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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Königin in Kiel

Datum 04.09.2019

Ministerpräsident Daniel Günther hat die dänische Königin Margrethe II. in der Landeshauptstadt empfangen und lobte die deutsch-dänische Freundschaft.

Nach einem Besuch im Landeshaus begrüßte Ministerpräsident Daniel Günther Königin Margrethe II. vor dem Haus B. Dort trug sie sich nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch in das Gästebuch der Landesregierung ein. Als Geschenk überreichte Günther der Königin einen Bilddruck des schleswig-holsteinischen Ehrenbürgers Armin Mueller-Stahl.

In einer Rede am Rande eines Mittagessens bezeichnete der Regierungschef das Verhältnis von Dänen und Deutschen als echte und aufrichtige Freundschaft. "Was vor bald 100 Jahren zur Zeit der Grenzabstimmung noch kühne Vision war, ist heute gelebte Realität. Aus ehemaligen Feinden wurden gute Nachbarn und echte Freunde", sagte Günther in Kiel. Zum Essen eingeladen hatten der Ministerpräsident und der Landtagspräsident, außerdem waren unter anderem das Kabinett sowie der Ältestenrat und der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel, Ulf Kämpfer, dabei.

Eine Frau sitzt an einem Tisch und schreibt in ein Buch, ein Mann schaut ihr dabei über die Schulter. Im Haus B trug sich die Monarchin in das Gästebuch der Landesregierung ein. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Im Haus B trug sich die Monarchin in das Gästebuch der Landesregierung ein. © Staatskanzlei

Botschafter und Brückenbauer

Am stärksten sichtbar sei diese Freundschaft in der gemeinsamen Grenzregion, erklärte der Regierungschef weiter. Dort werde grenzübergreifend gehandelt, gearbeitet und gelernt. Es gebe eine enge Zusammenarbeit in Politik und Wirtschaft, Kooperationen zwischen den Hochschulen sowie einen Austausch zwischen den Museen. "All das kommt nicht von ungefähr. Vor allem unsere Minderheiten haben an dieser Erfolgsgeschichte ganz erheblich mitgeschrieben: die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein", betonte der Ministerpräsident. Sie seien Brückenbauer und Botschafter für die Kultur des Nachbarn.

Die Freundschaft feiern

"Im kommenden Jahr feiern wir 100 Jahre Festlegung der deutsch-dänischen Grenze", sagte Günther. Das sei ein guter Grund, gemeinsam das "Deutsch-Dänische Kulturelle Freundschaftsjahr 2020" auszurufen und das Jubiläum der Volksabstimmung mit vielen Aktionen in beiden Ländern gebührend zu feiern. "Dass die Königin zum Auftakt der Feierlichkeiten zu dieser Reise nach Schleswig-Holstein angetreten ist, empfinden wir als große Ehre und schöne Geste", stellte der Regierungschef fest.

Anschließend begleitete Ministerpräsident Günther Margarethe II. zu weiteren Terminen im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in der Landeshauptstadt. Am Abend ist er zu Gast bei einem Galadinner der dänischen Minderheit in der A.P. Møller Schule in Schleswig. Donnerstagvormittag besucht Günther gemeinsam mit der Königin die Unesco-Welterbestätten Danewerk und Haithabu. Anschließend ist er Gastgeber eines Empfangs für die Königin auf Schloss Gottorf.

Auftakt in Flensburg

Die dänische Königin Margrethe II. war am Vortag mit der königlichen Yacht "Dannebrog" im Flensburger Hafen angekommen, wo sie bei strömendem Regen von Günther, Oberbürgermeisterin Simone Lange, dem dänischen Generalkonsul Kim Andersen und Kindern aus Schulen der dänischen Minderheit im Norden herzlich empfangen wurde. Zum Auftakt ihrer viertägigen Reise trug sich Königin Margrethe II. ins Goldene Buch der Stadt Flensburg im Rathaus ein. Außerdem besuchte Margrethe II. ein Altenheim, eine deutsch-dänische Schule sowie das dänische Unternehmen Danfoss und das Industriemuseum Kupfermühle in Harrislee.

Große Ehre für Günther

Bei einem gemeinsamen Essen im dänischen Generalkonsulat in Flensburg überreichte Margrethe II. überreichte Günther das Kommandeurskreuz des Dannebrogordens für seine besonderen Verdienste um die deutsch-dänische Zusammenarbeit. "Diese Ehrung berührt mich sehr, denn die deutsch-dänische Partnerschaft ist eine Herzensangelegenheit für mich", sagte der Regierungschef. Es mache ihn glücklich und auch stolz, dass die Königin ihn zum Komtur des Dannebrogordens ernannt habe: "Mir ist bewusst, dass ich diesen Orden stellvertretend für die vielen Menschen trage, die sich für unser Miteinander engagieren. Für mich ist das ein großer Ansporn, unsere Arbeit fortzusetzen."

Mehr erfahren: Eine ganz besondere Ehre (Meldung vom 3. September 2019)

Ein Mann im Anzug steht in einem kleinen Raum mit Fensterfront und Blick ins Grüne. Er hält ein kleines Kästchen mit einem Orden in den Händen und lächelt in die Kamera. Ministerpräsident Günther ist erst der vierte Nicht-Däne, der das Kommandeurskreuz in den letzten fünf Jahren erhalten hat. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ministerpräsident Günther mit dem Dannebrog-Orden. © Keld Navntoft, Kgl. Dänisches Generalkonsulat, Flensburg

Einzigartiges Zusammenleben

Der Besuch der Königin sei als Auftakt für die offiziellen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der friedlichen Volksabstimmung über die deutsch-dänische Grenze zu werten, teilte das dänische Generalkonsulat in Flensburg mit.1920 hatten die Einwohner des Grenzlandes über den zukünftigen Grenzverlauf abgestimmt – und damit den Grundstein für das friedliche Zusammenleben in der Region gelegt. Heute ist die Minderheitenpolitik im Grenzland vorbildhaft in Europa – seit 2018 zählt sie zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Rund 50.000 Menschen in Schleswig-Holstein gehören der dänischen Minderheit an.