Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Herzerkrankungen

Staatskanzlei

Herzerkrankungen

Schon bei den alten Ägyptern waren Herzerkrankungen weit verbreitet. Bei neuesten Untersuchungen an Mumien wies ein Drittel der balsamierten Leichen verkalkte Arterien auf. In der heutigen Zeit haben Herzerkrankungen sogar zugenommen. Statistisch gesehen erkranken die Nordlichter seltener am Herzen als andere Bundesbürger. Ob dabei die geographischen Bedingungen oder der frische Fisch eine Rolle spielen, ist nicht eindeutig geklärt. Auf jeden Fall gibt es in Schleswig-Holstein eine gut ausgebaute Infrastruktur für Vorsorge, Behandlung und Rehabilitation.

Betrachtet man die Entwicklung in vergangenen Jahren, dann sind die Todesfälle infolge von Herzerkrankungen massiv gesunken. Der Rückgang der Sterblichkeit bei akuten Herzinfarkten zählt zu den beeindruckenden Erfolgen der modernen Herzmedizin. Gegenüber dem Beginn der 1990er Jahre verringerte sich 2015 in Deutschland die Herzinfarkt-Sterbeziffer bei Männern um 67,6 Prozent, bei Frauen um 57,3 Prozent. Laut Deutscher Herzstiftung gibt es für diese Entwicklung fünf Gründe: weniger Menschen rauchen, die Diagnoseverfahren werden genauer, die Therapien, Abläufe in Krankenhäusern und Notarztsysteme werden immer besser.

Dennoch sind Herz-Kreislauferkrankungen noch immer die häufigste Todesursache bei Erwachsenen. Mittlerweile wird jeder fünfte Sterbefall von einer Herzerkrankung ausgelöst. Bundesweit sterben rund 95.000 Menschen jährlich an Herzinfarkten. Männerherzen erkranken weitaus häufiger als Frauen. Doch wer sich richtig verhält und auf die Risikofaktoren achtet, kann die Gefahr einer Herz-Kreislauferkrankung erheblich verringern.

Risikofaktoren

Herzerkrankungen können oftmals vermieden werden – wenn man auf einige Dinge verzichtet. Vor allem Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel sind Stress fürs Herz. So haben zum Beispiel Raucher ein doppelt so hohes Risiko am Herzen zu erkranken gegenüber Nichtrauchern. Leidet jemand an zu hohem Blutdruck oder Diabetes, erhöht sich ebenfalls sein Risiko. Außerdem kann erbliche Veranlagung eine Rolle bei der Anfälligkeit für Herzerkrankungen spielen. Neben einem sofortigen Rauchstopp hilft auch eine „herzgesunde“ Ernährung: Fisch, Vollkorn, pflanzliche Öle, Gemüse und Obst sowie grundsätzlich frische Zutaten tragen zu niedrigeren Blutfettwerten bei und fördern so die Herzgesundheit.

Rote EKG-Kurve auf schwarzem Grund, nach zwei Ausschlägen geht die Kurve in ein rotes Herz. © Cecilia Lim / Fotolia.com

Koronare Herzerkrankungen

Die meisten Sterbefälle in Deutschland werden durch eine koronare Herzerkrankung verursacht. Diese chronische Krankheit führt dazu, dass sich in der Regel durch eine Verkalkung ein oder mehrere Herzkranzgefäße verengen oder die Gefäßwände versteifen. Sie können auch mit einem ganzen Thrombus (Pfropfen) verstopft werden. Dann kann weniger Blut in das Herz gepumpt werden, und die Muskulatur des Herzens wird nicht genügend mit Sauerstoff versorgt.

Angina Pectoris

Ein Hauptanzeichen dieser Verkalkung der Herzkranzgefäße ist Angina Pectoris. Weil die Durchblutung nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann, entsteht ein Engegefühl in der Brust. Meistens tritt diese Empfindung unter Belastungen auf. Neben dem Engegefühl kommt meist noch Atemnot und Schwindel hinzu.

Herzinsuffizienz

Ist der Herzmuskel zu schwach, um genügend Blut in den Blutkreislauf zu pumpen, kann in Lunge, Bauch oder Beinen Blutstau entstehen – je nachdem ob die rechte oder linke Vorhofkammer nicht funktioniert. Meist geht Herzinsuffizienz einher mit Bluthochdruck und koronaren Herzerkrankungen. Rund 1,4 Millionen Menschen leiden bundesweit an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Prävention statt schwaches Herz

Die Wahrscheinlichkeit, am Herzen zu erkranken, ist geringer, wenn man im Norden wohnt: Im 30. Herzbericht 2017 weist Schleswig-Holstein eine der niedrigsten Sterbeziffern auf. Auch Bremen und Hamburg haben vergleichsweise niedrige Raten. Ob die klimatischen Verhältnisse dabei ausschlaggebend sind, kann auch der Bericht nicht belegen. Tatsache ist, dass Schleswig-Holstein gerade in der Prävention wegweisend ist. Neben dem Universitätsklinikum des Landes, das intensiv Forschung zum Thema betreibt, engagieren sich Gesundheitsakteure aus Schleswig-Holstein in zahlreichen Projekten, die Herzerkrankungen vorbeugen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. (LAG) koordiniert Institutionen, Behörden und Einzelpersonen, die sich aktiv mit dem Problem der Rehabilitation und Prävention von chronischen Herzkrankheiten befassen. Insbesondere unterstützt sie den Aufbau von Selbsthilfe- und so genannten Herzgruppen in Schleswig-Holstein. Ein weiteres zentrales Projekt der LAG ist herzintakt, in dem vor allem Aufklärung in Form von Seminaren und Schulungen betrieben wird. Mehr lesen

Herzschwäche bei Kindern

Herzerkrankungen treten zwar hauptsächlich im Alter auf, doch auch etwa 6.000 Kinder kommen in Deutschland jährlich mit einem Herzfehler zur Welt. Vereine wie die Kinderherzhilfe Schleswig-Holstein oder der Bundesverband Herzkranke Kinder setzen es sich zum Ziel diesen jungen Patienten beizustehen.

Die Kinderherzhilfe bietet in Schleswig-Holstein Betreuungsangebote für Geschwister an sowie Selbsthilfegruppen für Eltern mit herzkranken Kindern. Außerdem gibt es neben Diskussionen auf sachlicher Ebene zahlreiche Aktivitäten, die herzkranken Kindern etwas Normalität bietet. So richtet sie eine Nikolausfeier für die kleinen Patienten auf der kardiologischen Station aus oder organisiert Freizeiten. Mehr lesen

Der Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. bringt jedes Jahr im Sommer Kindern mit angeborenem Herzfehler auf der Kieler Förde das Segeln bei. Der Kinderkardiologe Dr. Wolfgang Ram aus Holtenau rief die Aktion Ende der 90er Jahre ins Leben. Zum Interview mit Dr. Wolfgang Ram

Kur- und Rehabilitationsmöglichkeiten

Das Gesundheitsland Schleswig-Holstein hat mit seinem gesundheitsfördernden Klima optimale Bedingungen für Reha- und Nachsorgeeinrichtungen. Über das Projekt "herzintakt" der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein können kooperierende Rehaeinrichtungen gefunden werden. Auch der Heilbäderverband Schleswig-Holstein bietet eine Suchfunktion für Kurkliniken mit speziellem Kurangebot im Bereich Herz- und Gefäßerkrankungen an.

Zum Projekt "herzintakt"

Zur Suchfunktion für Kurkliniken

Zurück zur Übersicht der Fokusthemen

Teilen: