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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Zahl der Straftaten sinkt

Datum 14.03.2019

Weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote – das ist die Bilanz der neuen Kriminalstatistik, die Innenminister Grote vorgestellt hat.

Schleswig-Holstein ist wieder ein Stück sicherer geworden: Die Zahl der registrierten Straftaten ist in Schleswig-Holstein erneut gesunken. Sie liegt mit 186.894 registrierten Taten auf dem niedrigsten Stand seit vierzig Jahren. Zugleich ist die Aufklärungsquote auf 54,5 Prozent gestiegen. Einen höheren Wert gab es zuletzt 1963. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2018 hervor, die Innenminister Hans-Joachim Grote gemeinsam mit dem Leitenden Kriminaldirektor Peter Fritzsche in Kiel vorstellte.

Positive Entwicklung

"Natürlich sind diese Zahlen eine Bestätigung der Arbeit unserer Sicherheitsbehörden", sagte der Innenminister. Daneben seien die niedrigen Werte vor allem durch einen Rückgang der Kriminalität junger Menschen zu erklären. Maßgeblich dafür dürften ein verändertes Freizeitverhalten und bessere Ausbildungs- und Berufsperspektiven sein, sagte Grote. "Letztlich befinden wir uns in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums und niedriger Arbeitslosigkeit, was erfahrungsgemäß mit einer geringeren Ausprägung von Kriminalität einhergeht."

Auch sei eine Veränderung der Kriminalität insgesamt festzustellen, sagte der Minister. Während der Anteil registrierter Diebstahlsdelikte im Laufe der Jahre gesunken sei, steige der Anteil von Taten im Zusammenhang mit dem Internet. "Unsere Polizei nimmt diese Entwicklungen sehr genau in den Fokus", sagte Grote.

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Natürlich sind diese Zahlen eine Bestätigung der Arbeit unserer Sicherheitsbehörden.

Hans-Joachim Grote

Schwere Zeiten für Einbrecher

Landesweit ging die Zahl der Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent zurück. Mit 4.891 gemeldeten Fällen wurde im vergangenen Jahr der niedrigste Stand seit 2002 verzeichnet. Diebstahlsdelikte als Ganzes erreichen den niedrigsten Wert seit 1969.

Zugleich ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen auf 12,6 Prozent angestiegen (plus 0,4 Prozent). In Teilen des Landes gab es mitunter erhebliche Rückgänge von mehr als 30 Prozent (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Demgegenüber nutzen die Einbrecher im Kreis Pinneberg die Nähe zur Metropole Hamburg – dort stiegen die Fallzahlen. "Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls bleibt auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Landespolizei", betonte der Innenminister. "Auch die Fördergelder für die Einbruchsschutzprogramme fließen weiter."

Abzocke bei Senioren

Kriminalstatistik 2018

info Zahl der Straftaten gesunken: 1,1 Prozent weniger als 2017

info Aufklärungsquote gestiegen: 54,5 Prozent (plus 0,5 Prozent)

info Weniger Wohnungseinbrüche: Rückgang um 9,5 Prozent

info Mehr Rauschgiftdelikte, Betrugsversuche und Angriffe auf Polizeibeamte

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der Landespolizei ist der Kampf gegen betrügerische Anrufe bei älteren Menschen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik lässt sich dieses Deliktsfeld nicht direkt ablesen. Allerdings ist auf Grundlage der Bearbeitungsdaten der Landespolizei festzustellen, dass sich die Zahl dieser Fälle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht hat. 31 der 2.002 gemeldeten Fälle konnten vollendet werden – mit einem Gesamtschaden von 1.539.540 Euro.

Tatverdächtige

2018 wurden insgesamt 1.572 Tatverdächtige weniger als im Vorjahr ermittelt, insgesamt handelte es sich um 71.169 Personen. Leicht erhöht hat sich der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen – er stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 29,3 Prozent. Grote warnte davor, aus diesen Daten allein voreilige Schlüsse zum Vergleich der Kriminalität zwischen Deutschen und Nichtdeutschen zu ziehen. Die Zusammensetzungen beider Gruppen sei zu unterschiedlich hinsichtlich der Eigenschaften, die für das Zustandekommen von Kriminalität relevant sind. "Deshalb wird die 2018 vorgestellte Studie 'Analyse der Entwicklung der Kriminalität von Zuwanderern in Schleswig-Holstein' in diesem Jahr erneut durchgeführt", sagte Grote. Voraussichtliches Studienende werde das Frühjahr 2020 sein.

Rauschgiftkriminalität

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität hat sich der seit 2013 steigende Trend auch 2018 fortgesetzt. Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein erstmals mehr als 10.000 Taten erfasst, fast 600 mehr als im Jahr zuvor. Davon sind 80 Prozent den "Konsumdelikten" zuzurechnen. Im Fokus der polizeilichen Rauschgiftbekämpfung liegt vorrangig der Handel und Schmuggel, hier wurden 1.250 Fälle registriert. Auch der Rauschgifthandel im Internet weitet sich aufgrund einer abgesenkten Hemmschwelle aus.

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Unsere Polizisten sorgen für unser aller Sicherheit. Sie verdienen dafür unseren Dank, unseren Respekt und unsere Anerkennung.

Hans-Joachim Grote

Gewalt gegen Polizeibeamte

Ebenfalls weiter zugenommen hat die Gewalt gegen Polizeibeamte. In diesem Jahr wurden 1.290 Fälle erfasst, in denen 2.658 Polizeibeamte betroffen waren. "Damit sind rechnerisch 40 Prozent unserer Polizeikräfte im Dienst angegriffen worden", sagte der Innenminister. "Das verurteile ich aufs Schärfste. Unsere Polizisten sorgen für unser aller Sicherheit. Sie verdienen dafür unseren Dank, unseren Respekt und unsere Anerkennung."

Zur Polizeilichen Kriminalstatistik

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