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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Allianz für gute Rechtschreibung

Datum 07.12.2018

Voneinander lernen und gemeinsam die Rechtschreibung an Grundschulen verbessern – das ist das Ziel einer Kooperation mehrerer Länder.

Ein Stift liegt auf einem korrigierten Schulaufsatz. Rechtschreibung in der Grundschule (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Rund 22 Prozent der Schüler verlassen die Grundschule ohne adäquate Rechtschreibkenntnisse. © M. Staudt / grafikfoto.de

Ein orangefarbener Körper, Kulleraugen, Knopfnase – mit den Sockenpuppen Fu und Fara haben viele Menschen im echten Norden lesen und schreiben gelernt. Doch immer mehr Kinder verlassen die Grundschule, ohne richtig schreiben zu können. "Das können wir nicht länger zulassen. Wir müssen handeln", sagte Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke in Norderstedt.
Gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) hatte das Bildungsministerium zu einer Fachtagung mit dem Titel "Orthographie lehren und lernen an Grundschulen" geladen. Diese Tagung ist Teil einer einer Fortbildungsinitiative von Schleswig-Holstein, Hamburg und Baden-Württemberg sowie der Bund-Länder-Initiative "Bildung durch Sprache und Schrift".

Kompetenzen bündeln

2016 hatte das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) eine bundesweite Studie zur Rechtschreibkompetenz der Grundschüler veröffentlicht. Fast 22 Prozent der schleswig-holsteinischen Schüler hatten damals nicht einmal die Mindeststandards erfüllt, die Zahlen in den anderen Ländern waren ähnlich. Die Ergebnisse seien alarmierend gewesen, betonte Stenke: "Das ist für eine hochentwickelte Industrie- und Wirtschaftsnation schon fast beschämend."

Die länderübergreifende Kooperation sei daher sehr wertvoll, sagte die Staatssekretärin: "Unsere Form der Zusammenarbeit bringt vielleicht eine neue Facette in die Föderalismusdebatte. Wir können eigene Länderkonzepte entwickeln, voneinander lernen, uns austauschen und gemeinsam handeln, wo es zielführend ist." Zwar liege die grundsätzliche Stärke des föderalen Bildungssystems darin, maßgeschneiderte Antworten auf regionale Erfordernisse zu finden. Aber das müsse nicht heißen, dass jeder für sich allein agierte: "Wir zeigen, dass das auch anders geht", sagte Stenke.

Mehrere Personen sitzen nebeneinander an einem Tisch. Die Projektpartner um Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke (l.) stellten ihre Pläne in Norderstedt vor. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Projektpartner um Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke (l.) stellten ihre Pläne in Norderstedt vor. © Bildungsministerium

Rechtschreibung ist elementare Grundlage

Ohne die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben seien die meisten wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen nahezu undenkbar, erklärte die Staatssekretärin. "Es liegt in unserer Verantwortung, als Lehrkräfte, als Politikerinnen und Politiker, den Weckruf zu hören und in Handeln zu überführen." Am Ende der vierten Klasse müsse möglichst jedes Kind über solide Rechtschreibkenntnisse verfügen.

Besondere Förderung

Seit dem Schuljahr 2014/15 läuft in Schleswig-Holstein das Projekt "Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark". Rund 170 Grundschulen sind schon dabei. Im Sommer 2018 traten darüber hinaus die neuen "Fachanforderungen Deutsch Primarstufe" in Kraft, die den Rechtschreib-Erwerb wieder stärker in den Fokus des Unterrichts rücken. Richtiges Schreiben sei eine lebenslange Aufgabe und erfordere viel Übung, sagte Stenke: "Das ist ein Aspekt, der in den vergangenen Jahren bei all den Dingen, die Grundschule heute leisten soll, vielleicht zu kurz gekommen ist."