Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Reform der Profiloberstufe

Staatskanzlei

Reform der Profiloberstufe

Schleswig-Holstein reformiert die Profiloberstufe. Ab dem Schuljahr 2020/21 soll es für Schülerinnen und Schüler neue Modelle geben

"Wir wollen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten mehr fachliche Vertiefung und eine bessere Vergleichbarkeit mit den anderen Bundesländern", formuliert Bildungsministerin Karin Prien das Ziel der Reform. Sie hat dazu einen breiten Diskussionsprozess auf den Weg gebracht. Schulleitungen von Gymnasien, von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und den Beruflichen Gymnasien sowie Eltern- und Schülervertretungen, Lehrerverbände und Lehrergewerkschaften sind Teil dieser Diskussion um eine neue Profiloberstufe. Zum Thema gearbeitet hat im Januar 2019 auch eine Oberstufen-Tagung in Kiel. All das fließt ein in eine neue Oberstufenverordnung. Sie soll zum Schuljahr 2020/21 wirksam werden.

Portraitfoto Karin Prien

Es geht darum, das Beste aus den Oberstufenreformen der vergangenen 40 Jahre zusammen zu führen.

Karin Prien

Lernen in der Profiloberstufe

Mit der Einführung der Profiloberstufe im Jahr 2007 ist das reine Kurssystem abgelöst worden und es entstand eine Mischung aus Kursen und Profilklassen. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen unterschiedlichen Profilen wählen, es gibt die drei Kernfächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache sowie fächerübergreifendes Lernen.

Erfahrungen und Herausforderungen

Nach 12 Jahren Profiloberstufe ist es Zeit für eine Reform, denn:

  • Die bisherigen Regelungen sind wenig praktikabel. Zu den kritischen Punkten gehört die so genannte „Stündigkeit“ der Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau. Derzeit werden die drei Kernfächer und das gewählte Profilfach mit jeweils nur vier Stunden pro Woche unterrichtet während im vorherigen Kurssystem zwei Fächer mit fünf Stunden auf dem erhöhtem Niveau unterrichtet wurden. Diese Stunde fehlt für die exemplarische Vertiefung der Inhalte, die das erhöhte Anforderungsniveau auszeichnet und führt dazu, dass die geforderten Leistungsstandards nur schwer erreicht werden könnten, und das wirkt sich zum Teil auch negativ auf den Studienerfolg aus. Zudem können individuelle Begabungsprofile, Neigungen und Zielsetzungen dabei zu wenig berücksichtigt werden.

    Theorie und Praxis der Profiloberstufe klafften auch in weiteren Punkten auseinander. So kann die Vorgabe, dass in jeder Schule mindestens ein Sprachliches Profil einzurichten sei, nur von wenigen Gemeinschaftsschulen und auch nicht von allen Gymnasien erfüllt werden, weil die in diesem Profil geforderten drei Fremdsprachen viele Schülerinnen und Schüler von der Wahl abschreckten. Auch die Regelungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Profilen - die zu den wichtigen Grundideen der Profiloberstufe gehört - stellt die Schulen vor große organisatorische Probleme.

  • Ab 2021 gelten bundesweit einheitliche Abiturprüfen, deshalb muss es vergleichbare Abiturbedingungen in allen Ländern geben. Das ist vor allem für die Familien wichtig, die das Bundesland wechseln.



Diskussionspapier zur Reform

Diskutiert wird über zahlreiche Änderungen an der bisherigen Profiloberstufe in folgenden Bereichen:

  • Anzahl und Stündigkeit der Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau
  • Niveaudifferenzierung in den Kernfächern
  • Fächerbreite und Profilzuschnitt
  • Fächerübergreifendes Lernen
  • Profilfach Informatik
  • Abiturprüfung

Ministerin Prien: "Bei der Ausgestaltung der Oberstufe wird es vor allem darum gehen, den Schülerinnen und Schülern wieder mehr Möglichkeiten zur Vertiefung zu geben. Nicht mehr alle Kernfächer sollen auf erhöhtem Niveau gewählt werden müssen, in dem Profilfach soll es möglich sein, ähnlich wie früher bei den Leistungskursen, Inhalte noch weiter zu vertiefen."

Zeitplan

Im Anschluss an die breite Diskussion sollen Eckdaten für eine neue Verordnung formuliert werden. Im Frühjahr 2019 soll die Anhörungsfassung vorliegen, und eine geänderte Verordnung für die Oberstufen soll im Sommer 2019 verkündet und zum Schuljahresbeginn 2020/21 für den ersten Jahrgang wirksam werden, so dass die Schulen ausreichend Zeit erhalten, ihre jeweiligen Oberstufenkonzepte zu erarbeiten.