Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Als die Matrosen rebellierten

Datum 10.07.2018

Nach Aufenthalten in Kiel und Rendsburg ist die Wanderausstellung zum Matrosenaufstand nun in Flensburg zu sehen.

Protestzug von Matrosen und Arbeitern in Kiel Anfang November 1918Der Matrosenaufstand von 1918 läutete das Ende des Ersten Weltkriegs ein. © Fotosammlung Stadtarchiv Kiel

Vor einhundert Jahren weigerten sich zahlreiche Matrosen der deutschen Kriegsmarine in Wilhelmshaven und Kiel, ihre Schiffe zu betreten. Zuvor hatte die Marineführung beschlossen, eine Entscheidungsschlacht gegen die britische Grand Fleet zu suchen. Die kriegsmüden Soldaten sahen die bevorstehende Schlacht als sinnloses Opfer ihres eigenen Lebens. Gegen eine überlegene Flotte in den Tod zu ziehen, nur für die Rettung einer militärischen Ehre, die ohnehin nur den Offizieren zuteil geworden wäre – undenkbar.

Die als Matrosenaufstand in die Geschichte eingegangene Befehlsverweigerung markiert den Anfang vom Ende des Ersten Weltkrieges und des Wilhelminischen Kaiserreiches. Im Jubiläumsjahr 2018 erinnern zahlreiche Aktionen insbesondere in der Landeshauptstadt Kiel an die Ereignisse aus dem November 1918 – darunter auch die vom Land konzipierte Wanderausstellung "Revolution 1918 – Aufbruch in Schleswig-Holstein". Nach Stationen in Kiel und Rendsburg ist sie nun täglich am Museumshafen in Flensburg zu sehen. Begleitet wird sie durch Ausstellungsvermittler des Landesbeauftragten für politische Bildung. Der Eintritt ist frei.

Flächenbrand in die Demokratie

Zwei rote Container mit dem Logo der Ausstellung auf einem LKW mit Anhänger. Bis November tourt die Ausstellung durch den echten Norden. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Ausstellung zum Matrosenaufstand macht an Stationen im ganzen Land Halt. © IGLHAUT+von GROTE

Der Kieler Matrosenaufstand gilt bis heute als der bedeutendste Beitrag Schleswig-Holsteins zur deutschen und europäischen Geschichte. Von Kiel aus verbreiteten sich die Unruhen durch das ganze Land, und sorgten so letztlich für Kriegsende, Abdankung des Kaisers und die Umwandlung des Kaiserreiches in eine parlamentarische Demokratie. Vor diesem Hintergrund lädt die Ausstellung ihre Besucher auch zur Reflektion über die schwierigen Anfänge der Demokratie in Deutschland ein. Insbesondere für Schulklassen wurde hierfür begleitendes Unterrichtsmaterial entwickelt.

Multimediale Aufarbeitung

Die Wanderausstellung präsentiert die Ereignisse im November 1918 in zwei alten Hochseecontainern, und setzt sich beispielsweise mit den unterschiedlichen Reaktionen der Bevölkerung auseinander. Viele der präsentierten Bilder, Zeitzeugenberichte und Originaldokumente wurden erstmalig veröffentlicht oder vertont.

Weitere Stationen bis November

Die Wanderausstellung wurde am 6. Mai in Kiel eröffnet. Nach ihrem Aufenthalt in Flensburg macht sie Station in Molfsee, Husum, Neumünster und Lübeck. Zuletzt wird sie abermals Kiel zu sehen sein, wo sie am 11. November endet – dem 100. Jahrestag des Kriegsendes.