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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Neues Kulturerbe im echten Norden

Datum 11.12.2018

Die Helgoländer Börteboote und das deutsch-dänische Grenzland zählen nun offiziell zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands.

Zwei Börteboote transportieren Menschen von der Fähre zur Insel Helgoland. Die Helgoländer Dampferbörte bewirbt sich um Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Weltkulturerbes. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Helgoländer Dampferbörte zählt ab sofort zum nationalen Immateriellen Kulturerbe. © W. Diederich / grafikfoto.de

Das Biikebrennen, das Reetdachdecker-Handwerk und das Niederdeutsche Theater - sie alle zählen zum Immateriellen Kulturerbe. Nun ist diese Liste um zwei weitere Punkte reicher: Wie die Kultusministerkonferenz mitteilte, wurden die Helgoländer Börteboote und das deutsch-dänische Grenzland in das nationale Verzeichnis der UNESCO aufgenommen. "Das ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung unserer kulturellen Tradition sondern auch eine Verpflichtung, diese zu wahren und zu pflegen", sagte Kulturministerin Karin Prien.

Markenzeichen und Touristenattraktion

Seit 65 Jahren bringen die Börteboote Passagiere von den großen Seebäderschiffen an Land. Im Sommer ist der Hafen für größere Schiffe gesperrt, weil das Wasser an der Helgoländer Landungsbrücke nicht tief genug ist. In den hochseetüchtigen Holzbooten finden für die kurze Fahrt zwischen Schiff und Hafen rund 50 Menschen Platz. Heute ist das "Ausbooten" Markenzeichen und Touristenattraktion gleichermaßen.

Im April 2014 hatten Helgoländer Seeleute die Aufnahme der Börteschifffahrt in die Kulturerbeliste beantragt. Zehn Schiffer hatten sich extra mit drei Booten auf den Weg von der Nordsee-Insel nach Kiel gemacht, um den Antrag zu überreichen.

Vorbildliches Zusammenleben in der Grenzregion

Auch das Zusammenleben von Mehr- und Minderheiten entlang der deutsch-dänischen Grenze steht sinnbildlich für Schleswig-Holstein. Anfang 2018 hatten Vertreter der deutschen und der dänischen Minderheit den Aufnahmeantrag gestellt. "Ich freue mich sehr, dass das seit Jahrzehnten gewachsene und erfolgreiche Minderheitenmodell in der deutsch-dänischen Grenzregion nun auch durch die UNESCO anerkannt wird", sagte Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen.

Freude herrscht auch bei den Antragstellern: "Wir freuen uns enorm", sagte der Vorsitzende des kulturellen Hauptverbands der dänischen Minderheit, Jon Hardon-Hansen. Mit dem Minderheitenmodell im deutsch-dänischen Grenzland hätten beide Länder eine Kluft überwunden, die in vielen anderen Teilen Europas und der Welt unüberwindlich erscheint. "Der Kulturerbe-Status schafft Aufmerksamkeit dafür, dass so etwas möglich ist."Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bunds deutscher Nordschleswiger ergänzte: "Unser friedliches und konstruktives Zusammenleben ist in den letzten vielen Jahrzehnten stetig gewachsen. Es ist immer wieder wichtig daran zu erinnern, wo wir herkommen und dass dies keine Selbstverständlichkeit ist."

Schutz für kulturelle Ausdrucksformen

Der Status des immateriellen Kulturerbes schützt besondere "kulturelle Ausdrucksformen". Das Verzeichnis erfasst 97 Kulturformen und 9 Gute-Praxis-Beispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes in ganz Deutschland. Dazu zählen unter anderem gesellschaftliche Bräuche, Rituale oder Feste, Handwerkstechniken, Sprachen sowie Kunstformen wie Theater, Tanz oder Musik.