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Meeressäuger

Staatskanzlei

Meeressäuger

In Schleswig-Holstein sind drei Meeressäugerarten heimisch: Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben.

Seehunde

Seehunde sind in den Anhängen II und V der FFH- Richtlinie aufgeführt. Ausweislich der nationalen Roten Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands ist die Population in Deutschland nicht gefährdet.
Für den Seehund besteht im Rahmen der Bonner Konvention ein gemeinsames Schutzabkommen auf regionaler Ebene für das Gebiet des Wattenmeeres zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.
Seehunde unterliegen dem Jagdrecht, sind jedoch ganzjährig geschont.

Kegelrobben

Kegelrobben sind ebenfalls in Anhang II und V der FFH-RL gelistet. In der nationalen Roten Liste sind Kegelrobben in der Kategorie 2 und damit als stark gefährdet eingestuft.
Gemäß § 1 BArtSchVO handelt es sich bei Kegelrobben um eine besonders geschützte Art. Für sie gilt daher u.a. das Verbot des Fangens oder der Entnahme aus der Natur sowie das Besitzverbot gem. § 44 BNatSchG.

Schweinswale

Schweinswale sind in den Anhängen II und IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gelistet. Gemäß § 1 Bundes-Artenschutzverordnung handelt es sich um eine streng geschützte Art. Sie sind weiterhin geschützt gemäß der Bonner Konvention und dem Kleinwalschutzabkommen ASCOBANS. Gemäß der IUCN (INTERNATIONAL UNION FOR CONSERVATION OF NATURE and Natural Resources) ist die Population der zentralen Ostsee "vom Aussterben bedroht", es leben dort laut aktuellen Schätzungen des SAMBAH-Endberichts aus 2016 zwischen 80 und 1100 Tiere.  In der deutschen Ostsee leben laut aktuellen Schätzungen zwischen 2.600 und 5.300 (Nachtsheim et al. 2019) und in der deutschen Nordsee zwischen 13.250 und 27.000 Schweinswale (Nachtsheim et al. 2019).

Bestandsentwicklung
Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Schweinswalbestände der deutschen Nordsee langfristig abnehmen, insbesondere in Kerngebiete wie beispielsweise dem FFH-Gebiet Sylter Außenriff. Die unterliegenden Kausalzusammenhänge für diese Beobachtungen können im Moment aufgrund fehlender Daten nur spekulativ behandelt werden und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit vielfältig.

Altersstruktur und Geschlechtsreife
Weibliche Schweinswale in der deutschen Nord- und Ostsee werden im Alter von etwa 5 Jahren geschlechtsreif. Insbesondere in der Ostsee versterben jedoch viele junge, weibliche Schweinswale bevor sie die Geschlechtsreife erreichen (im Schnitt nach ca. 3.5 Jahren). Auch Schweinswale in der Nordsee sterben im Schnitt mit knapp 6 Jahren, so dass wenig Zeit für eine erfolgreiche Reproduktion bleibt (Kesselring et al. 2017).

Für Schweinswale gelten die Schutzvorschriften des § 44 BNatSchG.

Berichte/Monitoring

Für einen effektiven Schutz der Meeressäuger ist zunächst eine umfassende Datengrundlage erforderlich. Das Bundesamt für Naturschutz erfasst die Bestände der Meeressäuger in der Ausschließlichen Wirtschaftszone, die Bundesländer sind für eine Erfassung im jeweiligen Küstenmeer zuständig. Genaue Bestandszahlen sind bei Schweinswalen aufgrund deren Lebensweise schwierig zu ermitteln. Tiefer tauchende Tiere können visuell nicht erfasst werden, darüber hinaus können aufgrund der hohen Mobilität der Tiere im Rahmen von Zählungen per Flugzeug nur die zum Zeitpunkt der Überfliegung sich aktuell im Gebiet aufhaltenden Tiere erfasst werden. Die Gesamtzahl der in deutschen Gewässern lebenden Schweinswale wird anhand dieser Zählungen mithilfe von komplizierten Berechnungen geschätzt.

Bei Seehund und Kegelrobbe werden die zum Zeitpunkt der Erfassung an Land liegenden Tiere gezählt und die Gesamtbestandszahlen ebenfalls hochgerechnet. Es handelt sich dabei um ein umfangreich abgestimmtes und langjährig erprobtes Verfahren zur Schätzung der Bestände.

Neben Zahlen zu den Bestandsgrößen sind weiterhin Daten zu dem Gesundheitszustand und der Biologie der Meeressäugerbestände erforderlich, um an ihrem Schutz arbeiten zu können.

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Seehundbericht

Der an der gesamten Nordseeküste verbreitete Seehund gilt als eine Leittierart in Schleswig-Holstein. Obwohl er gemäß §2 Bundesjagdgesetz als jagdbare Wildart eingestuft wird, darf er in Schleswig-Holstein nicht bejagt werden. Wasserverschmutzung und Krankheiten setzen der Seehundpopulation regelmäßig zu. Aufgrund seiner besonderen Bedeutung für das Land Schleswig-Holstein werden daher im Rahmen der Förderung aus der Jagdabgabe regelmäßige Zuwendungen an Forschungseinrichtungen zur Untersuchung des Gesundheitszustandes oder zur Habitatnutzung der Seehunde gewährt.

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Totfundmonitoring Kleinwale und Kegelrobbe

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung vergibt Forschungsprojekte z. B. an das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) in Büsum. Das ITAW untersucht jährlich die an den Küsten tot aufgefundenen Kleinwale und Kegelrobben. Im Rahmen des Totfundmonitorings können je nach Erhaltungszustand der Totfunde wichtige Daten zu der Alters- und Geschlechterzusammensetzung, den Todesursachen, dem Gesundheitszustand und den natürlichen sowie die durch Menschen verursachten Gefahren für diese Arten erhoben werden. Die Ergebnisse werden in den anliegenden Berichten zusammengefasst.

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Untersuchungen des Gehörapparates von beigefangenen Schweinswalen aus der Ostsee, Bericht der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover an das Ostsee-Info-Center Eckernförde

Im Jahr 2019 erschien erstmals ein Bericht zu Untersuchungen des Gehörapparates von beigefangenen Schweinswalen aus den Jahren 2016 - 2019. Vorschädigungen des Gehörapparates durch akustische, pharmazeutische oder chemische Einflüsse, Krankheiten, Verletzungen oder degenerative Prozesse haben einen Einfluss auf die Überlebensfähigkeit von Schweinswalen. Die reduzierte Orientierungsmöglichkeit durch solche Einflüsse kann auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, als Beifang zu verenden. 

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