schleswig-Holstein diese Erkenntnisse auch bundesweit verbreiten.