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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Eine Mahnung und ein Auftrag

Datum 27.01.2020

Bildungsministerin Karin Prien ist zu den Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz nach Polen gereist.

Am 27. Januar 1945 befreiten Truppen der sowjetischen Armee das Konzentrationslager Auschwitz im Süden Polens. Das volle Ausmaß des Grauens, das sich dort in den vorhergegangenen fünf Jahren abgespielt hatte, war an diesem Tag nur zu erahnen. Mehr als eine Million Menschen wurden zwischen 1940 und 1945 von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet. Die meisten von ihnen waren Juden – insbesondere das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurde später zum Symbol für den Holocaust.

Am 75. Jahrestag der Befreiung sind rund 200 Überlebende aus aller Welt nach Polen zurückgekehrt, um in der Gedenkstätte Auschwitz an die Gräueltaten der Nationalsozialisten zu erinnern. An der Gedenkfeier nahmen zahlreiche hochrangige Politiker teil, darunter auch Bildungsministerin Karin Prien.

Gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit

"An einem Tag wie heute wird uns das für Menschen kaum begreifbare Ausmaß des Schreckens bewusst", erklärte Prien im Vorfeld der Gedenkfeier. "Juden, Homosexuelle, Sozialisten, Bürger der im Krieg überfallenen Länder und jeder, der nicht den Vorstellungen der Nazis entsprach konnte Opfer werden." Auch als die Rote Armee das Lager befreit hatte, sei der Schrecken noch nicht vorbei gewesen. Hunger, Krankheiten und die Traumata des Erlittenen hätten viele Überlebende und ihre Nachkommen noch lange begleitet. Das Gedenken an dieses Menschheitsverbrechen dürfe sich nicht auf einzelne Jahrestage beschränken, sagte die Ministerin: "Die Landesregierung versteht den heutigen Tag als Auftrag, die Erinnerung wach zu halten und uns gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu stellen, wann immer sie uns begegnet."

Erinnerung bewahren

Ein schwarz-weiß-Foto von fünf Männern und drei Frauen, die vor einer weißen Wand stehen und in die Kamera gucken. Vor ihnen ist der Schriftzug "We Remember" zu sehen. Ein Zeichen gegen das Vergessen setzen – die Landesregierung beteiligt sich an der Erinnerungs-Kampagne "#WeRemember" des Jüdischen Weltkongresses. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Ein Zeichen gegen das Vergessen setzen – die Landesregierung beteiligt sich an der Erinnerungs-Kampagne "#WeRemember" des Jüdischen Weltkongresses. © Staatskanzlei

Gemeinsam mit dem Rest der Landesregierung unterstützt Prien die Social-Media-Kampagne "#WeRemember" des Jüdischen Weltkongresses. Der internationale Dachverband von jüdischen Gemeinden und Organisationen erinnert mit dieser Kampagne in den sozialen Netzwerken an den Holocaust.

Die letzten überlebenden Zeitzeugen haben mittlerweile ein hohes Alter erreicht und insbesondere bei jüngeren Menschen nimmt das Wissen über die Verbrechen des Nationalsozialismus immer mehr ab. Laut einer Umfrage der Körber-Stiftung aus dem Jahr 2017 wissen nur rund 60 Prozent der deutschen Schüler, was sich hinter dem Begriff "Auschwitz" verbirgt. Unter den 14- bis 16-Jährigen sind es sogar weniger als 50 Prozent.

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