Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Gute Perspektiven

Datum 18.07.2019

Zum Abschluss seiner einwöchigen Afrika-Reise hat Bundesratspräsident Günther ein sehr positives Fazit gezogen.

"Die Perspektiven sind ausgesprochen gut.", sagte Bundesratspräsident Daniel Günther am letzten Tag seiner Reise, die ihn drei Tage nach Angola und vier Tage nach Namibia geführt hatte. Der Regierungschef sieht gute Chancen für die Zusammenarbeit mit den zwei südwestafrikanischen Staaten – vor allem in den Bereichen Marineschiffbau, Hochschulen und erneuerbare Energien.

In Angola habe er sehr deutlich wahrgenommen, dass die dortige Regierung in vielen Bereichen einen Kurswechsel eingenommen habe. "Wichtig ist, dass es dort den ernsthaften Willen gibt, Korruption stärker zu bekämpfen", sagte er am Mittwoch. Dies sei ein wichtiges Signal für Firmen, die in Angola investieren wollen.

Viele Kooperationsmöglichkeiten

Viele Kooperationsmöglichkeiten sieht Günther bei den erneuerbaren Energien. Besonders in Namibia bahnten sich bereits konkrete Projekte an, die man gemeinsam realisieren wolle. Dazu habe es bereits Gespräche seitens der mitgereisten Unternehmensvertreter gegeben. Auch die Hochschule Flensburg und die Universität für angewandte Ingenieurwissenschaften in Windhoek wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Beide südwestafrikanischen Länder wollen zudem den Studentenaustausch mit Deutschland ausbauen.

Mit Blick auf Namibias Forderung nach finanzieller Wiedergutmachung für die Verbrechen der Kolonialtruppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika Anfang des 20. Jahrhunderts sagte Güther, es sei in den Gesprächen nicht um das Thema Finanzen gegangen und verwies auf die Bundesregierung. Er unterstrich erneut, Deutschland stelle sich seiner Verantwortung für das begangene Leid. "Mein Besuch sollte das Zeichen setzen, dass wir möglichst schnell Ergebnisse finden". Die Bundesrepublik habe in Namibia schon viel auf den Weg gebracht: Seit der Wiedervereinigung seien bereits eine Milliarde Euro in die Entwicklungshilfe geflossen. "Das ist der Weg, den wir auch weiter beschreiten sollten."

Reiseprogramm in Namibia

Nach seinem dreitägigen Besuch in Angola war Bundesratspräsident Daniel Günther am Sonntag in Namibia angekommen. In der Hauptstadt Windhoek besichtigte er unter anderem die Wasseraufbereitungsanlage Wingoc. Hier wird Abwasser zu Trinkwasser umgewandelt. Der Betrieb wird durch die deutsche KfW-Förderbank unterstützt. Er produziert täglich rund 21.000 Kubikmeter sauberes Wasser und deckt damit rund ein Drittel des Bedarfs der namibischen Hauptstadt.

Treffen mit Präsident und Ministern

Am Montag standen für den Bundesratspräsidenten zahlreiche Gespräche mit Spitzenpolitikern auf dem Programm. So traf Günther am Morgen beispielsweise Netumbo Nandi-Ndaitwah, die nicht nur Ministerin für Internationale Beziehungen und Kooperation, sondern auch stellvertretende Premierministerin des südwestafrikanischen Landes ist. Anschließend wurde er im Präsidentenpalast vom namibischen Staatsoberhaupt Dr. Hage Geingob empfangen. Am Nachmittag besuchte Günther unter anderem das Parlament und die Namibia University of Science and Technology.

Klare Worte im Nationalrat

Ein Mann steht an einem Rednerpult in einem Sitzungssaal und spricht. Mehrere Menschen hören ihm zu. Zuvor hatte Günther bei seiner Ansprache vor dem Nationalrat klare Worte zu den deutschen Verbrechen während der Kolonialzeit gefunden. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Bei seiner Ansprache vor dem Nationalrat bekannte sich Günther zur deutschen Schuld für Verbrechen während der Kolonialzeit. © Staatskanzlei

Am Dienstag traf sich der Nationalrat, die zweite Kammer des namibischen Parlaments, zu einer Sondersitzung anlässlich des Besuches des Bundesratspräsidenten. Nach einem Gespräch mit der Ratsvorsitzenden Margaret Mensah-Williams hielt Günther dort eine Ansprache. Dabei thematisierte er auch die gemeinsame Kolonialgeschichte der beiden Länder – Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie. "Die Schrecken, die Deutsche Anfang des 20. Jahrhunderts an den Menschen dieses Landes – insbesondere an den Herero und Nama – verübt haben, bleiben unvergessen", sagte Günther. Er ist der erste ausländische Politiker, der vor dem Nationalrat sprechen durfte.

Die Folgen der damaligen Verbrechen würden bis heute nachwirken, erklärte der Bundesratspräsident weiter. Diese historische Schuld erkenne Deutschland an. "Auch wenn der Begriff erst später mit rechtlichen Normen unterlegt wurde – die damaligen im deutschen Namen begangenen Gräueltaten waren das, was heute als Völkermord bezeichnet werden würde." Am Nachmittag legte Günther auf dem Memorial Park Cemetery in der Küstenstadt Swakopmund Blumen nieder. Während des Aufstandes der Herero und Nama von 1904 bis 1908 hatte die deutsche Kolonialmacht dort ein Gefangenenlager betrieben.

Besichtigung des Tiefseehafens

Vor seiner Rückkehr nach Deutschland hat der Bundesratspräsident am Mittwoch in Walvis Bay (rund 30 Kilometer südlich von Swakopmund) Austernfarmen und den einzigen Tiefseehafen Namibias besucht. Mit einer Umschlagmenge von rund fünf Millionen Tonnen Fracht im Jahr gehört Walvis Bay zu den wichtigsten Häfen im südlichen Afrika. Hier besichtigte Günther unter anderem den neuen Containerterminal und traf den Geschäftsführer des Hafenbetreibers. Am Nachmittag sprach er mit der Bürgermeisterin von Swakopmund und dem Gouverneur der Region.

Impressionen aus Namibia