Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Neue Fachanforderungen für Sachunterricht an Grundschulen

Staatskanzlei

Neue Fachanforderungen für Sachunterricht an Grundschulen

Fragen und Antworten zu den Fachanforderungen für Grundschulen.

Warum ist der Lehrplan Heimat- und Sachunterricht nicht mehr gültig?

Im Fach Sachunterricht bestand ein Aktualisierungsbedarf, weil der alte Lehrplan bereits über 20 Jahre alt war und nicht mehr alle relevanten Themen abdeckte.

Was ist der Unterschied zwischen einem Lehrplan und Fachanforderungen?

Lehrpläne zielen auf die „Planung des Lehrens“ ab und transportieren damit ein Bild der Lehrkraft als „Unterweiser/Unterweiserin“. Den Schülerinnen und Schülern wird der Unterrichtsstoff in Form von „Lernzielen“ beigebracht.

Fachanforderungen zielen auf Wissensbestände und Kompetenzen ab, welche Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer schulischen Bildung im jeweiligen Fach erworben haben sollen. Damit verbunden ist die Erwartung an die Lehrkräfte, ihre Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen (etwa am Anfang der Orientierungsstufe) und sie in ihrem individuellen Lernfortschritt bestmöglich zu fördern. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler im Sinne eines lebenslangen Lernens in die Lage versetzt werden, sich neue Sachverhalte immer wieder selbstständig und kritisch (fake news!) zu erschließen. Es geht also neben dem Wissen vor allem um das Können.

Was ist ein Leitfaden?

Der Leitfaden unterstützt die Schulen bei der Umsetzung der Fachanforderungen und hilft ihnen, Unterricht auf der Grundlage der neuen Fachanforderungen zu planen. Er enthält Anregungen zur Gestaltung und Fortschreibung eines schulinternen Fachcurriculums. Sowohl das Unterrichtsangebot als auch fachliche Schwerpunktsetzungen können dabei von Schule zu Schule differieren, vor allem auch im Hinblick auf die konkreten lokalen und regionalen Bedingungen. Während die Fachanforderungen einen Rahmen vorgeben, können mit dem schulinternen Fachcurriculum alle örtlichen Gegebenheiten der einzelnen Schule berücksichtigt werden. Außerdem enthalten die Leitfäden konkrete Themenbeispiele, Planungsinstrumente und Hinweise, die sowohl bei der Erstellung eines schulinternen Fachcurriculums hilfreich sind als auch Impulse für die Gestaltung des individuellen Unterrichts geben können.

Was sollen die Kinder im Fach Sachunterricht lernen?

Im Sachunterricht sollen „die konkrete Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler“ und die regionalen Umstände und Lebensbedingungen berücksichtigt werden.“ (Fachanforderungen, Seite 10)

Die Fachanforderungen nennen zehn unterschiedliche Themenfelder. Das reicht von „Arbeit und Wirtschaft“, „Zeit und Entwicklung“ über Gesundheit und „Technische Entwicklungen“ bis hin zu „Natürliche Lebensräume, Tiere und Pflanzen“ und „Räume, Globales und Regionales“.

Zu jedem Themenfeld werden mögliche Themen und Inhalte für die Behandlung im Unterricht genannt, zum Beispiel im Themenfeld „Zeit und Entwicklung“ das Thema „die Geschichte des eigenen Dorfes, des Stadtteils, der Stadt“ oder es wird in der dritten und vierten Jahrgangsstufe das Thema „Mobilität“ behandelt und dabei lernen die Kinder die öffentlichen Verkehrsmittel und Wege in ihrer Region kennen.

Gibt es künftig keine Klassenfahrten mehr auf die Inseln?

Selbstverständlich. Es ist eine Grundidee der Fachanforderung Sachunterricht, dass die Kinder sowohl in der Schule als auch an außerschulischen Lernorten ihr Umfeld kennenlernen. Klassen- und Wanderfahrten sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts.

Welche Ausgestaltungsmöglichkeiten haben die Lehrkräfte?

Mithilfe der Entwicklung des schulinternen Fachcurriculums durch die Fachschaft wird der individuelle Lebensweltbezug und der zum regionalen Umfeld hergestellt. So werden ausgehend von der konkreten Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler exemplarisch Wissen und Kenntnisse vermittelt. Der Heimatbezug bietet somit einen wichtigen Anknüpfungspunkt für die Gestaltung des Sachunterrichts.

Welche Rolle spielt die Heimat noch in der Schule?

Die Grundschule ist typischerweise besonders dicht am Wohnort der Schülerinnen und Schüler und daher ganz konkret in ihrer Heimat verwurzelt. Zusätzlich werden Heimaterfahrungen der Kinder aufgenommen und für das Unterrichtsgespräch nutzbar gemacht, um zum Beispiel auch Kinder mit Migrationshintergrund gut einbeziehen und integrieren zu können. Beispielsweise lernen sie bei der Behandlung des Themenfeldes „Räume, Globales und Regionales“, nicht nur die regionalen Besonderheiten ihres Wohnumfeldes besser kennen, sondern auch die Verortung in Deutschland, in Europa und in der Welt.

Aber auch im Unterricht der weiterführenden Schularten ist der Heimatbezug immer gegeben. So ist im allgemeinen Teil aller Fachanforderungen Schleswig-Holsteins zum Beispiel die Verpflichtung enthalten, das Niederdeutsche und Friesische zu fördern. Außerdem werden Fahrten zu den hiesigen Gedenkstätten gefördert, es gibt Angebote zum Lernen auf dem Bauernhof, Unterrichtseinheiten zu Emil Nolde oder dem Roman „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz und vieles mehr.

Ändert sich etwas in der Lehrkräfteausbildung?

In Schleswig-Holstein bietet die Europa-Universität Flensburg den Studiengang Lehramt an Grundschulen mit dem Fach „Sachunterricht“ an. Die Lehrkräfteausbildung orientiert sich explizit an den Fachanforderungen und Leitfäden und greift demzufolge auch die Einzelthemen wie etwa die Heimat auf. Die Lehrkräfte lernen auch die Nutzung des außerschulischen Umfelds als Lernort als eine besonders wirksamen methodisch-didaktischen Zugang zu den Themenfeldern kennen.