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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Die Sprachenvielfalt im Land sichern

Datum 17.11.2020

Wie können die Sprachen im echten Norden geschützt werden? Mit dieser Frage befasst sich der Handlungsplan Sprachenpolitik der Landesregierung.

Dänisch, Friesisch, Romanes und Niederdeutsch: Im echten Norden werden neben Hochdeutsch viele Sprachen gesprochen. Für die Landesregierung ist klar: Diese Vielfalt soll es auch in Zukunft weiter geben. Aus diesem Grund hat das Kabinett nun den Handlungsplan Sprachenpolitik verabschiedet. Er soll dafür sorgen, dass die Minderheitensprachen Dänisch, Friesisch und Romanes sowie die Regionalsprache Niederdeutsch im Alltag noch sichtbarer werden – oder besser gesagt: hörbarer.

Mehrwert im Alltag

Die Landesregierung ist überzeugt: Die Minderheiten- und Regionalsprachen bieten einen Mehrwert – ob im Ehrenamt, im Berufsalltag oder in Schule, Aus- und Weiterbildung. "Dänisch, Friesisch, Romanes und Niederdeutsch gehören zu Schleswig-Holstein und machen unser Land so besonders. Diese Vielfalt der Sprachen werden wir weiterhin schützen und stärken", sagte Ministerpräsident Daniel Günther.

Schon seit langer Zeit sinkt die Zahl der Sprecher:innen der Minderheiten- und Regionalsprachen. So kommen zum Beispiel viele Kinder und Jugendliche kaum mit dem Niederdeutschen in Berührung. Ein wichtiger Baustein der Sprachenpolitik ist und bleibt daher die Bildung. Denn: Nur, wer eine Sprache auch erlernt hat, kann sie sprechen und weitergeben.

Bildung ist die Grundlage

Deshalb will die Landesregierung in den kommenden Jahren weitere "Modellschulen Niederdeutsch" einrichten. Derzeit steht an 42 solcher Schulen neben Deutsch und Englisch auch "Platt" auf dem Stundenplan. Unterstützung bekommen die Lehrer:innen der Modellschulen vom IQSH, das Unterrichtsmaterial und Fortbildungen anbietet.

Ergänzend dazu sollen im Land auch Modellschulen für Dänisch und Friesisch entstehen. Damit es dafür genug Lehrer:innen gibt, soll das Lehramtsstudium in Niederdeutsch und Friesisch attraktiver werden.

Mehr Sichtbarkeit in den Medien

Eine weitere wichtige Säule des Handlungsplans bilden die Medien: Mit ihrer großen Reichweite können Radioprogramme, TV-Sender und Zeitungen wichtige Kanäle sein, um die Sprachenvielfalt stärker in den Alltag zu holen. "Hier stehen Präsenz und Wertschätzung der Sprachen in der Öffentlichkeit und der Wunsch nach Angeboten für alle Generationen im Mittelpunkt", sagte Günther.

Schon heute gibt es Medien-Angebote für die Minderheitensprachen. Ein Beispiel ist der friesische Radiosender "FriiskFunk", der seit zehn Jahren auf Sendung ist.

Aus dem Archiv: "Friesische Kultur für die Ohren"

Viel Arbeit, viele Chancen

"Wir gehen weitere wichtige Schritte zur Stärkung unserer Regional- und Minderheitensprachen", sagte der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen. Mit dem Handlungsplan Sprachenpolitik habe der echte Norden ein ganz eigenes Format gefunden, das von den Vertreter:innen der Regional- und Minderheitensprachen innerhalb, aber auch außerhalb Schleswig-Holsteins beachtet werde. "Ich bin mir sicher, wir stehen damit sehr gut da", sagte Callsen.

Weitere Informationen

Handlungsplan Sprachenpolitik (Stand November 2020) (PDF 806KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

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