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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Fürs Protokoll

Politik hautnah erleben – zwei junge Regierungsinspektorinnen erzählen von ihrer Arbeit im Protokollreferat der Staatskanzlei.

Einen Irrtum müssen Ramina Kolberg und Katharina Wind immer wieder ausräumen: Ihr Job hat nichts zu tun mit dem Anfertigen von Niederschriften, wie man sie aus Schulzeiten kennt. Viele ihrer Bekannten hätten da eine völlig falsche Vorstellung und dächten ausschließlich an langweilige Verwaltungsarbeit. "Tatsächlich ist unser Job aber sehr spannend und bietet ständig neue Herausforderungen", stellt Ramina fest. Denn beim Protokoll geht es um die Organisation von Veranstaltungen des Ministerpräsidenten.

Für das Land arbeiten

Die 31-jährige Ramina ist waschechte Kielerin. Sie wuchs in der Landeshauptstadt auf und machte dort ihr Abitur. Mehr als 20 Jahre lang spielte sie in ihrer Freizeit aktiv Handball. Ihre Lieblingsmannschaft – natürlich der THW Kiel. Zur Staatskanzlei des Ministerpräsidenten kam die Regierungsinspektorin über Umwege.

Eigentlich schloss sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau ab. Mangels beruflicher Perspektive suchte sie 2012 jedoch eine Alternative. Den entscheidenden Tipp gab ihr der Handballtrainer: Warum nicht fürs Land arbeiten? Ein Vorschlag, der auch bei Familie und Bekannten gut ankam.

Vor sechs Jahren begann sie deshalb das Duale Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz. Inzwischen arbeitet sie als Beamtin im Protokoll.

Eine Frau legt Zettel auf Stühle. Ramina bereitet Sitzplatzreservierungen vor (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Veranstaltungen erfordern viel Planungsarbeit. Das bezieht selbst das Erstellen einer Sitzordnung mit ein. © Staatskanzlei

Von Politik begeistert

Einen ähnlichen Prozess durchlief auch die 21-jährige Katharina Wind. Sie wuchs in Sehestedt nahe Rendsburg auf und jobbte nach dem Abitur ein Jahr lang auf der NordArt. "Ich wusste nie so wirklich, welcher Beruf mir gefallen könnte", erzählt sie. Als Kind träumte sie davon, Tierärztin zu werden. Im Schulunterricht stellte sie dann fest, wie sehr ihr Sprachen und Geisteswissenschaften liegen.

Schließlich fand sie in der Abi-Zeitung den entscheidenden Hinweis. Dort warb der damalige Ministerpräsident Torsten Albig für eine Ausbildung in der Landesverwaltung. Katharina überzeugten die abwechslungsreichen Tätigkeiten und die Nähe zur Politik – 2017 begann sie ihr duales Studium. Ihr erstes Praxistrimester verbringt sie im Protokollreferat der Staatskanzlei.

Vielfalt der allgemeinen Verwaltung

Beide Frauen arbeiten gerne für das Land. Denn Beruf und Ausbildung verbinden zahlreiche Vorteile miteinander. Neben flexiblen Arbeitszeiten oder Homeoffice ist es vor allem die Sicherheit des Jobs, die den Dienst in der Landesverwaltung bei jungen Menschen beliebt macht – auch in den Bekanntenkreisen der beiden. "Meine Freunde freuen sich, dass ich einen so attraktiven Job habe", sagt Katharina.

Sie teilt die Begeisterung ihrer Freunde für ihren Beruf. Denn Regierungsinspektoren werden in der Allgemeinen Verwaltung eingesetzt und so ausgebildet, dass sie ein großes Spektrum unterschiedlicher Aufgabenbereiche wahrnehmen können. Die Arbeit im Protokollreferat ist nur einer davon. Generell kommen für Regierungsinspektoren auch zahlreiche andere Tätigkeiten in sämtlichen Ministerien und deren nachgeordneten Behörden in Frage.

Kreativ gestalten

Die beiden Frauen bewerten diese Vielfalt als Vorteil. So können sie nicht nur um Versetzung in ein anderes Ressort bitten – auch innerhalb eines bestimmten Tätigkeitsfeldes warten ständig neue Herausforderungen. Insbesondere auf ihre jetzige Arbeit träfe das zu. "Im Land passiert täglich etwas Neues – und im Protokoll ist man praktisch hautnah dabei", sagt Ramina.

Nah dran zu sein an der Politik – das zählt auch Katharina zu den großen Stärken ihres Berufs. "Bei mir hat es zum Beispiel gar nicht lange gedauert, bis ich dem Ministerpräsidenten vorgestellt wurde", erzählt sie. Im Protokoll gehöre der regelmäßige Kontakt zu Politikern einfach dazu. "Schließlich machen wir so eine Art Veranstaltungsservice für den Ministerpräsidenten", ergänzt Ramina.

Und das erfordere nicht nur Organisationstalent, sondern vor allem Kreativität. "Entwerfen von Einladungskarten, Erstellen von Gästelisten, Auswählen von Musik und Catering, Zusammensetzen eines Ablaufplans – die Aufgaben sind vielfältig und niemals langweilig", erklärt Ramina.

Umfassende Ausbildung

Entsprechend breit gefächert sind aber auch die Anforderungen an die Anwärter. Der Weg zum Regierungsinspektoren erfolgt über ein duales Studium und dauert drei Jahre. Weil die Ausbildung viele verschiedene Tätigkeiten beinhaltet, sind ebenso vielseitige Fähigkeiten gefragt. Organisations- und Kommunikationstalent, Flexibilität, Auffassungsgabe und Kreativität sind nur einige davon.

Vor allem aber braucht es ein hohes Maß an Disziplin und Pflichtbewusstsein. Denn auch wenn sich sehr viele Klischees und manch eigene Befürchtung als falsch herausstellten, können die beiden eines bestätigen: In der Verwaltung dreht sich tatsächlich sehr viel um das Thema Recht. "Eine gewisse Affinität für Jura sollte man mitbringen, wenn man sich für das Studium in der Allgemeinen Verwaltung entscheidet", rät Katharina. Außerdem sei ein gewisses Gespür für politische Abläufe und ein generelles Interesse für die Landespolitik hilfreich.

"Wichtig ist aber vor allem, dass man nie den Mut verliert, Fragen zu stellen", sagt Ramina. Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft der Kollegen seien vorbildlich. Man werde also mit keinem Problem allein gelassen und fände überall ein offenes Ohr.

Eine Frau legt Broschüren auf einen Stehtisch. Ramina dekoriert Stehtische (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Mit Blick für Details dekoriert Ramina die Stehtische für einen Empfang im Landeshaus. © Staatskanzlei

Ein Beruf mit Perspektive

Ob sich beide in zwanzig Jahren immer noch in ihrem Job sehen? Die beiden Frauen können sich das gut vorstellen. "Vielleicht nicht die ganze Zeit im Protokollreferat, auf jeden Fall aber weiterhin in der Landesverwaltung", stimmen sie überein. Sie beide sind sehr glücklich darüber, dass ihr der Arbeitgeber Schleswig-Holstein so viele Möglichkeiten öffnet, auch nach dem Studium neue Erfahrungen zu sammeln.

Jedem, der sich für Politik begeistern kann und der ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld sucht, empfehlen Katharina und Ramina deshalb, sich bei der Allgemeinen Verwaltung des Landes zu bewerben. Sie wissen: "Wer beim Land arbeitet, hat einen spannenden Beruf mit Perspektive."

Weitere Informationen zum dualen Studiengang "Allgemeine Verwaltung/Public Administration"

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