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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Für Naturwissenschaften begeistern

Datum 18.10.2019

Nach der Veröffentlichung des IQB-Bildungstrends will Ministerin Prien die MINT-Fächer weiter stärken – und fordert ein gesellschaftliches Umdenken.

Schleswig-Holsteins Schüler haben Schwierigkeiten in den Naturwissenschaften – das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) nun in Berlin vorgestellt hat. Für Bildungsministerin Karin Prien sind die Zahlen ein Beleg dafür, wie wichtig die Anstrengungen der Landesregierung zur Stärkung der MINT-Fächer sind: "Nach einer ersten Bestandsaufnahme bei meinem Amtsantritt im Sommer 2017 war klar, dass Schleswig-Holstein dringenden Handlungsbedarf hat, insbesondere was die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften aber auch Informatik angeht", sagte die Ministerin.

Das IQB hatte im Mai 2018 den Wissensstand der Neuntklässler überprüft und mit Zahlen aus dem Jahr 2012 verglichen. Zwar sei das Niveau in Deutschland weitgehend stabil geblieben, betonten die Autoren der nun veröffentlichten Studie. Doch seien "signifikant ungünstige Trends" in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern festgestellt worden.

"Die aktuellen Ergebnisse zeigen leider sehr deutlich, dass die Politik der Vergangenheit hier nicht die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat", sagte Prien. Nun gelte es, rasch zusätzliche Förderkonzepte zu entwickeln. "Wir können uns glücklich schätzen, mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel (IPN) eine der renommiertesten Stellen für die Bildungsforschung vor Ort zu haben. Wir werden mit Professor Olaf Köller und seinem Team über weitere Schritte sprechen, um den Unterricht zu verbessern", betonte sie.

Vorbilder aus der Forschung

Doch nicht nur die Leistungen der Schülerinnen und Schüler seien verbesserungsbedürftig. "Es geht um das gesellschaftliche Klima", sagte Prien. Viel zu oft werde mit mathematischem oder naturwissenschaftlichem Unvermögen geradezu kokettiert, stellte die Ministerin fest. "Aber das ist eigentlich nichts, auf das man stolz sein sollte. Ganz im Gegenteil: Wir müssen mehr über die Heldinnen und Helden der Wissenschaft sprechen." Erfinderinnen, Wissenschaftler und Entdecker müssten für junge Menschen genauso Vorbilder sein wie Sportler oder Popstars.

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Wir müssen mehr über die Helden der Wissenschaft sprechen. Erfinderinnen, Wissenschaftler und Entdecker müssen für junge Menschen genauso Vorbilder sein wie Sportler oder Popstars.

Karin Prien

In diesem Zusammenhang würdigte Prien das große Engagement und die Leidenschaft, mit der die Lehrkräfte die MINT-Fächer in Schleswig-Holstein vermittelten. In Schleswig-Holstein unterrichten gut 7.500 Lehrer Mathematik, 1.990 Biologie, 1.265 Physik und 938 Chemie.

Wissenschaft macht Spaß – von Anfang an

Die Landesregierung setze bei ihrer Förderung schon früh an und baue den MINT-Unterricht in den Grundschulen aus, sagte Prien. Zudem habe das Bildungsministerium die alten Lehrpläne in Physik, Biologie und Chemie durch neue Fachanforderungen ersetzt. Auch für den Mathematikunterricht wurden sie überarbeitet. Darüber hinaus unterstützt das Land das Projekt "Mathe macht stark" an den Gemeinschaftsschulen. Es fördert die Schülerinnen und Schüler individuell und vermittelt gleichzeitig Freude an Mathematik. Auch die Fachanforderungen für Informatik würden gerade aktualisiert und sollen ab dem kommenden Schuljahr greifen, sagte Prien.

Besondere Angebote außerhalb der Schule

Die aktuelle Förderung der MINT-Fächer ziele sowohl auf den Schulunterricht selbst, als auch auf außerschulische Projekte ab. "Mit der finanziellen Unterstützung von Projekten wie der Mathematik-Olympiade mit 50.000 Euro jährlich, den Schülerlaboren und den Schülerforschungszentren sorgen wir außerdem ganz konkret dafür, dass Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein einen besseren Zugang zu den MINT-Fächern bekommen", betonte die Ministerin. Besondere Bedeutung komme dabei der MINT-Akademie zu, die junge Menschen und Wissenschaftler auch außerhalb der Schule ins Gespräch bringt. "Es geht nicht nur darum, Exzellenz in den Naturwissenschaften zu fördern, sondern eine breite Grundlage zu schaffen", sagte Prien.

Regelmäßige Auswertung

Die Ministerin betonte, regelmäßige Studien und Tests, etwa die Vergleichsarbeiten in den Jahrgängen 3, 6 und 8, seien besonders wichtig – als Indiz einerseits für die schulische Entwicklung der Kinder, andererseits aber auch für die Qualität des Unterrichts an den Schulen. "Im kooperativen Bildungsföderalismus müssen wir regelmäßig kritisch überprüfen, ob unser Bildungssystem in seinen verschiedenen Bereichen funktioniert", betonte die Ministerin.

Das Bildungsministerium werde nun die Ergebnisse der IQB-Studie auswerten. Das gelte auch für die Frage der Vor- und Nachteile eines geschlechterspezifischen Unterrichts: Die Studie zeigt, dass insbesondere Jungen sich in allen Kompetenzbereichen verschlechtert hätten. "Wir müssen überlegen, welche Werkzeuge neben der gezielten Mädchenförderung nötig sind, um diese Lücke zwischen Jungen und Mädchen zu schließen."