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Legionellenuntersuchung

© G. Petzold, Sozialministerium

Legionellenuntersuchung

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser leben und beim Menschen schwere Erkrankungen wie die „Legionärskrankheit“ oder das leichter verlaufende „Pontiac-Fieber“ auslösen können. Sie wurden daher in die verpflichtenden Untersuchungen nach der Trinkwasserverordnung aufgenommen.

Welche Anlagen müssen untersucht werden?

Alle Wasserversorgungsanlagen der Trinkwasser-Installation oder mobile Versorgungsanlagen, die über eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung verfügen (mehr als 400 Liter Speichervolumen oder mehr als drei Liter Rohrleitungsvolumen zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle), sind zukünftig auf Legionellen zu untersuchen beziehungsweise untersuchen zu lassen. Dies gilt für alle Anlagen, aus denen Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird, und die über Duschen oder andere Aerosol erzeugende Einrichtungen verfügen. Entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu den Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.

Wasserversorgungsanlagen, die Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit (zum Beispiel Krankenhäuser, Schulen, Kindertagesstätten) abgeben, sind mindestens jährlich zu untersuchen. Untersuchungen von Anlagen, die Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (zum Beispiel Mietshäuser) abgeben, sind mindestens alle drei Jahre vorzunehmen.

Dusche © M. Ruff, grafikfoto.de

Wer muss die Untersuchungen veranlassen?

Sollten Sie Inhaberin oder Inhaber einer der oben genannten Wasserversorgungsanlagen sein, so ist die Erstbeprobung Ihrer Trinkwasser-Installation von Ihnen bis zum 31. Dezember 2013 vorzunehmen. Die Untersuchung Ihres Trinkwassers können Sie von einer für den Parameter Legionellen akkreditierten und amtlich zugelassenen Trinkwasseruntersuchungsstelle vornehmen lassen. Das Ergebnis jeder Untersuchung ist zu dokumentieren.

Gibt es einen Messwert, ab dem Maßnahmen notwendig sind?

Für den Parameter Legionellen wurde ein technischer Maßnahmenwert von 100 KBE (= Kolonie bildende Einheiten) pro 100 Milliliter Trinkwasser festgesetzt. Eine Überschreitung dieses Wertes ist meist auf technische Mängel zurückzuführen und daher behebbar.

Was ist zu tun, wenn der technische Maßnahmewert überschritten wurden?

Sofern in Ihrer Wasserversorgungsanlage eine Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes festgestellt worden ist, ist diese Ihrer zuständigen Gesundheitsbehörde anzuzeigen.

Gleichzeitig sind Sie verpflichtet, unverzüglich Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen, eine Gefährdungsanalyse zu erstellen und entsprechende Abhilfemaßnahmen durchzuführen, die zum Schutz der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher erforderlich sind.
Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und die daraus möglicherweise entstehenden Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers sind die betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher unverzüglich zu informieren.
Eine sofortige Informationspflicht über die ergriffenen Abhilfemaßnahmen besteht auch gegenüber Ihrer zuständigen Gesundheitsbehörde.

Die Auswahl und Beauftragung eines Durchführenden für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse obliegt Ihnen als Inhaberin oder Inhaber der Trinkwasser-Installation. Soweit Sie die Gefährdungsanalyse nicht eigenständig durchführen können, kommen als Durchführende in den Bereichen Sanitärtechnik und Trinkwasserhygiene qualifizierte Mitarbeiter in Betracht, u.a. aus folgenden Unternehmen:

  • Handwerksbetriebe des Installationshandwerks (Vertrags-Installationsunternehmen nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV)) oder gemäß DIN EN ISO 17020 akkreditierte technische Inspektionsstellen für Trinkwasserhygiene,
  • nach Trinkwasserverordnung akkreditierte und nach § 15 Abs. 4 TrinkwV 2001 zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen,
  • Planungsbüros

Von einer ausreichenden Qualifikation kann dann ausgegangen werden, wenn die betreffende Person ein einschlägiges Studium oder eine entsprechende Berufsausbildung nachweisen kann und fortlaufende spezielle berufsbegleitende Fortbildungen eine weitere Vertiefung erkennen lassen (z.B. Fortbildung nach VDI 6023 (Zertifikat, Kategorie A), Fachkunde Trinkwasserhygiene des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima, DVGW-Fortbildungen zur Trinkwasserhygiene etc.).

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Weitere Informationen über die Untersuchung von Legionellen und über die Gefährdungsanalyse können Sie der Empfehlung "Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung" und den „Empfehlung für die Durchführung einer Gefährungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung“ des Umweltbundesamtes sowie dem Merkblatt Legionellen, das vom Medizinaluntersuchungsamt Kiel in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für soziale Dienste und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung erstellt wurde, entnehmen.

Zur Empfehlung "Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung"

Zur Empfehlung für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung

Zum Merkblatt Legionellen

Kontakt

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

Adolf-Westphal-Str. 4
24143 Kiel
Telefon: 0431 988-0
Fax: 0431 988-5416
De-Mail: Poststelle@sozmi.landsh.de-mail.de Hinweise zum Mailversand mittels DE Mail