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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Mach's aus, bevor es aus ist!

Datum 19.08.2019

Gemeinsam mit Innenminister Grote haben die Landesverkehrswacht und die Provinzial Nord eine neue Kampagne gegen Handys am Steuer gestartet.

Kurz das Handy rausgeholt, eine Nachricht für die Freundin getippt – und schon ist es passiert: Mehr als jeder zehnte Verkehrsunfall lässt sich auf die Nutzung elektronischer Geräte beim Fahren zurückzuführen. Mit der neuen Kampagne "Mach es aus, bevor es aus ist!" machen Landesverkehrswacht und die Provinzial Nord nun auf die Gefahren dieser Ablenkung aufmerksam. Am Kieler Ernst-Barlach-Gymnasium stellten sie dafür den eigens konzipierten "Ablenkungssimulator" vor. Auch Innenminister Hans-Joachim Grote überzeugte sich vor Ort von dem Konzept.

Simulator stellt Unfallsituationen nach

Die Funktionsweise des Blindfahrtsimulators ist einfach: Probanden fahren darin eine virtuelle Strecke entlang und werden regelmäßig aufgefordert, ihr Handy in die Hand zu nehmen – etwa um eine Nachricht zu lesen. Währenddessen stellt der Simulator unterschiedliche Gefahrensituationen nach, welche die Fahrer bewältigen müssen. Die Ergebnisse werden abschließend ausgewertet und grafisch dargestellt.

Handy-Verzicht: So wichtig wie das Anschnallen

"Im Simulator erlebt man, wie gefährlich der scheinbar kurze Blick auf das Handy ist", sagte Grote. Im Blindflug werde das Fahrzeug unbeabsichtigt zur Waffe, die sich gegen den Fahrer selbst und gegen andere richte. "Wenn man es merkt, ist es bereits zu spät", betonte er. Der Verzicht auf das Handy am Steuer müsse deshalb so selbstverständlich sein, wie es das Anschnallen heute schon ist.

Aufmerksam machen auf unterschätzte Gefahr

Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht, hofft, Menschen durch den Simulator nachhaltig für die oft unterschätzte Gefahr zu sensibilisieren. Es gebe eine große Dunkelziffer, wie viele schwere Unfälle durch digitale Ablenkung geschehen. "Schätzungen gehen von deutschlandweit 300 tödlichen Unfällen aus diesem Grund aus", warnte er.

Schon gewusst?

info Bei 50 km/h entspricht eine Sekunde Ablenkung durch das Handy ungefähr 14 Metern Blindfahrt. Drei Sekunden bei Tempo 100 erhöhen den Bremsweg auf 162 Meter.

Gesamtgesellschaftliches Phänomen

Mit 85 Prozent ist die Zahl bei den 18- bis 29-Jährigen am Größten. "Aber auch andere Altersgruppen sind vor digitaler Ablenkung nicht gefeit", sagte Provinzial-Vorstandsmitglied Matthew Wilby. Auch in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen geben mehr als 75 Prozent der Befragten an, beim Autofahren gelegentlich zum Smartphone zu greifen.

Hintergrund

Die Kampagne gegen Handynutzung am Steuer wird von der Provinzial Nord finanziert. Speziell ausgebildete Moderatoren der Landesverkehrswacht übernehmen die Präventionsarbeit vor Ort: Sie stellen den Blindfahrtsimulator zum Beispiel an Aktionstagen, auf Messen oder bei Stadtfesten vor und beantworten Fragen.

Die Landesverkehrswacht stellt das Gerät darüber hinaus auf Anfrage auch anderen Bürgern oder Gruppen für die Präventionsarbeit zur Verfügung. Ansprechpartner sind Heiko Wischer von der Provizial (Tel. 0431-603/2904) und Elisabeth Pier von der Landesverkehrswacht (Tel. 0431-17333).