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Abwasserleitungen und Abwasserkanäle

© Peter Janson (LLUR)

Abwasserleitungen und Abwasserkanäle

Das auf befestigten Flächen anfallende Regenwasser und das Schmutzwasser wird in Abwasserleitungen und Abwasser-Kanalisationen abgeleitet. Der ordnungsgemäße Betrieb der im privaten Bereich verlaufenden Abwasserleitungen unterliegt der Verantwortung der jeweiligen Grundstückseigentümer. Für die im öffentlichen Bereich liegenden Abwasser-Kanalisationen ist in der Regel die abwasserbeseitigungspflichtige Gemeinde zuständig.

In Schleswig-Holstein wird das Abwasser überwiegend (rd. 94,6 %) im Trennsystem (je ein Rohr für das Schmutz- und das Regenwasser) gesammelt und abgeleitet. Im Übrigen besteht ein Mischwassersystem (ein Kanal für das gesamte Abwasser).

Es werden neben Freigefällekanälen auch Sonderentwässerungsverfahren zur Sammlung und Ableitung von Schmutzwasser eingesetzt. Hierunter fallen Druck- und Vakuumentwässerungssysteme. Sie finden überwiegend in dünner besiedelten Außenbereichen oder Gemeinden ohne ausreichend Geländegefälle und mit hohen Grundwasserständen Anwendung. Die Druckentwässerung wurde oft auch mit Freigefällekanalisationen kombiniert.

In Mischwasserkanalisationen können Regenentlastungsanlagen angeordnet werden, die ab einer bestimmten Abflussmenge stark verdünntes Abwasser (Regen - und Schmutzwasser) in der Regel ohne weitere Behandlung in ein Gewässer einleiten. Außerdem werden Fangbecken gebaut. Es handelt es sich dabei um Speicherbecken, die das überschüssige Mischwasser soweit wie möglich zurückhalten und es nach den Regenereignissen zeitlich verzögert den Kläranlagen zur Behandlung zuleiten (Regenüberlaufbecken).

Der Ausbau der Kanalisationen ist in Schleswig-Holstein weitestgehend abgeschlossen. In der Zukunft kommt es darauf an, den Bestand zu erhalten und bei Bedarf zu erneuern oder zu ergänzen. Dem ordnungsgemäßen Betrieb der Kanalisationen soll in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Träger der Abwasserbeseitigungspflicht hat die Kanalisation nach den Vorgaben der Selbstüberwachungsverordnung – SüVO seit 2007 zu überwachen. Hierzu zählt z. B., dass ein Kanalkataster aufzubauen und die Zustandsprüfungen der Schmutz- und Mischwasserkanäle durchzuführen ist. Die Erstprüfungsfrist der Schmutz- und Mischwasserkanäle war bis zum 22.02.2012 durchzuführen. Für zugehörige Grundstücksanschlusskanäle in WSG II, III, III A sowie für gewerbliches Abwasser war die Erstprüfung bis zum 31.12.2015 abzuschließen. Alle überigen Grundstücksanschlüsse und WSG II B müssen 10 Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung (Februar 2022) untersucht sein.

Weitere Informationen:

Durchführungshinweise zur Umsetzung der DIN 1986 Teil 30 (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Bekanntmachungstext der DIN 1986 Teil 30 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - Instandhaltung" im Amtsblatt (Amtsbl. Schl.-H. S. 905) vom 05.10.2010 (PDF 78KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Medien-Information des Landes Schleswig-Holstein vom 07.10.2010 (PDF 71KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Hintergrund-Information zu Grundstücksentwässerungsanlagen, die häusliches Abwasser ableiten (PDF 90KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Hintergrund-Information zu Grundstücksentwässerungsanlagen, die gewerbliches / industrielles Abwasser ableiten (PDF 101KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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