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Erste Hilfe für Senioren bei Bluthochdruck

Staatskanzlei

Erste Hilfe für Senioren bei Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Ab dem 50. Lebensjahr hat fast jeder Zweite in der Bevölkerung zu hohe Blutdruckwerte.

Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine krankhafte Steigerung des Drucks in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und eine diastolischen Wert über 90 mmHg. Derzeit wird in Studien untersucht, ob der als "noch" normal bezeichnete Blutdruck zwischen 130-139/85-89 mmHg schon Schäden verursachen kann und deshalb behandelt werden sollte.
Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Ab dem 50. Lebensjahr hat fast jeder Zweite in der Bevölkerung zu hohe Blutdruckwerte. Im Altersbereich von 25 bis 74 Jahren haben weniger als 40 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen Blutdruckwerten im normalen Bereich (< 130/85 mmHg). Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.

Warnsignale

Bluthochdruck verursacht normalerweise kaum Beschwerden. Schwindelgefühle, Kopfschmerz oder Nervosität können jedoch erste Anzeichen sein.

Plötzlich auftretende sehr starke Blutdruckerhöhungen können zu einer so genannten hypertensiven Krise führen. Symptome in der Auflistung:

  • Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Taubheitsgefühl oder Ausfall der Durchblutung in Händen und Füßen
  • Nasenbluten
  • Schwerer Atemnot
  • Herzenge (Angina pectoris)
  • Schlaganfallgefährdung

Eine hypertensive Krise ist ein Notfall. Zögern Sie daher nicht, einen Arzt zu verständigen.

Was tun bei Bluthochdruck?

In der medizinischen Behandlung wird zunächst versucht mit Allgemeinmaßnahmen wie regelmäßiger körperlicher Belastung, Gewichtsreduktion und Einschränkung des Salzkonsums unter vier bis sechs Gramm pro Tag den Blutdruck zu senken. Bei sekundärer Hypertonie wird die Grunderkrankung behandelt.

Eine Einengung der Nierenarterien (Nierenarterienstenose) lässt sich beispielsweise operieren.

Mit folgenden Medikamenten kann erhöhter Blutdruck behandelt werden:

  • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten wirken gefäßerweiternd und damit blutdrucksenkend. Sie hemmen ein Hormon, das gefäßverengend wirkt und entlasten so das Herz.

  • Harntreibende Medikamente (Diuretika) befreien den Körper von überschüssigen Salzen und zu viel Flüssigkeit. Dadurch wird das Blutvolumen verringert, der Gefäßwiderstand fällt. Diuretika werden in Thiazide, Schleifen-Diuretika und kaliumsparende Diuretika unterteilt, jedes wirkt auf einen anderen Teil der Niere. Manchmal verschreibt der Arzt Kombinationspräparate. Da die Medikamente dem Körper Mineralstoffe entziehen, wird oft Kalium zugesetzt. Alternativ können Kaliumtabletten eingenommen werden.

  • Betablocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen. Das Herz wird entlastet und schlägt etwas langsamer.

  • Alphablocker hemmen bestimmte Rezeptoren in den Gefäßwänden. Dadurch entspannen sich die Gefäße und der Blutdruck fällt.

  • Kalziumblocker senken die Spannung in den Gefäßwänden. Dadurch fällt der Blutdruck, das Herz muss weniger angestrengt arbeiten. Außerdem wirken sie leicht entspannend auf Herzmuskelzellen und senken so den Sauerstoffbedarf des Herzens.

Meist beginnt die Behandlung nur mit einer Substanzklasse. Lässt sich der Blutdruck damit nicht erfolgreich senken, werden mehrere Medikamente kombiniert.

Neben der medizinischen Behandlung können auch Sie selbst viel dazu beitragen, um hohen Blutdruck besser in den Griff zu bekommen. Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig, wenn Sie zu einer der oben genannten Risikogruppen gehören. Es gibt eine Reihe automatischer Blutdruckmessgeräte, die Sie auch selbst zu Hause bedienen können. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

  • Schränken Sie den Salzkonsum ein.

  • Achten Sie auf Ihr Gewicht. Sie sollten sich abwechslungsreich und fettarm ernähren.

  • Machen Sie regelmäßig Sport.

  • Schränken Sie den Genuss von Alkohol ein.

  • Vermeiden Sie starke Anspannung. Entspannungstechniken können helfen, mit Stress-Situationen besser umzugehen.

  • Falls medizinische Behandlung erforderlich ist, muss diese meist lebenslang eingehalten werden. Setzen sie die Behandlung deshalb auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache ab. Eine Normalisierung des Blutdrucks ist Folge der Behandlung und kein Zeichen, dass diese überflüssig ist!

Trügerischerweise fühlen sich Patienten mit hohem Blutdruck oft eher wohl, lebendiger als nach einer Absenkung in einen normalen Bereich. Trotzdem ist die Senkung des Bluthochdrucks notwendig, um Folgeerkrankung vorzubeugen.

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