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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

"Achtung: Zwei Kajaks auf der Fahrbahn"

Datum 14.08.2019

Bei Gefahren auf den Straßen sorgt die Polizei mit Warnmeldungen schnellstmöglich für Sicherheit.

Es sind die Gefahrenmeldungen, die im Radio sogar Hits von Ed Sheeran und anderen Weltstars unterbrechen dürfen. Ungesicherte Unfallstellen, Personen auf der Fahrbahn, Falschfahrer –  das sind wichtige Informationen, die die Autofahrer so schnell wie möglich erreichen sollen.

Beamte warnen Tag und Nacht

Zentraler Knotenpunkt ist die Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst, die zur Landespolizei gehört und in Kiel sitzt. Hier bereiten sechs Beamte 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Wechselschichtdienst die Rundfunkwarnmeldungen für Radio- und Onlineredaktionen auf.

Damit das funktioniert, arbeiten Polizei und Verkehrsredaktionen eng zusammen: Sobald die Polizei von einem Unfall oder einer Gefahrenstelle erfährt, eilt ein Streifenwagen an den entsprechenden Ort. Dort erstellen die Beamten mit dem sogenannten TIC-Rechner (Traffic Information Center) eine Verkehrswarnmeldung mit Ort und Art der Gefährdung und setzten die Beseitigung der Gefährdung in Gang – indem sie kleinere Gegenstände selbst entfernen oder bei größeren Gefahren wie Ölspuren die Absicherung übernehmen und beispielsweise die Straßenmeisterei einschalten.

Binnen Sekunden informiert

Zwei Beamte besprechen sich an einem Computer. Wo muss eine Straße gesperrt werden und wie lässt sich die Umleitung regeln? Beamte der Landesmeldestelle bei der Arbeit. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Wo muss eine Straße gesperrt werden und wie lässt sich die Umleitung regeln? Beamte der Landesmeldestelle bei der Arbeit. © Landespolizei Schleswig-Holstein

Die Rundfunksender wie NDR, RSH, Delta Radio, Radio Bob oder Radio Hamburg erhalten die Gefahrenmeldung der Polizei binnen weniger Sekunden und unterbrechen zum Beispiel bei Gefahr durch Falschfahrer sofort ihr Programm, um die Verkehrsteilnehmer zu warnen. Der NDR strahlt auf einem weiteren technischen Weg zudem eine Warnmeldung an die Navigationsgeräte aus. Viele Medien informieren außerdem über ihre Webseiten und Apps über das aktuelle Unfallgeschehen.

"Das moderne Verkehrswarnsystem in der heutigen Form gibt es seit etwa 20 Jahren. Davor mussten die Meldungen per Telefon und Fax vom Einsatzort über die Leitstellen einzeln weitergemeldet werden. Wir können heute deutlich früher vor Gefahrenstellen warnen und auch wieder melden, wenn die Gefahr beseitigt wurde", erklärt Marco Herrndorf vom Lagezentrum.

10.000 Warnungen im Jahr

Und vor Gefahren auf der Fahrbahn müssen die Beamten in Kiel die Verkehrsteilnehmer im Land quasi permanent warnen: Rund 10.000 Warnungen kommen in einem Jahr in Schleswig-Holstein zusammen. Meistens handelt es sich um Spanngurte, Baken, Metall- oder Reifenteile, Planen oder Kanthölzer. Es gibt aber auch kuriosere "Fundstücke" wie Blumentöpfe, Schrankwände und Schreibtische, Gießkannen, Haustüren und Tannenbäume. Sogar zu Wasserskiern, Surfbrettern und zwei Kajaks auf der Fahrbahn gab es schon Warnmeldungen.

Auch kleine Gegenstände sind gefährlich

"Diese Funde klingen zwar kurios, sind aber alles andere als amüsant: Der Schreck ist groß, wenn einem als Autofahrer plötzlich ein solcher Gegenstand auf der Fahrbahn entgegenfliegt. Womöglich auch noch nachts oder bei schlechter Sicht", betont Herndorff. "In jedem Fall stellt auch bereits ein kleiner Gegenstand beim Aufprall auf das Fahrzeug eine erhebliche Gefahr dar, vor der wir deshalb entsprechend warnen."

Für gefährliche Situationen wie diese rät er: Geschwindigkeit verringern, genügend Abstand halten, nicht überholen und den Seitenstreifen sowie den nachfolgenden Verkehr beobachten, um im Notfall noch rechtzeitig ausweichen zu können.

Bußgeld und Punkte bei Ladungsverlust

Hat man selbst Ladung verloren, sollte man auf den Standstreifen fahren, Warnblinker und Warndreieck setzen und die Polizei informieren. Auf keinen Fall sollte man selbst auf die Fahrbahn laufen und versuchen, den Gegenstand einzusammeln. Auch mit einem Bußgeld muss man rechnen. Dieses ist abhängig von der tatsächlichen Gefährdung des Verkehrs, kann aber in den dreistelligen Bereich gehen und auch einen Punkt in Flensburg zur Folge haben.

"Am besten wäre natürlich im Vorfeld einige Regeln zu beachten, damit es erst gar nicht zum Ladungsverlust kommt. Nach unserer Erfahrung ist immer wieder fehlende oder schlechte Ladungssicherung der Grund für die verlorenen Gegenstände", erklärt Marco Herrndorff.

Tipps für die Sicherung von Ladung

Hinweise zur Ladungssicherung vom Bundesamt für Güterverkehr