Joachim Liß-Walther hat über viele Jahrzehnte das christlich-jüdische Miteinander in Schleswig-Holstein maßgeblich geprägt. Seit 1995 engagierte er sich in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein, die er von 2004 bis 2025 leitete. Ein Meilenstein war für ihn die Unterstützung bei der Gründung der liberalen Jüdischen Gemeinde Kiel, die in der Eröffnung der Kieler Synagoge in der Waitzstraße gipfelte. Joachim Liß-Walther engagierte sich gegen Antijudaismus, Antisemitismus und Rassismus in Gesellschaft, Politik oder Kirche. Sein Wirken fand Ausdruck in Begegnungen, Gottesdiensten, Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerten. Er begleitete die Verlegung von Stolpersteinen in Kiel und sammelte Spenden zur Finanzierung eines Kiel-Hains im Wald der Deutschen Länder in der Negev-Wüste in Israel, den er gemeinsam mit seiner Frau einweihte. Darüber hinaus initiierte er regelmäßig die interreligiöse "Woche der Brüderlichkeit" in Kiel. Bei der Umsetzung des Erinnerungsjahres "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" war Joachim Liß-Walther ein wichtiger Ratgeber für die Landesregierung und organisierte zahlreiche Veranstaltungen. Gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung organisierte er Fachtage und Lehrkräftefortbildungen zu den Themen jüdisches Leben und Antisemitismus. Seit 2017 leitete er den Freundeskreis des Jüdischen Museums in Rendsburg.
Verdienstkreuz am Bande, Januar 2026