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Meeressäuger

Staatskanzlei

Meeressäuger

In Schleswig-Holstein sind drei Meeressäugerarten heimisch: Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben.

Seehunde sind in den Anhängen II und V der FFH- Richtlinie aufgeführt. Ausweislich der nationalen Roten Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands ist die Population in Deutschland nicht gefährdet.
Für den Seehund besteht im Rahmen der Bonner Konvention ein gemeinsames Schutzabkommen auf regionaler Ebene für das Gebiet des Wattenmeeres zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.
Seehunde unterliegen dem Jagdrecht, sind jedoch ganzjährig geschont.

Kegelrobben sind ebenfalls in Anhang II und V der FFH-RL gelistet. In der nationalen Roten Liste sind Kegelrobben in der Kategorie 2 und damit als stark gefährdet eingestuft.
Gemäß § 1 BArtSchVO handelt es sich bei Kegelrobben um eine besonders geschützte Art. Für sie gilt daher u.a. das Verbot des Fangens oder der Entnahme aus der Natur sowie das Besitzverbot gem. § 44 BNatSchG.

Schweinswale sind in Anhang II und IV der FFH-RL gelistet. Gemäß § 1 BArtSchVO handelt es sich um eine streng geschützte Art. Sie sind weiterhin geschützt gemäß der Bonner Konvention, dem Kleinwalschutzabkommen ASCOBANS und auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Gemäß der IUCN (INTERNATIONAL UNION FOR CONSERVATION OF NATURE and Natural Resources) ist die Population der zentralen Ostsee "vom Aussterben bedroht", in der Nordsee gilt sie als „nicht gefährdet“. In der zentralen Ostsee leben schätzungsweise noch 450 Schweinswale, in der westlichen deutschen Ostsee 3.000 und in der deutschen Nordsee geschätzte 50.000. Auch für sie gelten die Schutzvorschriften des § 44 BNatSchG.

Berichte/Monitoring

Für einen effektiven Schutz der Meeressäuger ist zunächst eine umfassende Datenlage erforderlich. Das Bundesamt für Naturschutz erfasst die Bestände der Meeressäuger in der Ausschließlichen Wirtschaftszone, die Länder sind für eine Erfassung im jeweiligen Küstenmeer zuständig. Die genauen Bestandszahlen vor allem bei Schweinswalen sind aufgrund deren Lebensweise schwierig zu ermitteln. Tiefer tauchende Tiere können nicht erfasst werden, auf der anderen Seite sind wegen der großen Mobilität der Tiere nur die sich momentan im Gebiet aufhaltenden Tiere zu erfassen. Die Zahl der in deutschen Gewässern lebenden Schweinswale kann nach Flugzählungen und komplizierten Berechnungen nur geschätzt werden. Bei Seehund und Kegelrobbe werden die zum Zeitpunkt der Erfassung an Land liegenden Tiere erfasst, auch hier werden die Bestandszahlen nach Erfahrungswerten hochgerechnet und letztendlich geschätzt. Es handelt sich dabei um wattenmeerweit abgestimmte und langjährig erprobtes Verfahren zur Schätzung der Bestände.

Neben Zahlen zu den Bestandsgrößen sind weiterhin Daten zu dem Gesundheitszustand und der Biologie der Meeressäugerbestände erforderlich, um an ihrem Schutz arbeiten zu können.

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Seehundbericht

Der an der gesamten Nordseeküste verbreitete Seehund gilt als eine Leittierart in Schleswig-Holstein. Obwohl er gemäß §2 Bundesjagdgesetz als jagdbare Wildart eingestuft wird, darf er in Schleswig-Holstein nicht bejagt werden. Wasserverschmutzung und Krankheiten setzen der Seehundpopulation regelmäßig zu. Aufgrund seiner besonderen Bedeutung für das Land Schleswig-Holstein werden daher im Rahmen der Förderung aus der Jagdabgabe regelmäßige Zuwendungen an Forschungseinrichtungen zur Untersuchung des Gesundheitszustandes oder zur Habitatnutzung der Seehunde gewährt.

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Totfundmonitoring Kleinwale und Kegelrobbe

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung vergibt Forschungsprojekte z. B. an das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) in Büsum. Das ITAW untersucht jährlich die an den Küsten tot aufgefundenen Kleinwale und Kegelrobben. Je nach Erhaltungszustand der Totfunde können wichtige Daten zu der Alters- und Geschlechtszusammensetzung, den Todesursachen, den Infektionen und den natürlichen sowie durch Menschen verursachten Gefahren für diese Arten ermittelt werden. Die Ergebnisse werden in den anliegenden Berichten zusammengefasst.

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