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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Immer die richtige Entscheidung

An einem Gericht zu arbeiten ist eine gute Sache. Die Justizverwaltung lockt gleich mit mehreren spannenden Berufsbildern.

Jana-Maria Knakowski, Serkan Ekici, Thomas Kühl und Jennifer Brauer arbeiten für die Justiz. Sie haben unterschiedliche Berufe und sind auf verschiedenen Wegen zu ihrem Gericht gekommen. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Sie arbeiten gern für das Land. Im Porträt erzählen sie, warum das so ist.

Sinn für Gerechtigkeit

Jana-Maria Knakowski ist Justizfachangestellte am Amtsgericht Pinneberg. Ihr Weg zur Justizverwaltung verlief geradlinig. Unmittelbar nach ihrem Schulabschluss machte sie eine dreijährige Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Ihr Sinn für Gerechtigkeit liegt in der Familie. "Meine Mutter hat den gleichen Beruf erlernt – und mein Vater ist Polizist", erzählt sie. Dass sie einen ähnlichen Weg einschlagen würde, stand für sie schon sehr früh fest.

"Als Kind wollte ich auch mal Tierärztin werden", verrät die 28-Jährige. Doch wirklich ernsthaft habe sie diesen Wunsch nie verfolgt. "Ohne Abitur wäre das nur schwer möglich gewesen. Außerdem sagte mir Büroarbeit dann doch etwas mehr zu", erzählt sie. Im Zuge ihrer ersten Ausbildung bestätigte sich, dass ein Job im Rechtswesen genau das Richtige für sie ist. Zum Amtsgericht Pinneberg wechselte Jana-Maria für ihre zweite Ausbildung – um sich beruflich noch weiter zu verbessern.

Weitere Informationen zum Beruf des Justizfachangestellten

Ein Mann steht vor einer Reihe Stühlen. Serkan im Sitzungssaal (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Förderung, Wertschätzung und Verantwortung – für Serkan ist klar: Das sind die großen Stärken seines Berufs. © Staatskanzlei

Vom Bund zum Land

Vergleichsweise spät fand Serkan Ekici seinen Weg in die Justizverwaltung. Der 42-jährige Justizfachwirt ist in Kiel aufgewachsen und machte 1996 sein Abitur, bevor er sich für eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann im Bereich Medizintechnik entschied.

Eigentlich wollte er Polizist werden – allerdings hätte ihn die Bundespolizei in Süddeutschland eingesetzt. "Das kam für mich nicht in Frage, da ich auf keinen Fall aus Schleswig-Holstein wegziehen wollte", erzählt er. Nach seiner Ausbildung arbeitete er deshalb ein weiteres Jahr als Kaufmann. Dann erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft – und kurze Zeit später Post vom Kreiswehrersatzamt.

"Eigentlich war ich darüber am Anfang nicht so erfreut", sagt Serkan. Doch letztlich fand er Gefallen an der Bundeswehr und ließ sich für zwölf Jahre verpflichten. Als Rechnungsführer hatte er einen Bürojob. Trotzdem war er zeitweise auch im Ausland stationiert. "Unter anderem in Afghanistan", erzählt er. Serkan kam nach seiner Zeit bei der Bundeswehr über den Berufsförderungsdienst in die Justizverwaltung.

Weitere Informationen zum Beruf des Justizfachwirts

Das Richtige tun

In ihrem jetzigen Beruf fühlen sich Jana-Maria und Serkan gut aufgehoben. Justizfachwirte oder Justizfachangestellte sind vor allem für das Anfertigen von Protokollen im Gerichtssaal bekannt. Das ist aber nur ein Teil ihrer Aufgaben. "Wir sind die rechte Hand von Richtern, Rechtspflegern oder Staatsanwälten", erklärt Jana-Maria. Als solche kümmern sie sich unter anderen um den Schriftverkehr oder die Aktenverwaltung. "Wir haben auch Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern, geben ihnen Auskunft oder bearbeiten Anträge", ergänzt Serkan.

Angesichts dieser vielfältigen Aufgaben spielt Organisationstalent im Arbeitsalltag eine große Rolle. "Noch viel wichtiger sind aber Pflichtbewusstsein und Gründlichkeit", erklärt Serkan. Denn Fehler können an einem Gericht größere Konsequenzen haben als anderswo. "Mit unserem Beruf geht ein hohes Maß an Verantwortung einher", sagt Jana-Maria. Die Freude an ihrer Arbeit mindere das aber keinesfalls – im Gegenteil. "Hier habe ich das Gefühl, gebraucht zu werden", sagt sie.

"Das ist mein Traumberuf"

Zufrieden mit ihrem Job ist auch Jennifer Brauer. Die 33-Jährige ist Diplom-Rechtspflegerin am Amtsgericht Eckernförde. Sie wuchs in Havelberg (Sachsen-Anhalt) auf, wo sie ihr Abitur machte. An der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin schloss sie ein Duales Studium an, das sie 2007 beendete. Kurz vor ihrem Abschluss wurde ihr mitgeteilt, dass sie und andere Anwärterinnen nicht in den Landesdienst übernommen werden könnten. "Somit musste ich mich in der letzten Phase meines Studiums um einen neuen Arbeitgeber bemühen. Glücklicherweise führte mich der Weg nach Schleswig-Holstein", sagt Jennifer Brauer.

