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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Im Quereinstieg durchstarten

Ausbildung oder Studium müssen nicht direkt beim Land erfolgen – auch mit Berufserfahrung bieten sich zahlreiche Perspektiven.

Sven Röhl und Julia Gleser bringen als Referenten des Umweltministeriums die Digitalisierung im echten Norden voran. Obwohl keiner der beiden speziell für diese Tätigkeit ausgebildet wurde, sind sie beim Land gefragt: Denn als Quereinsteiger verfügen sie über wichtiges Fachwissen und Berufserfahrung.

Sichere Perspektive

Sven Röhl hat in beruflicher Hinsicht einen weiten Weg hinter sich. Der gebürtige Flensburger hat in Kiel und Madrid Geographie studiert und entdeckte schon früh seine Begeisterung für sämtliche Fragen rund um die Natur. Nach dem Studium wohnte er mehrere Jahre lang in Berlin, wo er für den World Wide Fund for Nature (WWF) arbeitete.

"Im Herzen bin ich jedoch immer Schleswig-Holsteiner geblieben", begründet der Vater von zwei Kindern seine Entscheidung, der Bundeshauptstadt den Rücken zu kehren und sich im hohen Norden neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Nach einer in den Anfängen stark von unsicheren Arbeitsverhältnissen geprägten Erwerbsbiographie, bot sich dem Familienvater im Ministerium eine sichere Perspektive. 

Ein Mann steht mit dem Rücken zum Meer. Sven Röhl im MELUND (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) "In Schleswig-Holstein fühle ich mich wohl", sagt Sven Röhl. Deshalb ist er glücklich, für das Land zu arbeiten. © Staatskanzlei

Erfahrung einbringen

Aufmerksam auf seine neue Stelle wurde Sven im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel. "Staatssekretär Tobias Goldschmidt hielt damals einen Vortrag über die Chancen der Digitalisierung", erinnert sich der 36-Jährige.

Für ihn war das die perfekte Gelegenheit, seine Erfahrungen im Bereich Wirtschaft und Nachhaltigkeit für Schleswig-Holstein einzusetzen. "Zu meiner Freude hat es mit der Bewerbung ja auch geklappt", sagt er.

Flache Hierarchien

"Das Schöne am Job ist, dass man hier in der Abteilung sehr viel Gestaltungsspielraum hat", erzählt Sven. Da das Referat für Digitalisierung jung sei, befänden sich sämtliche Mitarbeiter noch in der Findungsphase. Kommunikation und das Einbringen von Ideen seien deshalb besonders wichtig. "Die flachen Hierarchien, die bei uns in der Abteilung gelebt werden, ermöglichen ein sehr konstruktives Arbeitsklima, in das alle ihre jeweiligen Stärken einbringen können", erklärt Sven. 

Er selbst ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Referats zuständig. Ein Höhepunkt seiner bisherigen Tätigkeit war die Verleihung des Digitalisierungspreis "Best of Digital.SH" 2018. "Das war ein spannendes Projekt, was mich sehr gefordert aber auch sehr viel Spaß gemacht hat", sagt er.

Die Digitalisierung voranbringen

Julia Gleser teilt seine Begeisterung für das Thema. "Man darf nicht vergessen, dass die Digitalisierung ein Querschnittsthema ist. Sie spielt in jedem Lebensbereich eine große Rolle", ergänzt sie. Das gebe ihnen und ihren Kollegen die Möglichkeit, ihr spezielles Fachwissen in das Referat einzubringen.

"Wir alle stammen eigentlich aus verschiedenen Fächern und haben individuelle Erfahrungen vorzuweisen", sagt Julia. Sie selbst ist für das Fördermittelmanagement verantwortlich. "Ich schaue, welche Ideen und Projekte wir wie fördern können. Dabei hilft mir meine Berufspraxis sehr gut", erklärt sie.

Planungssicherheit im Beruf

Julia Gleser studierte Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Kiel. Bereits im Zuge ihres Studiums beteiligte sich die 29-jährige an einem deutsch-dänischen Projekt zum Thema Gesundheit, bei dem sie auch viele Erfahrungen im Bereich Digitalisierung sammeln konnte. "Konkret ging es da beispielsweise um die Frage, wie man Handy-Apps im Alltag für das Gesundheitsmanagement nutzen könnte", sagt sie. Ihrem Weg zum Land gingen befristete Stellen im öffentlichen Dienst voraus: Zunächst bei den Stadtwerken in Neumünster, wo sie im Marketing arbeitete, danach in der Stabsstelle für Technologie- und Wissenstransfer an der Fachhochschule Kiel.

Nach Ablauf ihres letzten Arbeitsvertrags wollte sie mehr Planungssicherheit haben. Gesucht hatte sie explizit eine Stelle im Raum Kiel. "Dort gab es natürlich sehr viele Inserate des Landes. Weil ich in der Vergangenheit regelmäßig mit Digitalisierung zu tun hatte, fiel meine Wahl dann auch sehr schnell auf das Umweltministerium", erzählt sie. Hier habe sie nun einen Job, der ihr viele neue Herausforderungen böte.

Netzwerke knüpfen

Eine langjährige Vorbereitung auf sämtliche Arbeitsprozesse erfolgte bei den beiden nicht über eine eigene Ausbildung beim Land. "Entscheidend für unsere Arbeit ist die fachliche Expertise", sagt Julia. Die wichtigsten Stützen für die beiden seien deshalb die praktische Erfahrung und ihre Netzwerke in unterschiedlichen Branchen. Von beidem profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch das Team.

Zwei Menschen schauen auf einen Bildschirm. Videokonferenz im ZIT (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Für Julia und Sven ist der Austausch von Ideen besonders wichtig. Auf ihre Netzwerke können sie im Ministerium auch digital zugreifen. © Staatskanzlei

Sven zum Beispiel hatte in der Vergangenheit viel mit Umwelt-Verbänden zu tun. Während der Zeit bei der IHK Kiel baute er außerdem Kontakt zu Unternehmen auf. Julia wiederum konnte insbesondere durch ihre Arbeit im Technologietransfer gute Kontakte in Wirtschaft und Wissenschaft knüpfen. "Die Zeit im Öffentlichen Dienst hat mir außerdem geholfen, mich schnell in den Strukturen des Ministeriums zurechtzufinden", sagt sie.

Experte für das Land sein

Immer wenn Projekte umgesetzt oder bestimmte Sachthemen bearbeitet werden, muss eine Vielzahl an Erkenntnissen aus unterschiedlichen Bereichen gesammelt werden. Referenten wie Julia oder Sven, die sich durch Studium oder langjährige Berufserfahrung Wissen angeeignet haben, sind hierfür wichtige Experten. Deshalb sucht das Land auch Menschen, die sich mitten im Berufsleben für einen Quereinstieg entscheiden.

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