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Abwasserbehandlung in SH

© Annette Steffens (MELUND)

Abwasserbehandlung in SH

Abwasser ist überwiegend häusliches und/oder industrielles/gewerbliches Schmutzwasser sowie das von befestigten Flächen abfließende Regenwasser. Gegenwärtig sind rund 95 94,8 Prozent der schleswig-holsteinischen Bevölkerung an öffentliche Kanalisationen angeschlossen. Der verbleibende Bevölkerungsanteil kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht an eine zentrale Abwasseranlage angeschlossen werden. Hier erfolgt eine dezentrale Abwasserbehandlung in Kleinkläranlagen.

Anschluss an öffentliche Abwasseranlagen Anschluss an öffentliche Abwasseranlagen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Die Betrachtung nach Kreisen zeigt regional erhebliche Unterschiede:

Anschluss an öffentliche Abwasseranlagen nach Kreisen Anschluss an öffentliche Abwasseranlagen nach Kreisen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Trotz des steigenden Anschlussgrades an zentrale kommunale Kläranlagen in den vergangenen Jahren hat die behandelte und eingeleitete Abwassermenge seit der Jahrtausendwende kontinuierlich abgenommen. Dies ist zum einen auf Wassersparmaßnahmen, den Umgang des Bürgers mit dem Trinkwasser als auch auf Stilllegungen wasserintensiver Industrie-/Gewerbebetriebe zurückzuführen.

In kommunalen Kläranlagen behandelte und in Gewässer eingeleitete Abwassermengen In kommunalen Kläranlagen behandelte und in Gewässer eingeleitete Abwassermengen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Lageberichte

Die Europäische Gemeinschaft hat 1991 mit der EG-Kommunalabwasserrichtlinie einheitliche Anforderungen an die Abwasserbeseitigung in den Mitgliedstaaten festgelegt, um so die Gewässer vor Belastungen aus Abwassereinleitungen zu schützen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat im Juni 2017 den Lagebericht 2016 "Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" vorgelegt. Ein solcher Lagebericht wird alle zwei Jahre veröffentlicht und der Europäischen Kommission zugeleitet. Mit den in der EG-Richtlinie festgelegten Anforderungen soll in den kommunalen Kläranlagen Europas eine Abwasserbehandlung auf hohem Reinigungsniveau gewährleistet werden; ein wichtiger Eckpfeiler der Gewässerschutzpolitik.

Das bedeutet unter anderem, dass seit 1998 das Abwasser aus größeren Kläranlagen vor dem Einleiten in ein Gewässer weitergehend behandelt werden muss. Darunter wird die Verminderung des Gehaltes an Kohlenstoffverbindungen sowie zusätzlich der Nährstoffe Phosphor und Stickstoff verstanden. Diese Vorgaben gelten für so genannte empfindliche Gebiete, in denen es zu einer Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen sowie einem vermehrten Algenwachstum kommt. Dies führt zu einer unerwünschten Beeinträchtigung des biologischen Gleichgewichts und der Gewässerqualität. Alle Gewässer in Schleswig-Holstein sind als empfindliche Gebiete ausgewiesen.

Die Lageberichte dokumentiert den hohen Stand der Abwasserbeseitigung in Schleswig-Holstein. Eine sehr gute Basis wurde in der Vergangenheit durch das Phosphorsofort-, Dringlichkeits- und das Kläranlagen-Ausbauprogramm der Landesregierung geschaffen, in deren Rahmen die größeren Kläranlagen mit der besten verfügbaren Technologie zur Nährstoffminderung ausgestattet wurden.

Die seit 1991 in Schleswig-Holstein von den Maßnahmeträgern, in der Regel den Kommunen, getätigten Investitionen in Höhe von rund 1,821 Milliarden Euro sind unter anderem in die Ausstattung der Gemeinden mit Kanalisationen und einer weitergehenden Abwasserbehandlung zur Eliminierung von Phosphor und Stickstoff in den kommunalen Kläranlagen geflossen. Die Landesregierung und der Bund haben diese Maßnahmen mit mehr als 322 Millionen Euro gefördert. Zudem wurden vom Land zinsgünstige Darlehen in Höhe von rund 595 Millionen Euro gewährt. Die Anforderung der EG-Richtlinie, die Gesamtbelastung aus allen kommunalen Kläranlagen für die Parameter Phosphor und Stickstoff um mindestens 75% zu senken, erfüllt Schleswig-Holstein schon seit 1998. Die prozentuale Verringerung der Nährstoffbelastung liegt bei Stickstoff derzeit bei rund 88 % und bei Phosphor bei rund 94%.

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2018 (PDF 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2016 (PDF 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2014 (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2012 (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2010 (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

"Beseitigung von kommunalen Abwässern in Schleswig-Holstein" - Lagebericht 2008 (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Generalplan "Abwasser und Gewässerschutz"

Die Abwasserbehandlung in SH steht auf einem hohen Niveau. Dennoch steht die Abwasserwirtschaft vor weiteren Herausforderungen. Im Arbeitsprogramm der Abteilung V 4 "Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz" des MELUND wurde deshalb festgelegt, dass ein Generalplan "Abwasser und Gewässerschutz" erarbeitet werden soll. 

Im Rahmen des Generalplans sollen aufbauend auf einer Bewertung der derzeitigen Nutzung und Qualität der Abwasserbehandlung die zukünftigen Arbeitsfelder und der künftige Handlungsrahmen für die Sicherstellung der Abwasserentsorgung festgeschrieben werden. Zur Erstellung des Generalplans sind aktuelle Daten zu Betrieb, Zustand und Unterhaltung von Kläranlagen, Kanalisation, Indirekteinleiter und Regenwasseranlagen erforderlich. Diese werden zurzeit erhoben.

Bilanz Abwasserbehandlung in Schleswig-Holstein (2005)

Aufgrund der verbesserten Abwasserbehandlung hat sich in den vergangenen 19 Jahren die Verschmutzung der schleswig-holsteinischen Seen, Flüsse und der Küstengewässer in Nord- und Ostsee erheblich verringert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht "Abwasserbehandlung in Schleswig-Holstein", den das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft zum Tag des Wassers am 22. März 2005 veröffentlicht hat.
Im Jahr 1988 waren das Massensterben von Seehunden in der Nordsee und die starke Vermehrung von Algen in der Ostsee Anlass für zahlreiche Programme zur Abwasserbehandlung. Heute sind in nahezu allen Gemeinden des Landes Kläranlagen und Abwasserleitungen vollständig ausgebaut. Die großen kommunalen Kläranlagen sind mit der besten zur Verfügung stehenden Technik zur Entfernung von Schadstoffen ausgerüstet.
Das Kanalnetz wurde um mehr als die Hälfte verlängert und umfasst jetzt 24.870 Kilometer. Insgesamt wurden seit 1988 über 2,1 Milliarden Euro in die Optimierung der Abwasseranlagen investiert.

Bilanz Abwasserbehandlung in Schleswig-Holstein als PDF-Datei zum Herunterladen (PDF 3MB, Datei ist nicht barrierefrei)

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