Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Niederschlagsbeschaffenheit

© M. Ruff / grafikfoto.de

Niederschlagsbeschaffenheit

Seit 1985 untersucht das Landesamt für Natur und Umwelt an derzeit zehn Freilandstandorten in Reinluftgebieten die Niederschlagsbeschaffenheit in Form der nassen Deposition und der Gesamtdeposition. Mit dem Dauermessprogramm werden flächenrepräsentative Basisdaten im Hinblick auf wasserwirtschaftliche Belange gewonnen.

Untersucht werden Niederschlagsmenge, Säureeintrag, Nährstoffe und Spurenmetalle. Die ermittelten Stoffkonzentrationen und Stoffeinträge ermöglichen Trendbetrachtungen und finden bei der Ermittlung von Eintragspfaden in Oberflächengewässer Verwendung.

Von den in Schleswig-Holstein im Niederschlag gemessenen Schadstoffen haben Schwefel- und Stickstoffverbindungen einen bedeutenden Anteil.

Durch Verbrennungsprozesse gelangt gasförmiges Schwefeldioxid in die Atmosphäre und wird dort in Schwefelsäure umgesetzt. Stickstoff wird, hauptsächlich aus der Landwirtschaft, als gasförmiger Ammoniak in die Atmosphäre eingetragen und ist im Niederschlag als Ammoniumstickstoff nachweisbar; Stickoxide stammen aus Verbrennungsprozessen und sind im Niederschlag als Salpetersäure und Nitrat enthalten. Während Nitratstickstoff zum Säureanteil des Niederschlagswassers direkt beiträgt, wirkt Ammoniumstickstoff hauptsächlich im Boden aufgrund der bei Nitrifizierungsprozessen gebildeten Säure.

Bewertung

Die Abbildungen zeigen bedeutsame Inhaltsstoffe des Niederschlags als schleswig-holsteinischer Landesdurchschnitt und am Beispiel von drei ausgewählten Messstellen in unterschiedlichen Naturräumen.

Der mit dem Niederschlag eingetragene Schwefelsäureanteil, gemessen als Sulfat, ist in den beiden vergangenen Jahrzehnten (hauptsächlich durch gesetzlich erzwungene technische Maßnahmen der Industrie) auf ein Drittel des ursprünglichen Wertes reduziert worden. Dadurch ist auch, wie aus der pH-Wert-Graphik ersichtlich, der Säuregehalt des Niederschlagswassers deutlich zurückgegangen: die pH-Kurve nähert sich aus dem schwach sauren Bereich (bei pH 4) kommend dem neutralen Bereich (pH 7) an.

Der Stickstoffanteil im Niederschlagswasser hält sich dagegen auf gleichbleibend hohem Niveau. Bei einem Vergleich der Niederschlagsmengenkurve mit dem Ammoniumgraphen wird ersichtlich, dass in niederschlagsarmen Jahren der Ammoniumgehalt ansteigt und in niederschlagsreichen Zeiten die Ammoniumkurve durch den "Verdünnungseffekt" sinkt. Der für Ammonium vorgetäuschte schwach negative Trend resultiert somit aus dem im Beobachtungszeitraum ebenfalls negativen Trend der Niederschlagsmenge.

Die Massenproduktion von Schlachttieren und die häufig unsachgemäß erfolgende Ausbringung tierischer Ausscheidungen als Dünger stellen nach wie vor die wesentlichen Beiträge für den hohen Ammoniumgehalt im Niederschlag Schleswig-Holsteins. Der zunehmende Kraftfahrzeugverkehr sorgt für einen ebenfalls gleichbleibend hohen Nitratanteil.