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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Sicherer Umgang mit Fake News & Co.

Datum 11.12.2019

In Kiel haben die Landesregierung und der Offene Kanal erstmals den Medienkompetenzpreis des Landes vergeben.

Die Nachrichten per App, die schönsten Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken, das Bewerbungsschreiben per E-Mail – ob privat oder in Schule, Ausbildung und Berufsleben, digitale Medien gehören gerade für jüngere Menschen längst zum Alltag. Umso wichtiger ist es, mit diesen Medien vernünftig umgehen und sie auch kritisch hinterfragen zu können.

Fake News entlarven, Programmieren lernen, eigene Filme produzieren: Zahlreiche Medienprojekte von Schulen, Kommunen und sozialen Einrichtungen im ganzen Land fördern genau diese Fähigkeiten. Neun von ihnen hat der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter, nun gemeinsam mit Vertretern der Landesregierung und des Offenen Kanal Schleswig-Holstein mit dem Medienkompetenzpreis des Landes ausgezeichnet. Der Preis war in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben worden.

Bildung und Teilhabe sicherstellen

"Sie bringen mit Ihren Ideen Medienkompetenz ins Land", bedankte sich Schrödter während der Preisverleihung in Kiel bei allen Teilnehmern für ihr großes Engagement. "Damit tragen Sie entscheidend zur Demokratiebildung bei." Da sich die Medienlandschaft rasant verändert habe, sei Medienkompetenz heute wichtiger denn je. "Wir wollen eine umfassende Medien­bildung sicherstellen und gesellschaftliche Teilhabe sichern. Wenn wir beide Punkte beachten, wird Medienkompetenz zur echten Chance", erklärte der Chef der Staatskanzlei. Der Preis sei ein wichtiges Signal für alle, die dieses Thema in Schleswig-Holstein weiter voranbringen wollen.

13.000 Euro Preisgeld

Der Medienkompetenzpreis wurde in zwei Kategorien vergeben: Für die Kategorie "außerschulische Projekte" konnten sich Einrichtungen der Jugendarbeit, Erwachsenen­bildung oder Kinderbetreuung bewerben. Bei den "außerunterrichtliche Projekten" waren dagegen Initiativen gefragt, die zwar an Schulen oder in Kooperation mit Schulen stattfanden, aber weit über den normalen Fachunterricht hinausgingen. In beiden Kategorien wurden jeweils drei Plätze vergeben, die Projekte erhielten ein Preisgeld von 3.000, 2.000 und 1.000 Euro. Zusätzlich verlieh das Netzwerk Medienkompetenz des Offenen Kanals einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis. Insgesamt hatten sich 47 Projekte aus dem ganzen Land beworben.

Alle Preisträger

  1. "Außerschulisch"
  2. "Außerunterrichtlich"
  3. Sonderpreis

"Außerschulisch"

Außerschulisch (Schulen sind nicht involviert)

Kategorie: Außerschulische Projekte

1. Flensburger Jugendring, Flensburg – #Cyber Detectives 1.0

Im Jugendtreff "die exxe" erarbeiteten Fachkräfte mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren Regeln zur Nutzung von sozialen Netwerken und dem Internet: Woran lassen sich zum Beispiel manipulierte Bilder erkennen? Und was gilt es beim Thema Datenschutz im Internet zu beachten? Die Jugendlichen haben daraus eine Info-Broschüre mit Tipps für Gleichaltrige entwickelt. Der Jugendring plant eine Fortsetzung des Projektes für 2020.

2. Ev. Kita Sterntaler, St. Michaelisdonn – Medienerziehung und Medieneinsatz in der Kita

In der Kindertagesstätte "Sterntaler" erstellen Kinder mithilfe von Tablets eigene kleine Trickfilme: Sie bestimmen die Themen, lernen den Umgang mit Kamera und Schnittprogramm. Dabei wird den Kindern vermittelt, dass Tablets keine Spielzeuge, sondern Werkzeuge sind.

3. Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein, Rendsburg – Mobiler Musikschulunterricht

Für viele Kinder und Jugendliche, die in Schleswig-Holstein auf dem Land wohnen, ist der Weg zu nächsten Musikschule sehr weit. Seit 2017 erprobt der Landesverband der Musikschulen deswegen den Einsatz von digitalen Medien und Tablets für den Unterricht. Damit lernen Schüler beispielweise neue Gitarrenstücke per Videoaufzeichnung oder musizieren mithilfe von Apps. Bislang setzen rund 100 Musiklehrer die neuen Angebote in ihrem Unterricht ein.

"Außerunterrichtlich"

Außerunterrichtlich (außerhalb des regulären Unterrichts und der Fachanforderungen)

Kategorie: Außerunterrichtliche Projekte

1. Platz: Büchereizentrale im Büchereiverein Schleswig-Holstein, Rendsburg – Die FakeHunter

Bei dem Planspiel "Die FakeHunter" müssen Schüler der 8. Klasse als Detektive Meldungen auf einer fiktiven Nachrichtenseite überprüfen: Sind Lieferdienste auf dem Land wirklich teurer als in der Stadt? Ist Zucker ein Heilmittel gegen Infektionen? Wird der Buß- und Bettag bald ein neuer Feiertag in Schleswig-Holstein? In dem Projekt lernen die Jugendlichen, wie sie solche Artikel am besten auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen können.

2. Platz: Verein K9-Koordination für regionale Kultur, Itzehoe – Dreiklang der Westküste

Wie erleben Menschen, die nicht sehen können, ihre Umwelt? Wie klingen Bahnhöfe, Wochenmärkte oder Rathäuser, wenn man einmal genau hinhört? In dem Projekt "Dreiklang der Westküste" setzen sich Schüler aus den Kreisen Nordfriesland, Dithmarschen und Steiburg mit genau dieser Frage auseinander und erstellen "akustische Stadtrundgänge" für Menschen mit Sehbehinderungen. Die Schüler lernen, wie sie Geräusche aufnehmen und bearbeiten können, und beschäftigen sich gleichzeitig mit dem Thema Inklusion.

3. Platz (geteilt): Helene-Lange-Gymnasium, Rendsburg – Medienkompetenztag

Seit 2011 gibt es am Helene-Lange-Gymnasium den Medienkompetenztag für Schüler der 5. bis 8. Klasse. Dabei tauschen sich die Jugendlichen unter anderem über das Thema Mobbing im Internet aus, produzieren eigene YouTube-Videos und lernen, wie sie ihre persönlichen Daten am besten schützen können.

3. Platz (geteilt): Kreis Dithmarschen – Mediascouts

In dem Projekt "Mediascouts" informieren ältere Jugendliche aus dem Kreis Dithmarschen Fünft- und Sechstklässler über mögliche Gefahren im Internet. Außerdem besuchen die Jugendlichen Elternabende und reden mit den Erwachsenen über Themen wie Computerspiele und Handyregeln für Kinder.

Sonderpreis

Sonderpreis

Sonderpreis des Netzwerks Medienkompetenz SH

Kreisjugendring Stormarn, Bad Oldesloe – Festival für digitale Medien

Der Kreisjugendring Stormarn veranstaltet jedes Jahr ein Festival für digitale Medien – 2018 unter dem Titel "Wir sind. We are. VR." Dabei konnten die Besucher zahlreiche neuen Technologien ausprobieren, mit 3D-Druckern eigene Kunstwerke erschaffen und mithilfe einer Virtual-Reality-Brille über eine schmale Brücke zwischen zwei Hochhäusern balancieren. Eltern fanden Beratungsangebote zum Thema Mediensucht und konnten Jugendlichen beim Programmieren über die Schulter sehen. Die Jugendlichen waren außerdem dazu aufgefordert, sich in eigenen Beiträgen (beispielsweise Comics oder Fotocollagen) kreativ mit der Faszination virtueller Welten auseinander zu setzen.

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