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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Ausgrabung auf einer Warft in der Wiedingharde, Kreis Nordfriesland

Im Vorfeld einer Neubebauung wurde der südliche Bereich einer als Fundstelle bereits bekannten Warft (LA 13) untersucht.

Ende April bis Anfang Mai untersuchten Mitarbeiter des ALSH die Baugrube eines Mehrfamilienhauses auf einer Warft in der Wiedingharde, Gemeinde Klanxbüll, Kreis Nordfriesland. Im Vorfeld der Neubebauung wurde der südliche Bereich einer als Fundstelle bereits bekannten Warft (LA 13) untersucht.

Die Profile der Baugrube verliefen in West-Ost Richtung, sodass der Aufbau der Warft in zwei Aufschüttungsphasen gut erkennbar war. Die erste Nutzungsphase der Warft liegt nach Ausweis der Keramik im Hochmittelalter, in der 2. Hälfte des 11. bis ins 12. Jahrhundert. Unter anderem wurden vier Sodenbrunnen und eine Zisterne dokumentiert. Ein einzelner, gut erhaltener Eichenpfosten wurde nach der Einmessung geborgen. Die dendrochronologische Untersuchung der Holzprobe ergab ein Fälldatum von 1085 n. Chr. Zwar kann eine Zweitverwendung des massiven Pfostens an dieser Stelle nicht ausgeschlossen werden, jedoch ist eine Datierung ins Hochmittelalter für die Nutzung der Warft damit gesichert.

Wandscherbe mit Pingsdorf-artiger BemalungWandscherbe mit Pingsdorf-artiger Bemalung © ALSH

Einen besonderen Befund stellt sicherlich die Zisterne in der NW-Ecke der Baugrube dar. Es handelt sich um eine ovale Sodenkonstruktion, die in der Mitte durch eine Quermauer aus Soden in zwei Kammern geteilt wird. Außer organischem Material aus einer Stallmistschicht im südlichen Bereich der Warft wurden Scherben von zumeist grob gemagerter Kugeltopfware geborgen. Eine einzelne Wandscherbe mit Pingsdorf-artiger Bemalung stammt aus einer Grabenverfüllung und somit aus einem der ältesten Befunde, aus der Zeit vor dem Warftauftrag.

Drei der Sodenbrunnen liegen konzentriert im Nordwesten der untersuchten Fläche. Die Überschneidung der Brunnenbaugruben lässt auf eine längere Nutzungszeit der Warft schließen sowie auf eine wenig veränderte oberirdische Anordnung der Einbauten: die Wasserversorgung lag damit über einen längeren Zeitraum an gleicher Stelle.

Zisterne in Klanxbüll Zisterne in Klanxbüll (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Zisterne in Klanxbüll © ALSH

Luftbild des nordwestlichen Bereichs der Baugrube. Blick nach Süd. Die Zisterne mit den zwei Kammern liegt in der Bildmitte. In der westlichen Kammer ist ein Sodenbrunnen eingebaut. Die Baugrube des mittleren Brunnens schneidet die Zisternenmauer, der mittlere Brunnen wird wiederum von dem jüngsten Brunnen im Norden geschnitten. Drei aufeinander folgende Brunnenbauten in enger räumlicher Nachbarschaft lassen auf funktionale Kontinuität in der Nutzung der Warftoberfläche schließen.