Der Beruf des Rechtspflegers war ihr lange Zeit gänzlich unbekannt. Doch schon in den ersten Wochen des Studiums bemerkte Jennifer Brauer, dass sie auf Anhieb den richtigen Job gefunden hat. "Ich kann sagen: 'Das ist mein Traumberuf'. Diesen Weg einzuschlagen, habe ich nie bereut", erzählt sie. Das liege nicht nur am Land, das sich sehr für seine Mitarbeiter einsetze, sondern auch an den Menschen. "Insbesondere beim Kontakt mit rechtsuchendem Publikum erfährt man viel Dankbarkeit", berichtet sie.

Entscheidungsfreudigkeit

Rechtspfleger sind neben Richtern und Staatsanwälten ein selbständiges Organ – sie entscheiden unabhängig und sind nicht an Weisungen eines Vorgesetzten gebunden. Ihr Aufgabenfeld umfasst viele Bereiche des täglichen Lebens. "Hierzu zählt zum Beispiel das Erbrecht oder die Eigentumsumschreibung im Grundbuch", erklärt die Rechtspflegerin. Auch für die Aufnahme von Anträgen in der Rechtsantragstelle sind sie zuständig. Dadurch sei der Beruf sehr bürgernah.

Auf der anderen Seite kommt mit der Tätigkeit ein besonders hohes Maß an Verantwortung einher. "Ein Rechtspfleger muss unbedingt entscheidungsfreudig sein und Sachverhalte schnell erfassen und werten können", sagt Jennifer Brauer. Anwärter sollten sich deshalb im Klaren sein, dass das Studium sehr herausfordernd sei. "Ich muss zugeben, dass ich in den ersten Wochen und Monaten dachte, dass ich das nie lernen würde", gibt sie zu. Doch die berufspraktischen Studienabschnitte hätten ihr geholfen, das theoretische Wissen besser zu verstehen und anwenden zu können.

Weitere Informationen zum Beruf des Rechtspflegers

Ein Mann steht auf einem langen Flur. Thomas Kühl im OLG Schleswig (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Justizwachtmeister wie Thomas Kühl sorgen für die Sicherheit im Gerichtsgebäude. Körperliche Fitness spielt dabei eine wichtige Rolle. © Staatskanzlei

Sicherheit im Gericht

Thomas Kühl arbeitet als Justizhauptwachtmeister am Amtsgericht Rendsburg. Eigentlich ist der 47-Jährige gelernter Betonbauer. Nach seiner Ausbildung war er vier Jahre lang Kraftfahrer bei der Bundeswehr, bevor er als Postbote in ein Logistikunternehmen wechselte. Auf die Justizverwaltung als Arbeitgeber wurde der leidenschaftliche Fußballer durch einen Freund aufmerksam. Dieser war Justizwachtmeister am Amtsgericht Rendsburg und ermutigte ihn, über einen letzten Jobwechsel nachzudenken. "Ich bat ihn, sich kurz vor seiner Pensionierung bei mir zu melden, damit ich mich auf seine alte Stelle bewerben kann", erzählt Thomas lachend.

So kam es dann auch – und Thomas konnte seine alte Uniform gegen eine neue tauschen. "Damit hatte ich selbst nicht gerechnet", gibt er zu. Entgegen seiner ersten Erwartung konnte sich Thomas gut in das neue Berufsumfeld einfinden.

Belastbarkeit gefragt

"Es gibt sogar einige Parallelen zu meinem alten Job", sagt er. Denn Wachtmeister sind in den Gerichten unter anderem für den Postverkehr zuständig. "Kernaufgabe ist aber selbstverständlich das, was man vermuten würde, nämlich die Sicherheit im Gerichtsgebäude zu gewährleisten", erklärt Thomas. Dazu sei körperliche Fitness natürlich wichtig – und die fördere das Land auch in Form von Dienstsport.

Gefährliche Situationen hat Thomas in seinen zwölf Jahren Dienstzeit aber noch nicht erlebt, obwohl er schon den ein oder anderen spannenden Prozess miterlebt habt. "Viel wichtiger ist zeitliche Flexibilität. Ich habe schon erlebt, dass Gerichtsverhandlungen deutlich länger dauern als geplant. Manchmal überstellt die Polizei auch unvermittelt eine festgenommene Person", sagt Thomas. Da könne man dann nicht einfach Feierabend machen. "An anderer Stelle gibt es dann natürlich einen Zeitausgleich. Hier funktioniert die Abstimmung mit den Kollegen hervorragend", erklärt er.

Weitere Informationen zum Beruf des Wachtmeisters der Justiz

Vielseitiger Arbeitgeber

Jeder einzelne Mitarbeiter an einem Gericht trägt dazu bei, dass die Justiz ihre Aufgaben erfüllen kann. Rechtspfleger treffen unabhängig Entscheidungen. Sie sind nur dem Gesetz unterworfen, weshalb ihr Beruf ein hohes Maß an Verantwortung mit sich bringt. Als rechte Hand von Rechtspflegern sind Justizfachwirte und -fachangestellte mit den meisten Verwaltungsaufgaben betraut. Sie kümmern sich unter anderem um die Akten, stehen als Ansprechpartner für rechtliche Fragen aber auch mit den Bürgern in Kontakt. Justizwachtmeister wiederum sorgen für die Sicherheit im Gerichtsgebäude. Außerdem fahren sie die Dienstfahrzeuge und sind für die Asservatenstelle zuständig.

Diese Vielzahl an unterschiedlichen Berufsbildern macht die Justizverwaltung zu einer geeigneten Adresse für Bewerber. Die Lebensläufe der vier zeigen, dass studierte Juristen an Gerichten genauso gefragt sind wie ausgebildete Fachangestellte.

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